„9 Days in Palestine“ documentary by Frank Barat.

Das Unwetter in Gaza & das Leben in Zelten

Hallo

folgendes Video spricht für sich. Es ist zwar auf arabisch, aber die Bilder reichen aus, um zu verstehen worum es geht.

Das Unwetter ist mittlerweile auch in Gaza angekommen und viele Familien leben noch in Zelten. Im folgenden Video ein Beispiel.

http://www.aqsatv.ps/ar/win_vid_arch.php?vid=417

Wichtig ist anzumerken, dass bis heute keine Baumaterialien etc. nach Gaza durchgelassen werden und somit die zerstörten Häuser, welche während dem Krieg auf Gaza zerstört wurden, nicht wieder aufgebaut wurden. Die Zelte halten dem Unwetter nicht stand, sondern werden durch dieses zerrissen und geraten ins Wackeln.

Die Menschen im Video sagen aus, dass sie nur ein Dach über dem Kopf haben wollen, um wie vernünftige Menschen leben zu können, was allerdings nicht möglich ist, solange kein Baumaterial von den Israelis nach Gaza durchgelassen wird oder die Blockade aufgehoben wird.

Hier herrscht bereits der Faschismus

von Yossi Sarid

03.09.2010 — Ha’aretz

Israels Demokratie ist hauptsächlich Dekoration, so wie ein Baum, der nur aus Schönheitsgründen wächst, keine Früchte trägt. Nur wenige Menschen nutzen sie oder die Rechte, die sie bringt. Viele sind lediglich froh, bei den Knessetwahlen mit abzustimmen, sogar deren Anzahl wird langsam immer geringer.

Stammt die Passivität der israelischen Staatsbürger von Faulheit, Apathie oder Hoffnungslosigkeit? Das Gefühl, keinerlei Einfluss nehmen zu können oder irgendetwas ändern zu können?

Wenn Regierungen genügen, damit Länder funktionieren, ist die Regierung unnachgiebig und schreibt der Opposition (ihre) Politik vor – mit einer Opposition, die sich aus solchen Personen zusammensetzt wie Tzipi Livni, Shaul Mofaz und Tzachi Hanegbi, ist das bestimmt möglich. Eine Demokratie, die langsam verkümmert, die nicht täglich genutzt wird, wird zu einem überflüssigen Instrument.

Aber hier finden wir ein Paradox: Diejenigen, die gegen die Demokratie ankämpfen, um sie zu zerstören und an deren Stelle einen alternativen Staat zu errichten, sind genau die Menschen, die wissen, wie man die Demokratie in vollen Zügen instrumentalisiert. Sowohl die Siedler, als auch die Rabbiner, die ihre Studenten lehren, wie „ihr jüdischer Staat“ aussehen wird, wissen es. In den letzten Monaten scheint es so, als ob der Faschismus bereits hier angekommen sei und direkt hinter der Mauer wartet.

Sogar der Genius unserer Zeit – für den das Oberste zuunterst gekehrt wurde – weiß es, wenn er durch seine wöchentlichen Heißluft-Emissionen Recht spricht. Sie brauchen die Demokratie, um sie wegzuwerfen.

Hier und da gibt es ein paar, die wenigen, die in der Wüste verloren waren, schwören ihnen ab, aber dann stürzen sie sich plötzlich auf sie – sowohl auf die Regierung als auch auf die Rabbiner, um sie zu verängstigen und verbieten ihnen den Mund. Was kann ein Mensch, der protestieren will, tun, wenn seine Seele aufgrund derer, die töten und derer, die getötet werden, verzweifelt ist? Wenn seine Seele von der Besatzung genug hat und alles, was er will, ist, dass es ihr nicht gelingt, seine Wünsche ( auch noch ) zu beherrschen? Was bleibt jemanden zu tun, wenn er sein eigenes und unser aller Seelenheil sucht?

Wenn er an dem populären Kampf gegen den Trennungszaun teilnimmt, wird er außerhalb des Friedhofszaunes begraben; wenn er in Sheikh Jarrah demonstriert, wird er die strenge Hand der Polizei spüren: wenn er ein Universitätsdozent ist, werden sie Wachhunde auf ihn hetzen im Namen des Zionismus; wenn er zu einer Theatergruppe gehört und jemand ist, der immer noch die Grüne Linie vor seinem geistigen Auge sehen kann, werden sie seine Einkommensquelle bedrohen; wenn er Schuldirektor ist, der nicht die Siedlungen zu unterstützen versucht, sondern versucht, sie seinen Schülern einzuprägen, wird man für ihn nach einer anderen Institution/Stelle Ausschau halten, weil dies nicht so ist, wie wir das tun; wenn es einen Richter gibt, der zu leugnen wagt, dass Sicherheit die höchste Bedeutung hat, werden sie ihm die Schuld am Blutvergießen geben; wenn er ein Journalist ist, der sich weigert, in den Chor mit einzustimmen, werden Schreie laut, seine Zeitung zu boykottieren; wenn er ein Bürger ist, der ein Kind beschützen will, das mit der Vertreibung aus seinem Land bedroht wird, wird er auch zum Volksfeind abgestempelt und so gibt es noch viele …

Was für eine stupide Regierung. Wenn solche Menschen nicht da gewesen wären, um die Zäune zu durchbrechen und sich zu behaupten, müssten Benjamin Netanyahu, Limor Livnat und Gideon Sa’ar sie dazu auffordern, um eine Sonderklausel im Budget zu finden, sie zu unterstützen. Letztlich sind diese ihre Alibis und der letzte lebende Beweis eines demokratischen Regierungs-Systems in Israel.

Ohne sie bliebe die Regierung übrig, mit dem aufgeblasenen Eli Yishai und Rabbi Ovadia Yosef, die ständig nur heiße Luft von sich geben, aber um Himmelswillen nicht als das nationale Skunk (Stinktier) abgestempelt werden sollten. Der Premierminister behauptet, dass er nichts hören kann und alle Minister halten ihren Mund, genau wie er. Wie einfach ist es, die linken Künstler zu Beginn der Kabinettsitzung zu verurteilen und zu drohen, sämtliche Lichter auf ihrer Bühne auszuschalten.

Nächste Woche tritt der Präsident seine jährliche Pilgerreise zu dem Rabbi an, um ihm ein frohes neues Jahr zu wünschen, ein Jahr, in dem all sein Verlangen und all seine Wünsche erfüllt werden sollen.

Übersetzt von: Inga Gelsdorf

Firas Maraghy – Hungerstreik vor der israelischen Botschaft in Berlin (Tag 20)

Hallo zusammen,

ich verlinke hier den Link zu Infos bzgl. den seit 20 Tagen in Hungerstreik befindenden Firas Maraghy. Firas Maraghy ist ursprünglich aus Jerusalem und kam nur vorrübergehend nach Deutschland, damit seine Ehefrau ihr Studium hier abschließt. Nun hat ihm die israelische Botschaft in Berlin die Rückkehr nach Jerusalem komplett verweigert, was er nicht einsehen möchte. So befindet er sich seit 20 Tagen in einem Hungerstreik und trinkt nur Wasser. Bisher ohne Reaktion der Israelis.

Mehr Infos zu diesem Fall unter:

http://www.ipk-bonn.de/glossar/FirasMaraghy.html

Tochter zur Mutter: Mama, sind das die Juden, die Papa mitgenommen haben?

Die herzzerreißende Geschichte von Sausan Mariish


Westbank.

Erschöpft auf ihrem Bett im Krankenhaus liegend trägt sie in sich eine herzzereißende Geschichte gefüllt von Schmerz, Sehnsucht und Trauer.

Es geht um die 41-jährige in Nablus geborene Sausan Mariish. In ihren Augen spiegelt sich eine Geschichte des Schmerzes wieder, welche nicht von den israelischen Besatzern, sondern von  Fateh angehörigen Milizien in der Westbank, welche unter Führung von Mahmud Abbas stehen, welche ihr Leben und das ihrer ganzen Familie in einen Albtraum umgeben von Durchsuchungen und Gefängnissen umgewandelt hat.

Ihr 47-jährige Ehemann wurde schon sechs Mal festgenommen, drei von durch die israelische Armee und drei durch die Milizen von Fateh. Dabei hielt sie, wie bis derzeit auch, zu ihrem Ehemann und kümmerte sich weiterhin um das Haus und ihre gemeinsamen Kinder.

Jedoch blieb es nicht bei dem Schmerz wegen der Verhaftung ihres Mannes. Ihre Kinder Nabih, Sana, Sama, Dania und Thamar beklagen gesundheitliche ernsthafte Probleme. Nabih muss am Rücken operiert werden. Er beklagt Rückenschmerzen, welche durch eine verrutschte Wirbelsäule verursacht werden. Sana hingegen beklagt Schmerzen im Herzbereich. Sama wartet ebenfalls auf eine Operation, da sie ein Loch im Herzen hat. Die 2,5 jährige junge Dana beklagt ständige Probleme im Ohrenbereich.

Als wäre der Schmerz nicht schon groß genug und als hätte sie es nicht schon schwer genug ohne Mann an der Seite und ernshaft kranken Kindern, so wurde sie ebenfalls Opfer der Brutalität der Fatah Milizen mitten auf der Straße. Ihre Tochter neben ihr stehend, fragte sie: Mama, sind das die Juden, die Papa mitgenommen haben? Kaum den Satz ausgesprochen, wird dieser vom Geschrei ihrer Mutter übertönt, denn nun wird auch noch geschossen, denn die Fatah Milizen sahen diesen Satz des kleinen Kindes wie einen Angriff auf sie.

Ihr Mann wird währenddessen von einem Gefängnis in das andere geworfen. So war er 29 Monate im israelischen Gefängnis und kaum kam er aus diesem raus, wurde er vom Gefängnis von Fateh Milizen empfangen. Auch gegenwärtig befindet sich ihr Mann im Gefängnis und es kam mehrere Male vor, dass seine Ehefrau von Fateh Milizen zu Anhörungen verschleppt wurde.

Nein immer noch nicht genug! Schon 4 Mal haben die Fateh Milizen Sausan zur Verhörung verschleppt, aber natürlich darf die Gewalt nicht fehlen. Ihre Verschleppungen sahen so aus, dass Milizen in ihr Haus gestürmt sind, alles zerstört haben und die Kinder in Angst und Schrecken versetzten. Das in der Zeit, wo ihr Mann sich auch im Gefängnis befand.

Die Mutter bechreibt die Lage ihrer Kinder mit folgenden Worten: „ Die Herzen meiner Kinder sind mit Angst versetzt und besonders bei meinen jüngeren Töchtern. Meine größte Angst galt meine Tochter Sama wegen ihrer Herzprobleme. Ihr Herz verträgt nicht sowas mit anzusehen. Sie fing wieder an zu weinen und beklagte wieder ihre Schmerzen im Bereich, wo sie ihre letzte Operation hatte.“

Das letzte Mal, wo man sie selbst inhaftiert hat, ist nicht lange her. So ging sie zu einem Sitz von Fateh, um sich über ihren Mann zu erkundigen. So haben diese sie von 10 Uhr morgends mit 16,30 Uhr in ein Gefängnis gesperrt, nachdem sie sie bis auf kleinste Detail und auf beschämende Art und Weise untersuchten. Sie warfen sie in ein Zelle, wo sich nur eine Matratze befand. Dass sie an Diabetes und Bluthochdruck leidet, interessierte die Fatah Milizen nicht. Dabei hat sie aufgrund dieser Krankheiten schon 31 Operationen hinter sich bringen müssen.

Leider hat dies einen negativen Effekt auf ihre Gesundheit angenommen. Ihre gesundheitliche Lage verschlechterte sich so sehr, dass sie nun wieder ins Krankenhaus musste und vorerst auch dort bleiben muss. Ihre Kinder bleiben somit vorerst allein ohne ihre Eltern.

Es handelt sich hier um eine aktuelle Geschichte. Wer möchte kann ebenfalls auf dem unten eingeblendeten LInk die Unterlagen von den Ärzten durchlesen, worauf ihre schlechte gesundheitliche Lae hingewiesen wird.

Anmerkung: Es handelt sich hier um eine ungefähre Übersetzung des unteren Links!

Mehr Infos unter: http://paltimes.net/arabic/read.php?news_id=116399 (arabisch)

Routine: Misshandlung von Jugendlichen durch israelische Armee

 46163126 arrest466 Routine: Misshandlung von Jugendlichen durch  israelische ArmeePalästinensische Jugendliche werden in Gewahrsam routinemäßig von israelischen Soldaten misshandelt, gibt ein ehemaliger israelischer Militärkommandeur gegenüber Katya Adler, BBC Berichterstatterin für Jerusalem und das Westjordanland zu.

“Man schnappt sich den Jungen, verbindet ihm die Augen, fesselt seine Hände. Dabei zittert er heftig … manchmal fesselt man auch seine Füße. Dies kann ihm die Blutzirkulation abschnüren. Er bekommt nichts davon mit, was um ihn herum vorgeht, und hat keine Ahnung, was mit ihm geschehen wird. Er weiss nur, dass wir Soldaten mit Gewehren sind. Dass wir Menschen töten. Vielleicht fürchtet er, dass wir auch ihn töten. Oftmals bepinkeln sie sich, sitzen einfach da und pinkeln sich in die Hosen, weinen. Aber normalerweise sind sie sehr ruhig.”

Eran Efrati war früher Kommandeur in der israelischen Armee. Er diente im besetzten Westjordanland.

 46163128 soldier226 Routine: Misshandlung von Jugendlichen durch  israelische ArmeeIn einem Park in Jerusalem treffen wir ihn, um über Anschuldigungen gegen israelische Soldaten wie ihn zu diskutieren, sie würden häufig palästinensische Minderjährige, die des Steinewerfens beschuldigt werden, misshandeln. Mr. Efrati – der vor fünf Monaten die Armee verlassen hat – sagt, die Anschuldigungen seien berechtigt:

“Nie habe ich jemanden verhaftet, der jünger war als zehn Jahre, aber 14, 13, 11, für mich sind das noch Kinder. Doch sie werden wie Erwachsene behandelt. Jeder Soldat, der in den besetzten Gebieten gedient hat, kann ähnliche Geschichten erzählen. Die ersten Monaten nachdem ich die Armee verlassen hatte träumte ich die ganze Zeit von Kindern. Jüdischen Kindern. Arabischen Kindern. Sie schrien… Womöglich werden dem Jungen die Augen verbunden, damit er unsere Militärbasis nicht sehen kann und wie wir arbeiten… aber ich glaube wir machen das, weil wir seine Augen nicht sehen wollen. Man will nicht dass er uns ansieht, uns anfleht aufzuhören, vor uns weint. Es ist sehr viel einfacher, wenn wir seine Augen nicht sehen können.

“Wenn ein Junge dort in unserer Militärbasis sitzt – ich habe es nicht getan – aber niemand sieht in ihm ein Kind – wenn dort jemand mit verbundenen Augen und Handschellen sitzt, dann hat er wahrscheinlich etwas wirklich Schlimmes getan. Es ist in Ordnung ihn zu schlagen, ihn zu bespucken oder zu treten. Es ist wirklich egal.”

Junge Palästinenser werden meist festgenommen, weil sie Steine auf Siedler oder israelische Soldaten werfen. Dies ist, so sagen sie, die einzige Möglichkeit ihrer Frustration gegen die militärische Besatzung ihrer Heimat durch Israel Luft zu machen.

In Bil’in, einem Dorf im Westjordanland, organisieren Palästinenser wöchentlich Demonstrationen gegen Israel’s Separationsmauer. Israel sagt die Mauer sei notwendig, um Angriffe gegen seine Bürger zu unterbinden. Palästinenser nennen es Landraub. Sie sagen die Mauer mache ihnen das Leben noch schwerer. Israelische Soldaten beobachten die Proteste von der anderen Seite der Mauer aus.

Nächtliche Verhaftungen

 46163127 bilinkids 3101 466afp Routine: Misshandlung von  Jugendlichen durch israelische ArmeeNeulich auf einer dieser Demonstrationen beobachtete ich eine Gruppe palästinensischer Jungen, wie sie zwischen den Olivenbäumen umherliefen, Steine sammelten und diese gegen Soldaten warfen. Manche benutzten Steinschleudern. Viele verbargen ihre Identität hinter Tüchern oder Schals, die sie um ihre Gesichter gewickelt hatten. Die Soldaten antworteten mit Tränengas und Schallgranaten. Manchmal schossen sie auch gummiummantelte Stahlgeschosse.

Nach solchen Vorkommnissen greifen israelische Soldaten häufig das Dorf an. In der Regel mitten in der Nacht. Die Verhaftungen können brutal sein.

“Ihre Gesichter waren bemalt als sie ihn holen kamen. Es war erschreckend. All diese Soldaten für einen Jungen. Im Jeep haben sie ihm Gewichte aus Eisen auf den Rücken gelegt und ihn den ganzen Weg zum Gefängnis geschlagen. Er konnte eine Woche lang nicht aufstehen.”

 46163131 boy226 Routine: Misshandlung von Jugendlichen durch  israelische ArmeeMohammad Ballasi’s 15-jähriger Sohn Mohammad wurde wegen Steinewerfens von israelischen Soldaten verhaftet. Wir trafen ihn und seine Frau vor einer israelischen Militärbasis im Westjordanland. Palästinensische Jugendliche werden vor Militärgerichte gestellt. Als Minderjährige werden dort Palästinenser unter 16 Jahren angesehen. In israelischen Zivilgerichten gelten unter 18-Jährige als minderjährig.

Mohammad’s Eltern sahen ihn zum ersten Mal nach seiner Verhaftung zu seinem Gerichtsverfahren vor zwei Wochen. Er bekannte sich dort schuldig.

“Wenn man so geschlagen wird, sagt man selbst gegen die eigene Mutter aus,” sagt Suad Ballasi und unterdrückt seine Tränen. “Er ist ein Kind. Seine Freunde spielen auf der Straße während er in Handschellen sitzt. Ich konnte vor Gericht nicht aufhören zu weinen. Es fühlt sich an als würde mein Herz explodieren.”

Die Menschenrechtsorganisation “Defence for Children International” (DCI) hat in einem Bericht das israelische Militär der systematischen und institutionalisierten Misshandlung und Folter palästinensischer Kinder beschuldigt.

Gerard Horton ist ein Anwalt bei der DCI. Er sagt, Mohammad Ballasi’s Geschichte sei keine Ausnahme.

“Wir hören immer wieder von solchen Vorfällen. Israel hat die UN Konvention gegen Folter unterzeichnet – und auch die UN-Kinderrechtskonvention. Auch nach dem internationalen Gewohnheitsrecht ist es verboten, -insesondere Kinder- zu misshandeln und zu foltern.”

Er erzählte mir, Israel habe letzes Jahr 9.000 Palästinenser verhaftet – davon waren 700 Kinder. Mr. Horton sagt, die Militärgerichte stünden unter Druck, Fälle schnell zu bearbeiten.

Die Organisation DCI glaubt es wäre im Interesse von gleichsam Erwachsenen wie Kindern, auf schuldig zu plädieren. Gerard Horton sagt, Palästinenser die sich gegen die gegen sie vorgebrachten Anklagen verteidigen, würden im Endeffekt höhere Strafen erhalten.

Mohammad Khawaja war gerade 13 geworden, als er verhaftet wurde. “Sie haben mich am Kragen gepackt und aus dem Haus gezerrt. Je mehr ich weinte, desto mehr haben sie mir zugesetzt,” erzählt der Junge. “Meine Mutter schrie. Sie zogen mich über den Boden. Meine Knie bluteten. Sie schlugen mich mit ihren Gewehren und traten nach mir den ganzen Weg bis zum Jeep. Sie fesselten meine Hände und Füße, verbanden mir die Augen und ließen mich 24 Stunden dort ausharren. Ich dachte ich würde sterben. Später verlangten Vernehmungsbeamte von mir, dass ich andere Leute anschwärze. Ich wollte es nicht. Sie schlugen mich mit Plastikstühlen. Ich musste ein Dokument unterschreiben, das auf hebräisch verfasst war. Weder lese noch spreche ich hebräisch. Weil ich es unterzeichnet hatte sperrten sie mich ein.”

Das israelische Militär weist jegliche Anschuldigungen zurück, die Mißhandlung palästinensischer Jugendlicher sei Routine, doch man müsse ja auf der Hut sein vor palästinensischen Kindern, die in “Akte des Terrors” involviert seien.

Alpträume

Oberstleutnant Avital Leibowitz ist Sprecherin der israelischen Armee. “Auch wenn es nur ein Stein oder ein Molotov-Cocktail ist – es sind tödliche Waffen. Es spielt keine Rolle wer es getan hat – es sind tödliche Waffen,” sagt sie. “Wir erwischen fast jede Woche einen 14- oder 15-Jährigen mit einem Sprengstoffgürtel oder einer Granate an einem der Checkpoints. Wir leben in dieser Situation, und da wir uns verteidigen und diese Terroristen bestrafen müssen haben wir keine Wahl als sie zu finden und zu bestrafen – und zu hoffen dass es sich nicht wiederholt.”

Mohammad Khawaja hat nicht mehr richtig geschlafen seit die Soldaten gekommen sind. Er meint, die Alpträume wollten einfach nicht verschwinden.

Menschenrechtsgruppen appelieren an die internationale Gemeinschaft, die Vergehen Israels’  gegen Kinderrechte zu untersuchen.

Quelle: BBC

http://www.ism-germany.net/2009/08/10/routine-misshandlung-von-jugendlichen-durch-israelische-armee#more-1255

Interview mit George Galloway- Situation ist „verzweifelnd“

Hilfskonvoi erreicht Gaza

Galloway beschreibt Situation als „verzweifelt“

von Amy Goodman

08.01.2010 — Democracy Now! / ZNet

Juan Gonzalez:

Ein humanitärer Hilfskonvoi mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe hat Gaza erreicht – fast einen Monat, nachdem er von Großbritannien aufgebrochen war. Die ersten TeilnehmerInnen des Viva-Palestina-Konvois überquerten am Mittwoch den ägyptischen Grenzübergang Rafah. Es wird davon ausgegangen, dass sie die nächsten 48 Stunden damit zubringen werden, die Hilfsgüter zu verteilen.

Der Konvoi war über eine Woche lang aufgehalten worden, nachdem es zu einem Streit mit der Ägyptischen Regierung gekommen war. Wenige Stunden, bevor der Konvoi gestern nach Gaza passieren konnte, wurde ein ägyptischer Soldat bei Zusammenstößen mit palästinensischen Demonstranten erschossen, die sich an der Grenze versammelt hatten, um gegen die Verzögerung zu protestieren. Mindestens 35 Palästinenser wurden verwundet. Am Dienstag war es zu Zusammenstößen zwischen ägyptischen (Sicherheits-)Kräften und Teilnehmern des Viva-Palestina-Konvois gekommen, bei denen mindestens 50 der TeilnehmerInnen verletzt wurden.

Amy Goodman:

Ägypten und Israel unterhalten seit 2007 eine strikte Blockade des Gazastreifens. Nur absolut notwendige Güter der Grundversorgung werden durchgelassen. Der Viva-Palestina-Konvoi für Gaza kommt ein Jahr nach den drewöchigen israelischen Angriffen, bei denen über 1300 Palästinenser getötet wurden.

Der britische Parlamentarier George Galloway steht an der Spitze des Viva-Palestina-Konvois. Er ist uns nun per Telefon aus Gaza zugeschaltet.

Willkommen bei Democracy Now!

George Galloway:

Danke. Guten Morgen.

Amy Goodman:

Können Sie uns sagen, was passiert ist? Wir haben gehört, dass mehrere Leute Ihres Konvois zusammengeschlagen und verletzt wurden, so dass sie ins Krankenhaus kamen.

George Galloway:

Ja, in der Tat wurden 55 verwundet – einige sogar  ziemlich ernst.10 mussten ins Krankenhaus, aber alle konnten gemeinsam mit uns nach Gaza einreisen. Allerdings haben wir eine ‚Kollektion‘ von Kopfverletzten und Bandagierten und Leuten mit blutigen Gesichtern oder blutigen Klamotten in unserer Mitte.

Dies zeigt recht deutlich die Rolle der Ägyptische Regierung bei der Belagerung. Gerade haben Sie es auf bewundernswerte Weise beschrieben. Es gab absolut keine Provokation. Es war ein Angriff auf unbewaffnete Zivilisten – sehr beängstigend und brutal. Natürlich passt das zu der Art, wie vor wenigen Tagen mit Teilnehmern des ‚Gaza Freedom March‘ umgesprungen wurde – im Zentrum von Kairo und mitten in der Touristensaison.

Juan Gonzalez:

Wie berichteten die ägyptischen Medien über die Attacke? Hatte die Berichterstattung  irgendeinen Einfluss auf die Entscheidung der Ägyptischen Regierung, den Konvoi endlich passieren zu lassen?

George Galloway:

Nun, die gute Nachricht ist, dass niemand in Ägypten die ägyptischen Medien schaut. Alle schauen panarabische Sender, wie Al-Dschasierah – Satelliten-Sender, die die Mauern der Zensur in den Diktaturen der arabischen Welt durchbrochen haben. Daher erfuhren alle Ägypter, was in dem kleinen Hafen el-Arish passiert ist. Die große Mehrheit – davon bin ich überzeugt -, lehnt die Geschehnisse kategorisch ab, verurteilt sie sogar.

Das ägyptische Volk steht absolut hinter den belagerten Palästinensern. Leider haben sie in dieser Hinsicht eine schlechte Regierung, die eine ziemlich miese Rolle spielt – wenige Meter von dem Ort entfernt, an dem ich hier stehe: Die Ägypter bauen eine Mauer der Schande. Dies geschieht mit Hilfe des US-Militärs. Man versucht, die Tunnel zu unterdrücken. Die Tunnel sind aber die einzige Möglichkeit, Leben nach Gaza zu bringen – Schafe, Hühner – oder Petroleum und Benzin und andere Dinge, die das Leben aufrechterhalten, abgesehen von Medizin. Ich muss etwas korrigieren, was Sie vorhin in der Einleitung gesagt haben: Sie sagten, wir brächten Lebensmittel und Medizin (nach Gaza), aber wir bringen nur Medizin, denn Lebensmittel dürfen nicht über den Grenzübergang Rafah von Ägypten nach Gaza transportiert werden. Lebensmittel müssen durch die israelischen Linien. Sie sagen, sie seien besorgt um die Sicherheit der Qualität der Lebensmittel. Sie wollten keine Lebensmittelvergiftungen in Gaza. Sie verstehen schon.

Amy Goodman:

Können Sie uns die Situation in Gaza schildern? Seit dem Angriff auf Gaza ist ein Jahr vergangen. Sie haben bereits letztes Jahr versucht, Hilfe nach Gaza zu bringen.

George Galloway:

(Die Situation) ist verzweifelt. Ich möchte Ihnen nur ein kleines Beispiel nennen. Ich bin hier in einem ziemlich netten Hotel untergebracht. Allerdings gibt es in diesem Hotel nichts zu essen. Es gibt kein Essen zum Frühstück und kein Mittagessen. Ich erwähne dies nur, um Folgendes zu illustrieren: Wenn es schon im besten Hotel von Gaza nichts zu essen gibt, dann können Sie sich vorstellen, wie die Menschen hier leiden. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie palästinensische Frauen und Mädchen durch die frühen Morgennebel gehen und auf Müllhaufen herumwühlen. Sie durchsuchen die Müllhaufen, auf der Suche nach Nahrung. Das ist eine absolut skandalöse Situation für ein muslimisches Land im Jahre 2009/2010.

Amy, erinnern wir uns daran, wie es dazu gekommen ist. Dies ist menschgemacht und keine Naturkatastrophe. Menschen haben dies verhängt, um das palästinensische Volk zu strafen, weil es in einer freien Wahl eine Partei gewählt hat, die Israel und die Großmächte – einschließlich mein und Ihr Land – nicht leiden können. Ich selbst hätte nicht für sie (Hamas) gestimmt. Ich bin kein Unterstützer der Hamas. Doch die Einzigen, die das Recht haben, die Führung der Palästinenser zu bestimmen, sind die Palästinenser selbst.

Amy Goodman:

Sie sind ein Mitglied des Britischen Parlamentes. Haben Sie sich mit irgendjemandem aus der ägyptischen Führung getroffen? Gibt es eine Erklärung, warum der ‚Gaza Freedom March‘ nicht durchgelassen wurde? Man ließ nur rund 100 TeilnehmerInnnen durch. Viele haben unter diesen Bedingungen abgelehnt. Warum hält die Regierung Ägyptens diese Friedensaktivisten davon ab, nach Gaza zu gehen?

George Galloway:

Nun, ich bin froh, sagen zu können, dass wir bei jedem Schritt darauf bestanden haben, dass unser gesamter Konvoi nach Gaza hinein darf. Wir haben uns geweigert, el-Arish ohne unsere „Gefangenen“ zu verlassen (6 von uns, die von (Sicherheits-)Kräften der Ägyptischen Regierung gefangen gehalten wurden). Wir haben es auch nicht akzeptiert, dass einige TeilnehmerInnen des Konvois aus Ägypten ausgewiesen werden sollten. Sie sollten ursprünglich ausgeschlossen werden, aber am Ende kamen alle gemeinsam mit mir nach Gaza hinein. Was die Solidarität angeht, so bin ich stolz auf das Erreichte.

Nein, es gibt keine Erklärung vonseiten des ägyptischen Regimes – überhaupt nicht. Wie auch? Wie könnte man irgendjemandem verständlich machen, dass Ägypten – ein Land, im Herzen der arabischen Welt – an einer Mauer der Schande baut, die diese leidenden Menschen einschließen soll? Im Grunde hofft man, sie auszuhungern, damit sie aufgeben. Aber wenn sie nicht aufgeben, sollen sie dann etwa sterben?

Juan Gonzalez:

George Galloway, wie schätzen Sie die Palästinenserführung ein, wenn es um das Thema US-Politik geht? Die Obama-Administration ist ja nun ein Jahr alt. Einerseits hat Obama versucht, auf die arabische Welt zuzugehen – in einer Weise, wie es die Bush-Administration niemals tat -, aber wenn es um Palästina und den Konflikt mit Israel geht, ist nicht viel von Wandel zu erkennen.

George Galloway:

Nun, leider muss ich Ihnen sagen, Juan, dass hier, in Palästina, eine große, bittere Enttäuschung herrscht – in erweitertem Sinne auch über die Rolle, die Präsident Obama derzeit spielt, beziehungsweise nicht spielt. Ich selbst war einer von denen, die in ihren Radio- und Fernseh-Shows etc. für Barack Obamas Wahl eingetreten sind. Ich bemühte mich sehr, linksgerichtete Menschen davon zu überzeugen, dass sie eine utopischen Fehler begehen würden, sollten sie Obama nicht unterstützen. Und seine Rede in Kairo war ein prächtiges Stück Arbeit. Es war hypnotisierend. Es überzeugte die öffentliche Meinung Arabiens, dass es – nach den Bush-Jahren – endlich etwas Hoffnung für uns gab. Doch in der Praxis ist seine Politik – wenn wir unterstellen, dass Hillary Clinton für deren Umsetzung zuständig ist -, für die Menschen hier genau dieselbe wie die der Bushiten. Darüber herrscht bittere, bittere Enttäuschung.

Amy Goodman:

George Galloway, vielen Dank, dass sie uns zugeschaltet waren. George Galloway ist Abgeordneter des Britischen Parlamentes. Er hat den Konvoi ‚Viva Palestina‘ geleitet. Der gesamte Konvoi gelangte gestern – über Ägypten – in den Gazastreifen. Zuvor hatte es enorme Konflikte gegeben. Eine Reihe der (Delegierten) TeilnehmerInnen des Konvois waren zusammengeschlagen worden.

http://zmag.de/artikel/hilfskonvoi-erreicht-gaza