Warum eine Überlebende des Holocaust sich für die Palästinenser einsetzt

Warum eine Überlebende des Holocaust sich für die Palästinenser einsetzt

Hier ein Bericht der Los Angeles Times, eine der grössten Tageszeitungen Amerikas, den ich übersetzt habe, über den Hilfskonvoi für Gaza, der zurzeit von Israel und Ägypten massiv behindert wird und bereits gewaltsam aufgehalten wurde, und eine der ausserordentlichen Teilnehmerinnen.

Hedy Epstein ist was manche als Widerspruch ansehen würden: Eine Überlebende des Holocaust und entschiedene Vertreterin der palästinensischen Bevölkerung. Geboren 1924 in Freiburg Deutschland, war Epstein gerade 14, als sie der Nazi-Verfolgung via Kindertransport nach England entfloh. Seit ihrer Ankunft 1949 in den USA, ist Epstein eine Vertreterin für Frieden und Menschenrechte.

Hedy Epstein und Gaza Freedom Aktivisten die Parolen am 29. Dezember in Kairo anlässlich des ersten Jahrestag der israelischen Bombardierung des Gaza-Streifens ausrufen

2001 gründete sie den St. Louis Ableger der “Women in Black” Gruppe von Kriegsgegnerinnen, welche ihren Ursprung in Israel haben und hat sich aktiv für die Rechte der Palästinenser eingesetzt, seit dem sie die West Bank 2003 besuchte. Am Ende des Jahrzehnts hat Epstein sich weiter engagiert, in dem sie mit der Frauengruppe „Code Pink„, die sich für den Frieden einsetzt, am „Gaza Freedom March“ teilnahm. Der Marsch vom 31. Dezember wurde als gewaltfrei Demonstration geplant, um gegen die Blockade von Gaza durch Israel zu demonstrieren, in dem 1’000 Teilnehmer aus dem Ausland von Palästinensern begleitet zum Gaza-Israel Checkpoint marschieren.

Obwohl die ägyptischen Behörden einem kompletten Kontingent an Demonstranten den Zugang nach Gaza verweigerten, die 100 Aktivisten denen der Zugang erlaubt wurde, trugen die Antiblockadebotschaft weiter. Vor dem geplanten Gazamarsch hat Epstein mit „Babylon & Beyond“ über ihre vergangene Erfahrung in Israel gesprochen, der Kontroverse eine Holocaust-Überlebende zu sein die Israel kritisiert und der Freiheitsmarsch für Gaza.

Wie kam es dazu sich für den Israel/Palästina Aspekt zu interessiere?

Ich wurde in Deutschland geboren, ich bin Jüdin … nach dem Hitler an die Macht kam, haben meine Eltern sehr schnell realisiert, dass Deutschland kein guter Ort ist um eine Familie zu gründen. Sie waren bereit an jeden Ort der Welt zu gehen, aber einen Ort an dem sie nicht hinwollten war Palästina … sie waren Antizionisten. Als Kind habe ich das nicht ganz verstanden, aber wenn meine Eltern Antizionisten waren, dann ich auch. Ich kam in die USA 1948, ungefähr zur selben Zeit als Israel ein Staat wurde, über das ich gemischte Gefühle hatte. Auf der einen Seite war es ein Ort für die Holocaust-Überlebenden hin zu gehen, die welche nicht in ihr Zuhause zurückkehren konnten oder wollten, aber auf der anderen empfand ich meine Eltern als leidenschaftliche Antizionisten. Während ich mir neu in den USA vorkam, blieb Israel und Palästina im Hintergrund meiner Interessen. 1982 hörte ich über das Massaker im Flüchtlingslager von Sabra und Shatila im Libanon … ich wollte wissen wer dafür verantwortlich ist, was zwischen 1948 und 1982 geschah. Ich lernte mehr dazu, wurde immer mehr über die Politik Israels und ihrem Militär beunruhigt. Schnelldurchlauf zu 2003 … ich war in der West Bank für eine Weile und war fünfmal dort seitdem.

Dies wird nun der dritte Versuch sein nach Gaza reinzukommen. Der erste Versuch war mit dem „Free Gaza Movement“, als sie versuchten mit Booten durch die israelische Marineblockade zu kommen, aber genau davor, in Zypern, wurde ich krank … es war 49 Grad mit entsprechender Luftfeuchtigkeit. Der zweite Versuch, da waren die Mitglieder des „Free Gaza Movement“ besorgt was mit mir passieren könnte, aus Rücksicht bin ich nicht mit ihnen mit. Ich sollte im Juni 2009 wieder gehen, aber am Tag davor wurde ich überfallen. Ich weis nicht ob ich ein Ziel war oder ob es ein zufälliger Gewaltakt war… ich kam vom Flughafen zurück, aber meine Koffer, meine Handtasche, keines war berührt … es war kein Diebstahl.

Warum haben sie sich entschieden mit CodePink zu gehen und an deren Gaza Freedom March teilzunehmen?

Ich kenne CodePink seit einiger Zeit und als ich herausfand sie planen einen Marsch nach Gaza, entschied ich mitzugehen. Ich versuchte es zweimal und schaffte es nicht und so ist vielleicht das dritte Mal beschützend. Ägyptische Organisatoren haben kürzlich der Gruppe gesagt, sie könnten nicht durch den Rafah Grenzteil gehen. Anderen Gruppen wurde auch gesagt sie können nicht durch, aber dann wurde ihnen unter Einschränkungen es erlaubt. So werden wir vorwärtsgehen und wir werden es einen Tag, eine Minute nach dem anderen nehmen. Und wenn wir nicht reinkommen, das wird auch eine grosse Bekundung darstellen.

Wie haben die Leute auf ihre Entscheidung reagiert, eine Vertreterin für die Palästinenser zu sein?

Es kommt darauf an mit wem man spricht oder über wen man spricht. Die etablierte organisierte jüdische Gemeinde, lokal und an anderen Orten, haben mich antisemitisch genannt, ein selbsthassender Jude. Ich bin nicht gegen Israel, aber man darf nicht Israel kritisieren, sonst ist man antisemitisch, und wenn man Jude ist, dann ist man ein selbsthassender Jude. Ich hasse mich nicht selber. Man darf jedes andere Land kritisieren, einschliesslich die USA, aber nicht Israel, warum ist das so?

Wie glauben sie wird Israel auf eine gewaltlose direkte Aktion antworten?

Ich weis es nicht. Ich hoffe sie werden gewaltlos sein. Als ich in der West Bank war, bevor ich ging, wurde mir gesagt, dass die Palästinenser mich verletzen werden, sie werden fürchterliche Sachen mir antun. Aber sie waren die welche mich beschützt haben. Bei einer Demonstration 2006 nahe Ramallah, habe ich einen Teil meines Gehörs verloren, weil eine israelische Knallbombe sehr nahe losging. Die Palästinenser in der Nähe waren um mich sehr besorgt. Ich wurde nackt durchsucht, innen durchsucht, am israelischen David Ben Gurion Flughafen, mir wurde gesagt „ich wäre eine Terroristin, ich wäre ein Sicherheitsrisiko.“ Eine 80-jährige Frau eine Terroristin? Wie, hab ich eine Bombe in meiner Vagina?

Glauben sie es kann Frieden in Israel in der nahen Zukunft geben?

In der nahen Zukunft nein. Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, eines Tages wird es Frieden geben, aber viele Sachen müssen sich verändern bis das passiert. Wenn die Besatzung über Nacht enden würde, dann würde es alles verändern. Israel ist die viertstärkste Militärmacht der Welt. Sie haben die neuesten Geräte und es wird gegen die Palästinenser eingesetzt. Auch wenn die USA aufhören würde Israel zu finanzieren, das wäre auch ein anderer Weg Frieden zu bringen. Wir haben gigantische Probleme in diesem Land (USA), Leute sind arbeitslos, verlieren ihr Zuhause, wir könnten dieses Geld gebrauchen, statt in Übersee auf zerstörerische Art. Lasst es konstruktiv einsetzen. Ich glaube wir sollten die Leute entscheiden lassen was sie wollen, statt ihnen zu sagen was sie tun sollen.

Aktueller Status des Hilfskonvois für Gaza:

Ägypten hat eine Vereinbarung mit den Mitgliedern des Konvois getroffen, um Hilfsgüter an die Palästinenser in Gaza zu liefern, aber sie erlauben keine Privatautos den Durchgang. Dies nach massiven Protesten, bei dem auch Steine zwischen der Polizei und den Konvoiteilnehmer hin und her flogen. Dabei wurden 50 Aktivisten und über ein Dutzenden Polizisten verletzt.

Der Konvoi, der von dem britischen Abgeordneten George Galloway angeführt wird, weigerte sich den von Ägypten angeordneten israelisch kontrollierten Grenzübergang zu nehmen und bestanden darauf über Rafah nach Gaza zu fahren. Es ist jetzt ein Kompromiss gefunden worden, in dem nun 158 Lastwagen durch Rafah nach Gaza reinfahren dürfen und die Privatautos über den israelischen Kontrollpunkt.

Betty Hunter, Generalsekretärin der „Palestine Solidarity Campaign“ sagte, Ägypten hat keinen Grund so zu reagieren:

Es ist schockierend, dass die ägyptische Regierung sich so benimmt. Es gibt keine Rechtfertigung die Lieferung der Hilfsgüter an die Menschen in Gaza und den Helfern die so hart dafür gearbeitet haben den Zugang zu verhindern. Die Palästinenser warten auf diesen weit im Voraus angekündigte internationalen Konvoi und diese Aktionen der ägyptischen Regierung signalisieren, dass Ägypten mit der israelischen Regierung in der illegalen Belagerung von Gaza konspiriert.

Eine weitere aktuelle Nachricht: Israel hat mit der UNO ein inoffizielles Abkommen geschlossen, in dem sie breit sind 10 Millionen Dollar als Entschädigung zu zahlen, für die israelische Bombardierung von UNO-Gebäuden in Gaza, einschliesslich einer Schule, Medizin- und Lebensmittellager, die während des Krieges gegen Gaza vor einem Jahr zerstört wurden. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak informierte den UNO-Generalsekretär Ban ki-Moon über die israelische Entscheidung.

Frag bei Apotheken und Krankenhäusern nach!


Wer sammelt aktiv Medikamente und Verbandszeug?

UPDATE: Bitte fragt in den Sanitätshäusern in eurer Nähe nach Gehhilfen, Krücken, alte Rollstühle, Gehstöcken etc. nach. Diese Geschäfte haben oft viel Sachen die sie gerne mitgeben.
Ein Tip: bei ebay könnt Ihr diese Dinge oft für sehr wenig Geld ersteigern. Gestern ist ein Rollstuhl für nur 1 EUR ersteigert worden! Schaut bitte bei Auktionen in eurer Nähe nach…

Welche Medikamente werden akut gebraucht? Bitte sich nur an diese Liste halten! Am besten ausdrucken und damit einkaufen gehen!

Adrenaline 1 mg amp 1×1 30

Alprazolam 0.25mg tab 1×10 30

Alprazolam 0.5mg tab 1×10 30

Aminophilline100mg vial 1×1 30

Amlodipine besylate5mg tab 1×10 100

AmoxycillinTrihydrate 500mg Cap. 1×10 50

Antacid susp bottle 30

Antacid tab 1×10 50

Antibiotika (oral/Infusion)

Antiseptic Solution( Alchol +polydine) bott 50

Betamethasone+Gentamycin0.1% cream Tube 50

Betamethasone+SALICYLICACID LOTION bottle 20

Bisoprolol fumarate10mg tab 1×10 50

Bisoprolol fumarate5mg tab 1×30 50

Cal c eff tab 1×10 100

Captopril 25mg tab 1×10 30

Carbocystine syp bott 50

Cefalexin 500mg Cap. 1×10 100

Ceftriaxone 1gm vial 1×1 50

Celecoxib 200 mg Cap 1×10 50

Chlorpheniramine maleate 1mg + Ephedrine Hcl1.83mg + Ammonium cl 50mg + Menthol 5ml sy. Bottle 200

Ciprofloxacilin500mg tab 1×15 50

Ciprofloxocin 500 mg Tab 1×10 50

Clarithromycin500mg tab 1×15 50

Clotrimazole2% vag cream Tube 50

Clotrimazole2% vag cream Tube 50

Collagen cream tube 30

cripe Bandge different size 1×1 100

Cyproheptadine Hcl tab 1×10 100

Desinfektionsmittel

Dexamethasone phosphate 4mg amp 1×1 100

Dexamethazone phosphate 0.5mg tab 1×10 100

Dexamethazone phosphate 4mg amp 1×1 200

Diazepam 10mg amp 1×1 30

Diazepam 10mg amp 1×1 50

Diclofenacsodium100mg supp 1×6 50

Diclofenacsodium75mg amp 1×1 100

Diflunisal 250mg cap 1×10 50

Dimetindenimaleas+phenylephrinnum2.5mg nasal drop bott 30

Doxycycline Hcl 100mg tab 1×10 50

Enalapril maleate20mg tab 1×30 50

Facial cleaner bottle 30

Fade light cream bottle 30

Ferrous Sulphate160mg+Folic acid400mcgin slow relase tab 1×28 50

Gentamycin 80mg amp 1×1 50

Gentamycin as sulphate 0.3% E.D bott 30

Glucosamine Sulfate 500mg + Chondroitin sulphate 400mg + methyl sulfonylmethane 60mg TaB 1×30 50

Grisofluvin syrup Bottle 50

Grisofluvin tab 1×10 50

Hydrocortisone 500mg vial 1×1 50

Hydrocortisone acetate 0.5% + lidocaine HCL 1.5% + Zincoxide 5% oint Tube 30

Hydrolux cream tube 30

Hydroquinone 2% cream Tube 30

i.v infusion saline.Glucose.Normalsaline\G vial 30

Ibuprofen 100mg +PseudoephedrineHcl 15mg Syrp bottle 100

ketotifen fumarta E.D bott 30

Kortison  Verbandszeug

Lactulose10g Solution bottle 50

Lactulose10g Solution bottle 50

Laxative supp for adult 1×6 50

Lignocaine HCL 2% amp 1×1 30

Lignocaine HCL Spray 1×1 30

Metaclopromide amp 1×1 30

Metformin 850mg Hcl tab 1×10 50

Metronidazole 1000mg vial 1×1 50

Metronidazole 250mg tab 1×10 50

Metronidazole 500mg tab 1×10 50

Multi vitamin for pregnantand lactatingwomen tab 1×30 100

Multivitamin Syrp bottle 100

Nandrolone Decanoate25mg amp 1×1 50

Narkosemittel (Ampullen/ Infusion)

Neomycin Sulphate+Hydrocortisoneacetate eye oint Tube 50

Ofloxacin E.D bottle 50

Omega-3 Cap. 1×10 600

Omeprazole 20mg Cap. 1×10 300

Orphenadrine Citrate 35 mg + paracetmol 450 mg 1×10 100

Paracetamol 500mg tab 1×10 3000

Phenylbutazone calcium 75mg +prednisolone1.5mg tab 1×10 30

Phenytoin sodium 100mg cap 1×10 50

Polydine oint tube 50

Polydine vag supp 1×6 100

polytar shampoo bottle 30

Prednisolone tab 5mg 1×10 50

promethazineHcl 25mg amp 1×1 30

Provit shampoo bottle 50

Ranitidine Hcl amp 1×1 30

Roxithromycin 150 mg tab 1×6 30

Schmerzmittel (oral/Infusion)

Scobtyl amp 1×1 30

Sliver Sulfadiazine 1% Cream Tube 50

Sterile guaze 1×1 50

Sulbutamol sulphal sol. bottle 30

Surgical Plaster 1×1 30

Tramadol 100 mg SUPP 1×10 30

Tramadol 100mg amp 1×1 30

Vit B 1 100 mg + Vit B6 250 mg+ Vit B12 250 mcgtab 1×10 100

Vit E 600 tab 1×10 100

VITB1+B12+B6 AMP 1X5 100

woundsSutures all type+allsize 1×1 50

Medizin für die Seele

Medizin für die Seele

Yaser Alshrafi erlebte den Krieg im Gazastreifen mit. Jetzt sammelt der Spandauer Apotheker Arzneien, um den Menschen in Gaza zu helfen.

Apotheker Yaser Alshrafi war in Gaza. – Foto: Steinert

Berlin –  „Als ich schon fast wieder über die Grenze war, zurück in Israel, da fielen neben mir Schüsse. Die israelischen Soldaten haben drei Baggerfahrer beschossen, einer sackte gleich tot in sich zusammen. Das war mein letzter Blick zurück.“ Wenn der Berliner Yaser Alshrafi von seinen Kriegseindrücken aus dem Gazastreifen berichtet, erzählen seine Hände und Augen mit. „Es war die Hölle.“ Der 32-jährige Spandauer hat schon lange den deutschen Pass, „aber mein Herz schlägt für beide: meine alte Heimat Gaza und meine neue Heimat Berlin“. Der Besitzer der Zeppelin-Apotheke in Spandau hat jetzt eine Medikamente-Sammelaktion für die Kriegsopfer im Gazastreifen gestartet – und kooperiert dabei mit den Apothekern ohne Grenzen, der palästinensischen Gemeinde, dem palästinensischen Studentenverein, dem Alwatan-Akademikerverein sowie der palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigung.

Jede Hilfe zählt

„Wir freuen uns über jede einzelne Tablette“, sagt der Mann, der im Gazastreifen aufwuchs und mit 19 nach Deutschland kam. Dringend gebraucht würden Schmerzmittel, aber auch Antibiotika, Narkotika – und OP-Zubehör. „Ich habe drüben miterlebt, wie Kinder sich verzweifelt Schlafmittel für die Nacht besorgen, die sie noch gar nicht einnehmen dürfen“, beklagt Alshrafi. Die Mädchen und Jungen haben wie er „mit angesehen, wie Hunde Leichen auf der Straße auffressen, wie Arme und Beine in den Stromleitungen baumeln“. Jetzt leiden die Menschen auch, weil sie ihre Toten im eigenen Garten vergraben mussten, und weil 150 traumatisierte Kinder in einer Klasse sitzen, weil so viele Schulen zerstört wurden.

All diese Bilder verfolgen auch die rund 40.000 palästinensischen Berliner: Über Satellitenfernsehen, übers Internet. Haroun Sweis, Radiojournalist aus Schöneberg, der als Palästinenser in Jordanien groß wurde, berichtete erst gestern Abend in seiner Sendung „Al Saut Al Arabi“ („Die arabische Stimme“) im Sender Funkhaus Europa über die Lage im Gazastreifen, der gerade mal ein Viertel so groß ist wie Berlin. Auch Yaser Alshrafi schilderte dort seine Eindrücke.

Als der heute 32-jährige Apotheker noch an der Freien Universität Pharmazie studierte, hätte er nie damit gerechnet, dass er später selbst einmal Beruhigungsmittel einnehmen und einen Psychiater besuchen müsste. „Aber ich kann all das Erlebte noch nicht verkraften.“

Krieg begann während Hochzeit

Eigentlich war der Berliner in seine alte Heimat zum ältesten seiner elf Brüder, Walid, gereist, weil er im Verwandtenkreis heiraten und feiern wollte. Doch dann begann der Krieg, und Yaser und seine Frau Amani kamen nicht mehr raus. „Wir haben uns versteckt, sind ständig umgezogen, haben die Fenster mit Gummi abgeklebt“, erzählt der Spandauer im weißen Kittel, „auch deshalb, damit kein Phosphor in die Räume dringt“. Überall seien „Teppiche dieses weißen Pulvers von den Phosphorgranaten. Ich habe Kinder gesehen, deren Haut durch die Berührung damit anfing zu brennen. Wenn Erwachsene mit Wasser löschen wollten, schossen erst recht Flammen an ihren Körpern in die Höhe.“ Für Überlebende brauche man auch dringend Brandsalben. All das können Berliner in seiner Apotheke abgeben. Die Spenden sollen direkt an Ärzte und Kliniken verteilt werden. „Mit der Hamas oder der Politik haben wir nichts zu tun, das ist eine humanitäre Hilfsaktion“, sagt der Apotheker.

Ahmad Muhaisen, der Vorsitzende der palästinensischen Gemeinde in Berlin, hofft, dass Hilfsgüter schnell zu den Bedürftigen gelangen. „Sie brauchen dort auch Psychologen, gerade für die Kinder.“ Die palästinensischen Berliner erreichen ihre Verwandten meist per Handy, manchmal über Festnetz. Wie Alshrafi.

Der Apotheker stützt seinen Kopf auf. „Eigentlich sage ich immer, Berlin ist so schön multikulti, dass man gar nicht verreisen muss.“ Es falle ihm jedenfalls sehr schwer, die Verwandten im Gazastreifen zu wissen, während er in Berlin sicher lebe. Seine kleine Nichte hatte sich bei seiner Abreise verzweifelt an sein Bein geklammert und gefleht: „Onkel, nimm mich mit nach Berlin!“

Spenden kann man abgeben in der Zeppellin-Apotheke, Zeppellinstraße 36–37, Spandau, Tel. 372 86 32, Fax: 372 50 57. Weitere Infos auch bei der palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigung in Deutschland: team-hihfa@live.de

Quelle Tagespiegel.de