GAZA NOTHILFE

Al-hamdu li-llah, Gott sei gelobt, die Kämpfe haben aufgehört, oder zumindest sind sie unterbrochen

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Seit Beginn der Krise ist ein medizinisches Notfall-Team unserer Partner im Einsatz

Wir wissen nicht, von welcher Dauer dies sein wird. Wir beten für Frieden und Schutz für die Schutzbedürftigen. Über Ursachen und Folgen, über Leid und Angst, über die Opfer und die Hinterbliebenen, über all das braucht hier im Einzelnen nichts weiter gesagt zu werden. Auch wenn die Öffentlichkeit hierzulande darüber ganz sicher nicht ausreichend unterrichtet wurde, das, was bekannt ist, genügt, um die Not zu erkennen, die im Gazastreifen herrscht.
Inzwischen haben wir eine Bestätigung erhalten, dass unsere erste Rate zur Finanzierung der Unterstützung für die notleidenden Menschen im Gazastreifen angekommen ist, al-hamdu li-llah. Die zweite Rate ist ebenfalls unterwegs, sie soll inschallah in Kürze dort eingehen. Die Verantwortlichen und die Helfer unserer Partnerorganisation Al-Huda sind bislang gesund geblieben. Das sind gute Nachrichten, und wir beten, dass es so bleibt.

Mit Allahs Hilfe gelang es, unsere Partner in Gaza am zweiten Tag nach dem Angriff telefonisch zu erreichen und seither nahezu täglich mit ihnen in Verbindung zu bleiben. Die Lage war dramatisch, nicht zuletzt auch die Versorgungslage unerträglich schlecht schon vor den Luftangriffen durch die völlige Abriegelung des Gazastreifens. Überhaupt leben ja, abgesehen von manchen Wohlhabenden, die es in Gaza auch gibt, die Menschen dort seit Jahrzehnten in ärmlichsten Verhältnissen. Der einfache Mann muss für alles, was er benötigt, mit zwei Dollar am Tag auskommen. Unsere Partner baten um eine sofortige Notfallhilfe von 15,000 Euro für Lebensmittel und Medikamente. Damit sollten besonders Bedürftige unterstützt werden. Wir haben zugesagt, den Betrag auf den Weg gebracht und die Unterstützerinnen und Unterstützer vom Muslime Helfen zu großzügigen Spenden aufgerufen. Alle überwiesenen Beträge sind bei Al-Huda angekommen.

Als wir vor Jahren in Gaza ein Schulspeiseprojekt für etwa 2000 Kinder begannen, wussten wir natürlich nicht, wie nützlich das auch gerade unter den jetzigen Umständen sein würde. Doch Fakt ist, dass unsere Partner zur Umsetzung dieses Projekts mit einer voll ausgerüsteten Backstube versehen sind und über eine kleine auf das Backen spezialisierte Belegschaft verfügen. Auch sind trotz der allgemein besonders schwierigen Versorgungslage gewisse Mengen an Vorräten notwendig, um den Backbetrieb zur Versorgung der Schulkinder ordentlich durchführen zu können. Diese Vorräte ermöglichten es nun, kleine Brote zu backen und an Flüchtlinge und andere Bedürftige zu verteilen. Der Schulbetrieb ist seit den täglichen Bombardierungen natürlich unterbrochen. Die Schulen dienen jetzt als Notunterkünfte für Menschen, die aus den unmittelbaren Kampfzonen fliehen mussten, um ihr Leben zu retten. So fügt es sich, dass auch die Orte, an denen sich die Flüchtlinge aufhalten, unseren Helfern in Gaza bestens bekannt sind. Es sind dieselben Schulen, an denen sonst täglich den Schulkindern ihr frisch gebackenes Frühstück ausgegeben wurde. Zu den Lieferanten der Backzutaten, vor allem Mehl, besteht auf Grund der mehrjährigen Tätigkeit ein Vertrauensverhältnis. So wurde die erforderliche Ware geliefert, obwohl es klar war, dass die Bezahlung auf Grund der Umstände erst später erfolgen kann.

Da die meisten Bäckereien geschlossen hatten, wurde die Backstube von Al-Huda nun besonders wichtig. Mit täglich 20 000 kleinen Broten, ähnlich unseren Semmeln oder Brötchen, werden etwa 1000 Familien versorgt. Sie kommen aus den Gebieten von Khan Yunis, Rafah und Beit Hanoun. Jede Familie erhält eine Tüte mit 15 Stück Brot und ein Paket Käse dazu. Auch warme Mahlzeiten werden gekocht und verteilt. Kranke können sich an die kleine Ambulanzstation von Al-Huda wenden und werden dort soweit möglich betreut und mit Medikamenten versorgt. Ein medizinischer Dienst besucht auch die Flüchtlinsfamilien in den Schulen und anderen Unterkünften. Sicher, die Not in Gaza ist groß, viel größer, als dass sie allein mit Brot und Medikamenten zu bewältigen wäre. Aber auch die Hilfsbereitschaft ist beeindruckend. Jeder, der guten Willens ist, tut, was in seinen Kräften steht, und was er kann.
Für ein Flüchtlingskind, notdürftig in einer Schule untergebracht, ist es wirklich nicht gleich, ob es vor Hunger weint oder ob es vor Freude lacht, weil es in eine frisch gebackene Semmel beißen kann. Auch für seine Mutter ist das ein großer Unterschied. So unterstützen wir von Muslime Helfen – und damit Sie, die zahlreichen Spenderinnen und Spender, denn wir handeln an Ihrer Stelle – die notleidenden Menschen in Gaza nach unseren Möglichkeiten.
Allen Spenderinnen und Spendern, die auf den „Hilferuf aus Gaza“ geantwortet haben, sei herzlich gedankt, dschasakumu llahu khairan, Gott vergelt’s auf’s Beste. Trotz der wahrlich bedrückenden Lage im Gaza-Streifen haben wir wie gesagt auch gute Nachrichten. Deshalb bitten wir weiterhin um großzügige Spenden. Und vergessen Sie die Notleidenden in Gaza nicht in Ihrem Bittgebet.

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Erste Nothilfe erreicht Bevölkerung in Gaza

Für die Bevölkerung Gazas kam diese Hilfe mehr als ersehnt. Sanktionen und Warenknappheit sorgten in jügster Zeit hierzulande für eine Extremlage unvorstellbaren Außmaßes. Unser Projekt sah ursprünglich vor, Bedürftige mit Nahrungsmitteln zu versorgen und mit Wolldecken auszustatten.

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Lebensmittel für Bedürftige in Khan Younis

Da jedoch zum Zeitpunkt der Projektabwicklung keine Decken mehr im Lande zu erwerben waren, wurde der Betrag über 26.800 Euro gänzlich für Lebensmittel ausgegeben. Statt der geplanten 500 wurden nun 650 Menschen mit Grundnahrungsmitteln versorgt. Am 26. Februar ließ unser örtlicher Partner Al-Huda einigen der bedürftigsten Familien aus den Armenvierteln von Khan Younis Lebensmittel zukommen. Jede Familie erhielt 50kg Mehl, 3L Speiseöl, 3kg Bohnen, 2 Packungen Käse, 2 Konservedosen, 3kg Zucker und 2 kg Nudeln. Dennoch leidet ein Großteil der Menschen leidet nach wie vor unter der Schwerstlage. Die einzige Hoffnung, die die Menschen hier noch haben, ist die auf Hilfe von Außen.

Vollwerthörnchen für Kindergärten im Gazastreifen

Die Vollwertküche im Gazastreifen versorgt auch dieses Jahr wieder Kinder mit nahrreichem Gebäck.

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Vollwert-Hörnchen für palästinensische Kindergartenkinder

Mithilfe unserer Partnerorganisation Al-Huda erhalten seit Januar 2007 etwa 3.000 palästinensische Kinder in Kindergärten in Khan Younis ein halbes Jahr lang Hörnchen, die von erwachsenen Bedürftigen aus dieses Gegend in einer eigens dafür eingerichteten Küche hergestellt werden. Die Hörchenbäcker bekommen für diese Tätigkeit ebenfalls einen kleinen Lohn.

Die Hörnchen werden schonend in salzigen und süßen Varianten zubereitet, verpackt und  an die Kinder im Kindergarten verteilt. mh stellte hierfür 24.486 Euro zur Verfügung.

Update (24.11.2008):

Al-Huda setzte unser Projekt fort und versorgte seit April 2008 wieder 2.000 palästinensische Kindergartenkinder mit Vollwerthörnchen. Dabei verteilte unser Partner insgesamt 2.000 Mahlzeiten.

Viele Kinder kommen hungrig in die Kindergärten. Ohne ausreichende Nahrungsaufnahme sinkt für gewöhnloch die Konzentrationsfähigkeit der Kleinen und verringert auf diese Weise ihren Lernerfolg.

Das Projekt steuert insofern maßgeblich zur mentalen und physischen Entwicklung der Kinder bei. Es lief bis November 2008 und wurde mit rund 16.350 Euro finanziert.

Projekt Olivenbaum

Kaum ein Land ist von wirtschaftlicher Not so gezeichnet wie Palästina. Die jüngeren Entwicklungen im Lande verschärften das ohnehin große Elend der Menschen nur noch. Auch Bauern blieben hiervon nicht verschont

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Hilfe zur Selbsthilfe: Olivenbaumsetzlinge für Bauern

Zwar zählte Palästina nie zu den führenden Oliven- und Ölproduzenten, dennoch: Im Zuge unzähliger Auseinandersetzungen im Lande sind tausende Bäume und Olivenbaumplantagen zerstört worden. Dies hat allen voran Kleinbauern ihre existentielle Grundlage entrissen. Für sie war und ist die Olive in erster Linie ein eigenes Nahrungsmittel oder wird regional verkauft. Dieser große Verlust war nicht nur ein großer ökologischer Schlag für die Palästinenser, es war auch ein regelrechtes wirtschaftliches Desaster.

In Palästina haben viele Menschen den Olivenanbau mit der Zerstörung der Bäume frustriert aufgegeben.

mh möchte ein Zeichen der Hoffnung und Geschwisterlichkeit setzen, neue Olivenbäume pflanzen und die Menschen im Gazastreifen wieder motivieren, sich dem Anbau dieses segensreichen Baumes zu widmen.

Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren 15.000 Jungpflanzen an mehrere hundert Kleinbauern zu verteilen. Mit diesem „Hilfe zur Selbsthilfe“- Projekt konnten unsere Partner vor Ort nun schon zum vierten Mal eine Verteilung von etwa 1.000 Bäumchen veranstalten.

Unsere Baumschule in Khan Younis kultiviert bereits seit 2007 kleine Setzlinge auf dem eigens dafür erworbenen, 1.000 Quadratmeter großen Grundstück.

So sind bisher mehr als 10.000 Bäume gesponsert worden, allein über 8.000 im vergangenen Jahr.

Kürzlich stellte muslimehelfen die sechste Rate zur Fortführung des Projektes in Höhe von 20.070,34 Euro aus.

Helfen auch Sie mit, unser Ziel zu erreichen: Mit nur 11,- Euro können Sie ein Bäumchen stiften!

Fortsetzung der finanziellen Hilfe für Waisenkinder

Seit dem 1. März 2007 werden Waisenkinder im Gazastreifen wieder acht Monate lang finanziell unterstützt. Bereits im letzten Jahr kam Waisenkindern im Gazastreifen eine solche Hilfe zugute.

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Waisenkinder aus Gaza

Die Versorgung der Waisenkinder ist ohne diese Unterstützung nicht gewährleistet. Sie brauchen Nahrung und Kleidung, manche müssen regelmäßig Medikamente einnehmen. 49 palästinensische Waisen erhalten daher mithilfe der Partnerorganisation Al-Huda umgerechnet rund 30 Euro im Monat für ihren Lebensunterhalt.

Die Kinder sind zwischen 1 und 15 Jahre alt und haben mindestens ein Elternteil verloren. Dazu gehören Kinder mit Anämie, Augenproblemen, Gehörschäden, Nierenleiden oder traumatischen Reaktionen. Insgesamt unterstützt mh dieses Projekt mit 13.000 Euro.

Palästina: Notfall Gaza

Seit sechs Monaten ist der Gazastreifen wie ausgestorben. Viele Ortschaften haben sich in regelrechte Geisterstädte verwandelt. 1,5 Millionen Menschen leben nun schon über einem halbem Jahr in völliger Isolation, gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Abgeriegelt vom Rest der Welt müssen sie dabei zusehen, wie ihre Lebensgrundlagen immer weiter schwinden. Die örtliche Regierung hat eine Einfuhrblockade verhängt. Alle Durchfahrtsstraßen sind gesperrt und selbst Grundnahrungsmittel und Medikamente werden in nur unzureichendem Maße und unregelmäßig durchgelassen.

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Es herrscht Warenknappheit vor, die Preise sind astronomisch in die Höhe geschossen und rund zwei Drittel der Bevölkerung bezieht keinen Lohn. Diese Menschen sind völlig verarmt und können sich nicht einmal mehr ihre essentiellen Bedürfnisse erfüllen.

Hinzu kommt eine lang andauernde Unterbrechung der Öl- und Gaszufuhr. Diese ist jüngst erst einmalig gelockert worden, um wenigstens den Betrieb des einzigen Kraftwerkes zu ermöglichen, der zuvor wegen des Treibstoffmangels seine Produktion stilllegen musste.

Die verhängte Sperre birgt gerade in diesem eisigen Winter viele Gefahren für die palästinensische Bevölkerung. So sind Menschen genötigt, sich mit Kerzen zu wärmen, da keine Heizung mehr funktioniert. Und wie so oft, zieht ein Übel ein weiteres nach sich. So hindert ihre Armut viele daran, sich Decken zu erwerben, was angesichts des Marktpreises nicht verwundert, denn zwei Wolldecken und Gaslicht kosten 50 Euro.

Auch die Krankenhäuser bleiben nicht verschont. Durch den Stromausfall können viele Geräte nicht mehr bedient werden, während zur gleichen Zeit keine neuen Medikamente den Weg ins Innere Gazas finden. Indessen verringert sich der alte Medikamentenvorrat.

Und nun droht eine vollkommene Einstellung aller Lieferungen.

muslimehelfen leitet daher ein Hilfsprojekt ein, das 500 Menschen in Khan Younis mit Wolldecken und Lebensmitteln ausstatten soll. Die Hilfe soll größtenteils existenziell gefährdete Familien und Arbeitslosen zugute kommen. Das Projekt ist vorerst auf einen Monat ausgelegt und wird mit 26.800 Euro finanziert.