Das Unwetter in Gaza & das Leben in Zelten

Hallo

folgendes Video spricht für sich. Es ist zwar auf arabisch, aber die Bilder reichen aus, um zu verstehen worum es geht.

Das Unwetter ist mittlerweile auch in Gaza angekommen und viele Familien leben noch in Zelten. Im folgenden Video ein Beispiel.

http://www.aqsatv.ps/ar/win_vid_arch.php?vid=417

Wichtig ist anzumerken, dass bis heute keine Baumaterialien etc. nach Gaza durchgelassen werden und somit die zerstörten Häuser, welche während dem Krieg auf Gaza zerstört wurden, nicht wieder aufgebaut wurden. Die Zelte halten dem Unwetter nicht stand, sondern werden durch dieses zerrissen und geraten ins Wackeln.

Die Menschen im Video sagen aus, dass sie nur ein Dach über dem Kopf haben wollen, um wie vernünftige Menschen leben zu können, was allerdings nicht möglich ist, solange kein Baumaterial von den Israelis nach Gaza durchgelassen wird oder die Blockade aufgehoben wird.

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Araber raus!

von Gideon Levy

15.08.2010 — Ha’aretz

Nun gut, sagen wir, sie hatten Erfolg. Sagen wir, dass die rassistischen, nationalistischen Mitglieder der Knesset erreicht haben, was sie wollten: die Vertreibung der arabischen Mitglieder aus der Knesset . Nehmen wir an, dass die Hoffnungen des süßlippigen Extremisten Otniel Schneller, des „Demokraten“ Ofir Akunis und des Nationalisten Avigdor Lieberman so weit gekommen ist und die Knesset nun frei von Arabern ist.

Was wird als nächstes passieren? Hinter dieser Hetzkampagne liegt wie bei jeder anderen keine andere Motivation als die tiefsten Instinkte: „Araber verschwindet! – ganz zu schweigen von „Tod den Arabern!“ Die Araber sind also draußen, was nun?

Sogar bei der zweiten Runde des verbalen Lynchens der Knessetabgeordneten Hanin Zuabi am letzten Wochenende, einschließlich all der Lügen (sie „kämpfte mit israelischen Soldaten“ , schloss sich „Terroristen“ an, „weigerte sich, verletzte Soldaten zu evakuieren“), die von Politikern und TV-Show-Gästen vorgebracht wurden, wurden Aufrufe laut, sie natürlich aus der Knesset rauszuwerfen.

Es ist schon vollkommen kosher – die Aufrufe, Hanin und euch Ahmed Tibi, Mohamed Barakeh, Jamal Zahalka und ihre Freunde rauszuwerfen -es sind nicht länger Fantasien von Rechts-Extremisten. Die Legitimierung der Aufrufe in der Folge von vernichtendem Schweigen der meisten anderen Politiker, zeigt wie tief der Wunsch dahinter schon Wurzeln gefasst hat.

Sie mögen Ignoranten sein, was demokratische Ideale betreffen – aber jene, die zur Vertreibung der arabischen Knessetmitglieder aufrufen, sollten wenigstens sagen, was wird geschehen, wenn einmal den israelischen Arabern die Vertretung in der Knesset genommen wird. Werden arabische Bürger für Yisrael Beitenu wählen? Das ist sehr zweifelhaft. Werden sie für Akunis (?) bei den Vorwahlen wählen? Unwahrscheinlich.

Werden sie ihren Wahlzettel bei der McCarthyistischen Kadima einwerfen? Ihre Ansichten ändern und sich der zionistischen Bewegung anschließen, die ihnen die Nakba brachte – erwähne diese nur niemals? Ein Aktivist von Artzeinu werden? Oder ein Schaumschläger für Im Tirzu? Oder könnte es sein, dass sie ganz verschwinden?

Der Staat Israel schuldet der arabischen Öffentlichkeit und den Knessetmitgliedern, die sie vertreten, eine Menge. Sie sind weniger separatistisch als die Basken die Spanien ( obwohl sie viel mehr Gründe hätten, separatistisch zu sein als die Basken) und natürlich weniger gewalttätig und subversiv als sie.

Die Tatsache, dass sie erst noch wählen müssen, den Staat und seine Institutionen zu boykottieren und an dem Spiel der Demokratie teilzunehmen, die korrupt ist, soweit es sie betrifft – es ist ein Spiel, aus dem sie fast völlig ausgeschlossen sind – was nur noch erstaunen kann.

Statt ihnen dafür zu danken, statt ihre Toleranz und Zurückhaltung zu würdigen und ihre grundsätzliche Loyalität – stoßen wir sie hinaus, besonders jetzt. Vergessen Moral und Demokratie, Gerechtigkeit und Gleichheit – gibt es etwas Dümmeres als dies? Ist es den Aufhetzern nicht klar, wie die Alternative zur fortdauernden Teilnahme der Araber im Spiel der Demokratie aussieht?

Das Leben arabischer Israelis hat keine Ähnlichkeit mit dem Leben eines jüdischen Israeli. Er wird in übervölkerte Verhältnisse und vernachlässigte Stadtviertel geboren. In 62 Jahren hat es der Staat nicht für nötig gefunden, der arabischen Bevölkerung zu helfen, die ein Fünftel der Bevölkerung des Staates ausmachen; nicht eine einzige Siedlung wurde gebaut.

Die Araber sind von Geburt an daran gewöhnt, in Armut zu leben; die Diskriminierung folgt ihnen von den frühesten Tagen an. Sie können nie ihre Vergangenheit zur Sprache bringen; sie können sich nicht so definieren, wie sie wollen (Palästinenser? Wie können sie es wagen?) Und manchmal fühlen sie sich nicht wohl, ihre eigene Sprache zu sprechen.

Versuche ein Araber zu sein und suche ein Wohnung oder eine Arbeitsstelle. Umgeben von zionistischen Institutionen, die daran arbeiten, sie zu vertreiben: vom Keren Kayemet LeIsrael – dem jüdischen Nationalfond – bis zur israelischen Landverwaltung, einer neuen Reihe von Gesetzen, die sie unterdrücken soll, ein Justizsystem, das sie gegenüber jüdischen Bürgern diskriminiert – ein ganzes Lebensgewebe eines Bürgers zweiter Klasse in nur jeder möglichen Weise.

Tag und Nacht hören sie, sie seien eine „demographische Bedrohung“ oder eine „Fünfte Kolonne“, dass der Negev und Galiläa „judaisiert“ werden muss, dass sie von ihrem Land vertrieben werden müssen. Nun hören sie, dass auch die Knesset von ihren Vertretern gesäubert werden soll.

Es ist wahrscheinlich, dass dies passiert. In einer Gesellschaft, deren institutionelle Verteidigung der Demokratie begonnen hat, sich zu verschlechtern, ist nichts mehr sicher. Eines Tages werden wir vielleicht keine arabischen Knessetvertreter mehr haben oder mindestens keinen, der seine Wähler vertritt. Und an diesem Tag werden die arabischen Israelis wissen, dass der Ausschluss aus ihrem Staat total und vollkommen geworden ist.

Und was glauben die Aufhetzer wird Hadash, die Vereinigte arabische Liste – Ta’al und Balad ersetzen? Und wer wird Barakeh, Zuabi und Tibi ersetzen? Was wird die Reden – so bitter und schwierig sie waren – vom Knessetrednerpult ersetzen? Der öffentliche Protest, der für den größten Teil gesetzestreu ist?

Man kennt die Antwort sehr wohl. Die Antwort ist erschreckend und gefährlich.

Übersetzt von: Ellen Rohlfs
http://zmag.de/artikel/araber-raus

Kleines Kind VS israelische Soldaten: „Bidi Baba“ „Ich will Papa“

Al-Khalil.

Als gestern ein Vater von israelischen Soldaten gewaltsam abgeführt wurde, lief sein kleiner Sohn diesem hinter her und versuchte an ihn heranzukommen. Dabei lief er in die Hände der israelischen Soldaten schreiend: ,,Bidi Baba, bidi Baba.“ (dt. Ich will Papa, ich will Papa.).  Nach langen Versuchen an seinen Vater zu kommen, lief er dem Wagen hinterher, der den Vater abführte. Das 4-jährige Kind namens Khaled musste zusehen wie auch andre Familienmitglieder gewaltsam von israelischen Soldaten abgeführt wurden. Dabei versuchten sie ihr Ackerland zu „verteidigen“, das von Israelis an dem Tag zerstört werden sollte.

Hier das Video dazu:

bbi

Palästinenser dribbeln sich ins Guinness Buch

23.07.2010 13:20 Uhr

Rafah/Tel Aviv (AZ) – Mit sportlichen Höchstleistungen fällt der Gazastreifen eigentlich nie auf. Jetzt aber haben sich 7203 palästinensische Kinder mit Basketbällen ins Guinness Buch der Rekorde gedribbelt.

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Kinder aus Gaza stellen neuen Rekord auf

DPA

Der Rekord für das 15 Minuten lange gleichzeitige Aufschlagen der Bälle müsse allerdings noch offiziell anerkannt werden, sagte der Sprecher des UN-Hilfswerkes für Palästinaflüchtlinge Adnan Abu Hasna in Gaza. Die bisherige Höchstleistung stammt den Angaben zufolge aus dem Jahr 2007, als im US-Bundesstaat Indiana rund 3054 Sportsfreunde gleichzeitig mit ihren Basketbällen dribbelten.

Die palästinensischen Schulkinder im Alter zwischen sechs und 15 Jahren nehmen an einem Sommerlager der Vereinten Nationalen teil. Sie kommen alle aus überfüllten Flüchtlingslagern, wo es keinen Platz für große Sportereignisse gibt. Deshalb dribbelten sie am Donnerstagabend auf einer von Israel schwer beschädigten Landebahn des Flughafens von Gaza. Der Airport ist außer Betrieb. Nach dem Rekord durfte alle Kinder ihren Ball als Geschenk behalten.

Die Kinder wollten mit dem Rekordversuch zwei Botschaften in die Welt senden, sagt Abu Hasna: «Wenn sie nur die Chance bekämen, könnten sie weltweit die Ersten werden.» Außerdem solle das Sportereignis in den Ruinen des Flugplatzes von Gaza an die seit drei Jahren währende Blockade des Gazastreifens durch Israel erinnern.

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Palaestinenser-dribbeln-sich-ins-Guinness-Buch-_arid,2202385_regid,2_puid,2_pageid,4293.html?et_cid=4&et_lid=5

GAZA bei der WM!

Gaza bei der WM!

Gaza bei der WM!

Verdienen nur Juden Würde?

An einem heißen Sommertag schlendern zwei Grenzpolizeioffiziere durch die heilige Stadt Jerusalem – ohne eine besondere Mission. Irgendwann entscheiden sie, dass es gut und passend sei, ihre Autorität sich selbst und gegenüber den Palästinensern unter Beweis zu stellen. Die beiden Offiziere gingen weiter und schnappten sich zwei Palästinenser, schrieen sie an und verlangten von ihnen, dass sie sie mehrfach mit „Ihre Majestät“ begrüßen sollten.

Als nächstes stellten sie sie mit dem Gesicht zur Wand, die Arme und Beine weit auseinander und fuhren fort, die Macht der israelischen Polizei so richtig auszukosten. Sie holten eine Kamera heraus – damit sie einen Beweis für ihre Kollegen haben, die ihnen vielleicht nicht glauben würden. Sie schlugen die Palästinenser immer wieder auf den Kopf und ins Genick, sie hoben ihre Hemden hoch, zogen ihnen die Hosen herunter, fuhren fort, sie zu schlagen, stießen sie in den Hintern und zeigten diesen Arabern – (arabushim, eine abfällige Bezeichnung, wie der verantwortliche Minister für die Polizei sie immer nennt – wie stark sie sind und wie gut sie ihren Job als israelische Grenzpolizei ausführen.

Und so fuhren diese beiden Offiziere fort, ihren Spaß am Beschimpfen, Schlagen, Demütigen und Photographieren zu haben. Sie machten so lange, bis sie müde waren und entschieden dann befriedigt und schadenfroh, ihre Opfer gehen zu lassen.

Solche Misshandlung, begleitet von Photos und Schadenfreude sollte nicht ignoriert werden. Ein Vertreter der Opfer wandte sich an das Büro des Staatsanwalts und verlangte, dass die ehrenhaften Grenzpolizeioffiziere vor Gericht gebracht werden und wegen Misshandlung, Demütigung und Körperverletzung angeklagt werden.

Nach den Photos und Zeugenaussagen verdienen diese „Helden“ für die begangenen Straftaten wirklich angeklagt zu werden. Missbrauch der Macht und Körperverletzung, wofür zwei Jahre Gefängnisstrafe oder mehr steht. Außerdem gibt es den Verdacht, dass zusätzliche Straftaten begangen worden sind …
Ungewöhnliche Antwort

Wie waren wir überrascht: der Staatsanwalt entschied, sich nicht näher mit der Sache zu befassen. Die Antwort war so beeindruckend, dass es gut wäre, sie auf Poster/ Flugblätter zu drucken und zu verteilen, damit jeder sie sehen kann und dies zur Kenntnis nimmt.

Nach dem Büro des Anwalts : das in diesem Fall vorhandene Material, einschließlich der Videos zeigt tatsächlich ein „unanständiges Verhalten“ von Seiten der Offiziere. Jedoch wurde in dem in Frage kommenden Fall nur leicht geschlagen, was keinen wirklichen Schaden/ Verletzungen verursachte. Der Anwalt fand keinen Grund zum Eingreifen und überließ diese Angelegenheit der Polizei , die sie als interne Sache erledigt.

Was für eine ungewöhnliche Antwort. Nun die Polizeioffiziere haben ihren beiden Opfern nicht die Augen ausgestochen und ihnen keine Arme oder Beine abgeschnitten. Und außerdem: ihre Opfer waren nur Palästinenser und deshalb zählen die Misshandlungen und Demütigungen nicht . Die Berufung über die Entscheidung wurde zu den Akten gelegt und auch vom Staatsanwalt zurückgewiesen …

Was wir hier haben, ist anscheinend eine neue Methode. Die Armee prüft sich selbst und dann will sie uns wissen lassen, wie unschuldig sie ist. Die Polizei prüft die Polizeioffiziere, und es kommt heraus, dass jeder in Ordnung sei usw.

(Ich habe mir kürzlich 10 Gesetzesentwürfe näher angesehen, die von Mitgliedern der 18.Knesset vorgelegt wurden. Alle waren sehr patriotisch, sehr mit Zionismus und Judentum und Loyalität beschäftigt. Sie schließen eine Forderung für einen Loyalitätseid gegenüber dem Staat Israel als einem jüdischen, zionistischen und demokratischen Staat ein als auch seine Symbole und Werte, natürlich auch die Flagge und das Nationallied. All dies ist nötig, dass einem eine Identitätskarte gewährt wird. Angesichts „seiner Symbole und Werte“ die anzeigen, dass die Juden das auserwählte Volk sind) und angesichts der Entscheidung des Staatsanwalts in bezug auf diese Sache ( der beiden zusammengeschlagenen Palästinenser), was ja nicht ungewöhnlich ist, glaube ich, wir sollten das Grundgesetz ändern: die menschliche Würde und Freiheit eines Menschen sollte vom Staat nur dann aufrecht erhalten werden, wenn die Person jüdisch ist; genau wie wir Land haben, das nur für Juden ist und Straßen, auf denen nur Juden fahren dürfen.

Indem das Grundgesetz – wie vorgeschlagen – modifiziert wird, werden wir wissen, dass „Würde und Freiheit“ im jüdischen Staat nur für Juden reserviert sind.
Shulamit Aloni

Shulamit Aloni ist eine israelische Rechtsanwältin, Menschenrechtspolitikerin, Schriftstellerin und Politikerin.

http://zmag.de/artikel/verdienen-nur-juden-wuerde