Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – Teil 1 : Interview des New Left Project mit Norman Finkelstein

von Norman G. Finkelstein

18.07.2010 — NLP / ZCommunications

Norman Finkelstein gehört weltweit zu den wichtigsten öffentlichen Intellektuellen, die über den israelisch-palästinensischen Konflikt schreiben. Er hat etliche Bücher zum Thema verfasst. Eines davon trägt den Titel: ‚Beyond Chuzpah‘. Darin beschäftigt er sich ausführlich mit der israelischen Menschenrechtsbilanz. Sein neues Buch, das vom ‚New Left Project‘ (NLP) besprochen wurde (1), heißt: ‚This Time We Went Too Far‘ und analysiert das Gaza-Massaker und dessen Folgen. Ich traf mich mit Finkelstein in seinem Apartment in Brooklyn. Wir diskutierten – quasi als Gleichgesinnte – über das intellektuelle Klima in den Staaten seit dem Angriff auf die Gaza-Flotte, über die Vorteile bestimmter Anti-Besatzungs-Strategien und über Tony Blair.

NLP:

Was ist die Wurzel des Konflikts? Worum geht es?

Norman Finkelstein:

Der Grundkonflikt ist schon zu begreifen, wenn man ganz einfache (konventionelle) Begriffe verwendet: Es geht um ein Volk, das unter einer Besatzung leidet und versucht, dieser Widerstand zu leisten. Ich glaube nicht, dass man sehr viel tiefer schürfen muss, um zu begreifen, was die Palästinenser gegen die Situation haben, in der sie heute stecken. Ich denke auch, dass sich Israel wie die meisten Besatzer aufführt – vor allem sind Besatzer schwer wieder loszuwerden. Es war nicht leicht, die Franzosen zum Abzug aus Algerien zu bewegen oder die Russen zum Abzug aus Afghanistan. Es war nicht leicht, die Amerikaner dazu zu bewegen, aus Vietnam abzuziehen, und es ist eben keine leichte Sache, die Israelis aus den besetzten Palästinensergebieten heraus zu bekommen. Aber ich denke nicht, dass man allzu tief nach Gründen suchen muss. Natürlich gibt es noch andere Ebenen. Doch die grundlegende Tatsache ist, den Palästinensern werden nicht nur ihre fundamentalen Menschenrechte vorenthalten, sondern diese israelischen Wichtigtuer enteignen auch langsam und unerbittlich die Heimat der Palästinenser.

NLW:

Bei einer kürzlichen Diskussion zwischen Zeev Sternhell und Gabriel Piterberg (2) in der ‚New Left Review‘ ging es u.a. darum, ob das Modell ‚Siedler/Kolonialismus‘ auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt übertragbar ist. Halten Sie etwas davon?

Norman Finkelstein:

Ich denke, diese Modelle sind auf einer so hohen Abstraktionsebene angesiedelt, dass sie in jeden Schuh passen – falls man es will. Sind sie Siedler? Ja. Kolonialisieren sie? Ja. Diese beide Tatsachen werden von den Israelis gar nicht bestritten. Während der (britischen) Mandatszeit bezeichneten sie sich selbst als ‚Jewish Colonialization Association‘. Sie streiten nicht ab, dass sie kolonialisieren, und sie streiten auch nicht ab, dass sie Siedler sind. Auf dieser Abstraktionsebene würde kaum ein ehrlicher Israeli widersprechen. Ich denke, der entscheidende Punkt – und der sollte etwas ausführlicher behandelt werden -, ist, dass der Zionismus aus zwei Komponenten besteht. Zunächst einmal ist er eine Ausgeburt des Imperialismusrojekts des ausgehenden 19. Jahrhunderts, und daher Teil des europäischen Imperialismus. Andererseits war der Zionismus aber auch Ausdruck des osteuropäischen Nationalismus. Einige Komponenten des Zionismus leiten sich folglich von einem konventionellen Imperialismus ab, andere wiederum von einem konventionellen Nationalismus. Ich glaube, wenn Sie nicht beides begreifen, werden Sie den Zionismus nie wirklich begreifen können.

NLP:

Ein romantischer Nationalismus also?

Norman Finkelstein:

Ja, eine konventionelle Form des romantischen Nationalismus. Wenn man sich mit den Arbeiten von Hans Kohn beschäftigt – er war in den 40gern und 50ger Jahren der wichtigste Historiker auf dem Gebiet des Nationalismus -, wird einem schnell klar, dass der Zionismus eine ziemlich typische Form des romantischen Nationalismus ist – des Blut-und-Boden-Nationalismus.

NLP:

Welche anderen nützlichen historischen Analogien fallen Ihnen noch ein?

Norman Finkelstein:

Durch meine Arbeit ist mir klargeworden, dass der Vergleich mit der Enteignung der Ureinwohner Amerikas, in Nordamerika, eine sehr gute Parallele darstellt. Vor einigen Jahren habe ich mich hingesetzt und Einiges über das Schicksal der Cherokees in den Vereinigten Staaten gelesen. Wenn man die einzelnen Schritte nachvollzieht, die zu deren Enteignung führten und diese Schritte dann mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt vergleicht, erkennt man eine eindrucksvolle Korrelation; vieles ist ähnlich.

NLW:

Wie nützlich ist der Vergleich mit der Apartheid – um die Realität der israelischen Besatzungspolitik  zu verdeutlichen?

Norman Finkelstein:

Ich sehe keinen Grund zu zögern, wenn es um diese Punkte geht. Selbst Mainstream-Israelis stellen heute solche Vergleiche an sowie viele Südafrikaner des Mainstream: der ehemalige israelische Generalstaatsanwalt Michael Ben-Yair tat es, der ehemalige israelische Erziehungsminister Yossi Sarid, die ehemalige israelische Erziehungsministerin Shulamit Aloni oder John Dugard oder Desmond Tutu. Auch in verschiedenen Leitkommentaren der ‚Ha’aretz‘ kam es vor oder bei (der israelischen Menschenrechtsorganisation) B’Tselem oder der ‚Association for Civil Rights‘ in Israel. Das alles sind respektierte, bekannte Quellen. Vor allem sind es Quellen, die entweder sehr darauf achten, was sie sagen oder (im Falle der genannten Südafrikaner), sehr darauf bedacht sind, dass ihre südafrikanische Erfahrung nicht trivialisiert wird – nur das nicht. Wenn eine derart überwältigende Anzahl ernsthafter, respektabler Intellektuellen und Aktivisten diesen Vergleich nicht scheut, sehe ich keinen Grund zu widersprechen. Andererseits gibt es Unterschiede. Der wichtigste ist folgender: Theoretisch war es das Ziel der Apartheid, eine komplette Rassentrennung zu erreichen; in der Praxis war ihnen jedoch klar, dass sie nie auf die schwarzen Arbeitskraft würden verzichten können. Israel legt keinen Wert darauf, sich seine arabischen oder palästinensischen Arbeitskräfte zu erhalten. Israel will tatsächlich einen homogenen Staat – vom Mittelmeer bis Jordanien. Sie wollen die Homogenität nicht nur theoretisch sondern auch in der Praxis. Eine Ausnahme sind die Gastarbeiter. Ihre Rolle – Arbeiter, denen ihre Rechte vorenthalten werden -, erinnert an die Rolle der türkischen „Gastarbeiter“ in weiten Teilen Europas.

NLW:

Häufig ist zu hören: „Israel hat dieses oder jenes getan“, aber warum will ‚Israel,‘ Ihrer Meinung nach, die Okkupation überhaupt aufrechterhalten? Der israelische Analyst Shir Hiver vom ‚Alternative Information Center‘ (3) in Jerusalem lehnt Begründungen ab, die sich allein auf das traditionelle ‚Wem-nützt-es?‘ – also auf ökonomische Analysen – stützen. Ist der Grund für die Besatzung, Ihrer Meinung nach, eher materieller oder eher ideologischer Natur – oder beides?

Norman Finkelstein:

Zunächst einmal: Dinge dieser Art lassen sich nie beweisen. Zweitens, könnte es einen Konsens der Eliten geben, was das Ziel angeht aber keinen, was die Motive angeht. Folglich könnte es einen Konsens geben, die Okkupation aufrechtzuerhalten – aber einen aus unterschiedlichen Motiven, je nachdem, mit wem man spricht. Da sind die einen, für die die Besatzung, einfach eine religiöse Sache ist. In Israel gibt es rechtsgerichtete religiöse Fanatiker – im Grunde Wenige – aber für manche hat das Ganze doch eine religiöse Komponente. Für andere hingegen zählt offensichtlich die wirtschaftliche Komponente: (Sie wollen) das wertvollste Land und die Wasserressourcen nicht hergeben. Ich neige immer mehr dazu, zu glauben, dass es Einigen um so eine Art Politik geht: Die Israelis werden niemals aufgeben, solange sie nicht dazu gezwungen werden.

Nehmen wir zum Beispiel den Südlibanon. Israel hielt den Süden des Libanon besetzt. Es gab alle möglichen Theorien, warum sie nicht abgezogen sind. Sie dürfen nicht vergessen, dass Israel sehr, sehr lange dort war – von 1978 bis 2000. Wir reden hier von 22 Jahren. Das ist eine wirklich lange Zeit. Warum sind sie geblieben? Einige brachten dieselben Argumente vor, wie man sie auch bezüglich des Westjordanlandes hört, zum Beispiel, „sie wollten die Wasserressourcen“ oder „sie wollten den Litani-Fluss“ usw.. Ich glaube, im Grunde wollten sie nicht gehen, weil sie nun einmal dort waren. Sie wollten erst abziehen, wenn sie bereit dazu waren. Niemand sollte ihnen vorschreiben, wann sie bleiben oder wann sie gehen – denn sie interpretieren jeden verordneten Abzug als Schwäche. Ich glaube, das ist auch heute so. Sie gehen einfach nicht, weil alle genau das wollen: Sie sollen gehen. Doch sie wollen zeigen, dass sie jedem Druck standhalten. Sollten sie irgendwann abziehen, dann nur, weil sie dazu gezwungen wurden. Für sie wäre das ein Zeichen von Schwäche.

NLW:

Glauben Sie, dass sie (die Israelis) die Westbank wegen echter Sicherheitsbedenken kontrollieren wolllen, dass das, ín erster Linie, ihr Motiv ist?

Norman Finkelstein:

Nein. Ich möchte nicht leichtfertig erscheinen, aber es gibt keine Beweise für diese Sicherheitsbedenken. Alle sind sich einig, dass es lächerlich ist, zu glauben, das Jordantal hätte irgendeine Bedeutung für die Sicherheit Israels. Sie (die Israelis) geben das sogar zu. Sie können es bei Shlomo Ben-Ami (ehemaliger israelischer Sicherheitsminister) und anderen nachlesen, die sagen, es sei ein Mythos, dass das Jordantal ihnen in irgendeiner Weise Sicherheit bieten könne. Um Himmels willen – wir reden heute darüber, dass Missiles, Raketen und Nuklearwaffen die größte Bedrohung darstellen. Wie könnte die Westbank irgendeine Sicherheitsbarriere für solche Waffen sein? Es ist einfach nur lächerlich. Früher hieß es: „Wir müssen die Westbank nicht wegen Jordanien halten, sondern weil der Irak in Jordanien einmarschieren könnte“. Der Irak spielt heute keine Rolle mehr. Der Irak wird in nächster Zeit keine Truppen nach Jordanien entsenden, um Israel anzugreifen. Planungen dieser Art gibt es nicht. Um was geht es also? Es gibt kein überzeugendes Argument für Behauptungen, die in diese Richtung gehen. Selbst die Hamas besitzt heute Raketen – und behauptet, sie besitze sogar welche mit einer längeren Reichweite. Warum sollte das Behalten eines Gebietes also ein Schutz sein?

NLW:

Gibt es innerhalb Israels eine Opposition der Eliten gegen die Besatzung?

Norman Finkelstein:

Manche spekulieren, dass es  innerhalb der Eliten eine Opposition gibt, zum Beispiel unter den israelischen Industriebossen. Wahrscheinlich sind sie das Pendant zu unseren Hightech-Geschäftsleuten aus dem Silicon Valley, die die Besatzung wahrscheinlich für komplett verrückt halten, weil sie nichts anderes im Kopf haben als Geldmachen, und der schnellste und sicherste Weg, Geld zu machen, ist eben, mit allen in Frieden zu leben. Daher gehe ich davon aus, dass es in der israelischen Wirtschaft Akteure gibt, die gegen die Okkupation sind. Es gibt auch Aussagen von ihnen, dass sie es gerne sehen würden, wenn die Okkupation beendet würde. Dennoch gibt es einen ziemlich harten Konsens – der besagt, dass sich Israel keinen Bedingungen unterwerfen wird, die eine wirkliche Selbstbestimmung der Palästinenser zulassen würden. Und das ist nicht nur Konsens innerhalb der Eliten sondern auch Konsens in Israel.

NLW:

Noch eine Frage zu demselben Thema: Wenn man sich so die Trends in der (israelischen) Bevölkerung ansieht, sind sie nicht gerade positiv.

Norman Finkelstein:

Nein, sie sind jenseits von gut und böse. Es ist wie Südafrika in den 70ger Jahren. Sie verschärfen den Druck solange, bis die Besatzung ihnen selbst Schmerzen zufügt. Aber im Moment spüren sie nichts. Alle reden von der israelischen Wirtschaft, wie rasant sie sich doch entwickle. Noch nie habe man dort (in Israel) besser gelebt. Das Einzige, was sie natürlich nicht so gut finden, ist, dass sie ausgegrenzt werden.

NLW:

Was die Trends in der öffentlichen Meinung betrifft, so habe ich von zwei taktischen Schlussfolgerungen gehört. Die erste hört man häufig von liberalen Zionisten. Angesichts der realen öffentlichen Meinung in Israel, so folgern sie, sollte es uns vor allem darum gehen, die israelische Öffentlichkeit nicht weiter zu entfremden. Wir sollten sie auf unsere Seite bringen. Aus diesem Grund sollten wir keine harte Haltung an den Tag legen, denn sonst fühlen sie sich „belagert“ usw.. Andere wiederum sind der Meinung (wie Sie vorhin ja auch schon gesagt haben), dass man die Israelis den Preis der Besatzung stärker spüren lassen müsste – durch Boykott, Divestment und Sanktionen, siehe die BDS-Kampagne oder vergleichbare Kampagnen. Was sagen Sie zu der ersten Schlussfolgerung?

Norman Finkelstein:

Ich denke, beides ist richtig. Es ist nicht sinnvoll, Leute zu isolieren, so dass sie sich in eine Ecke zurückziehen und das Gefühl haben, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als um sich zu schlagen. Man muss ihnen zeigen, dass man vernünftige Argumente besitzt, dass man eine vernünftige Lösung des Konflikts vorschlagen kann – die im Einklang steht mit dem internationalen Recht – eine Lösung, die die Rechte und die Würde aller Beteiligter schützt. Andererseits musst du ihnen aber auch zeigen, dass es nicht so weitergehen kann – denn im Moment denken sie genau das. Selbst auf militärischer Ebene glaubt man in Israel nicht, dass es im Nahen/Mittleren Osten zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse gekommen ist oder gerade kommt. Ihre Haltung ist folgende: „Wir haben Fehler gemacht, wir haben uns militärische Irrtümer geleistet. Alles, was wir tun müssen, ist die Fehler und die Irrtümer zu korrigieren, dann sind wir wieder da, wo wir nach dem Juni 1967 (Selbsttagekrieg) waren. Und wenn die Araber nicht spuren, tun wir eben das Gleiche wie 1967 – als wir ihnen ein paar harte Schläge verpasst haben und sie besiegt haben.“ Noch auf keiner Ebene haben sie (die Israelis) begriffen, dass es nicht so weitergehen kann. Deshalb muss man ihnen auf die harte Tour beibringen, dass sie nicht weitermachen können. Allerdings müssen wir immer eine Rettungsleine bereithalten.. Es geht nicht darum, Israel zu zerstören oder irgendjemanden ins Meer zu treiben. Es geht darum, die Rechte und die Menschenwürde aller zu gewährleisten.

NLW:

Wie gehen die BürgerInnen der USA und Großbritanniens damit um? Wie versuchen sie, dieses Ziel auf taktische Weise zu erreichen? Was halten Sie zum Beispiel von der BDS-Bewegung?

Norman Finkelstein:

Zunächst einmal: Die Leute betreiben zu viel Kult um dieses BDS (Boykott, Divestment, Sanktionen). Wenn eine Bewegung anfängt, Insider-Kürzel (wie ‚BDS‘) zu benutzen, isoliert sie sich. Zu meiner Zeit sprach man von ‚DOP‘ (Dictatorship Of the Proletariat). Knappe Abkürzungen sollen verdeutlichen, dass man zum ‚inneren Zirkel‘ gehört, dass man cool ist und weiß, was Sache ist. Wir sollten wirklich wegkommen davon – denn hier geht es nicht um unser Ego (das manchmal etwas zu groß ist). Es geht darum, ein wichtiges, humanes Ziel zu erreichen.

Zur Zeit gibt es, meiner Ansicht nach, drei Hauptstränge des Widerstandes gegen die israelische Handlungsweise. Erstens, der rechtliche Ansatz, der bedeutet, Israel – im Sinne des internationalen Rechts – zur Verantwortung zu ziehen. Das hervorragendste Beispiel ist der ‚Goldstone-Report‘ (über den Angriff auf Gaza); daneben gibt es etliche weitere Initiativen. In Großbritannien, zum Beispiel, droht man offiziellen Besuchern aus Israel und deren Personal – anhand des internationalen Rechts – Gerichtsverfahren an, sollten sie das Land betreten. In meinen Augen ist das ein ausgesprochen wertvolles Mittel, um Menschen zu organisieren: Man übt Druck auf das Gesetz aus, indem man sagt: „Was wir fordern, fordert doch auch das Gesetz“. Was die Umsetzung angeht, stellen sich diese Maßnahmen allerdings als sehr elitär heraus, da nur eine kleine Gruppe von Juristen in der Lage ist, das Recht in vollem Maße zur Geltung zu bringen.

Ein weiterer Ansatz ist der gewaltfreie, zivile Widerstand. Was an Orten wie Bil’in (einem Palästinenserdorf an der Mauer) vor sich geht, was die Internationalisten leisten – auch die Flotte (für Gaza) gehört in diese Kategorie. Das alles ist Teil der Komponente ‚gewaltfreier, ziviler Widerstand‘. Ich will an dieser Stelle nicht von “Strategie‘ sprechen, da ich glaube, dass all diese verschiedenen Ansätze des Widerstands gegen die Besatzung sich nicht in die Quere kommen.

Die dritte Komponente heißt ‚Boykott, Divestment, Sanktionen‘ (BDS (4)). Sie besteht, meiner Ansicht nach, aus zwei Aspekten: Der erste greift Israel GLOBAL an. Alles, so heißt es, was mit ‚Israel‘ zu tun hat, sollte boykottiert werden. Der andere Aspekt geht nicht ganz so weit: Wir sollten uns auf die Dinge konzentrieren, bei denen Israel  illegaler Weise gegen internationales Recht verstößt. Ein Beispiel hierzu ist eine kürzliche Aktion der Methodist Church in Großbritannien. Diese Kirche wies eine Resolution zurück, in der gefordert wurde, alle Produkte aus Israel zu boykottieren – obwohl eine Reihe von Leuten dies unbedingt wollten. Stattdessen wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt, dass nur jene Produkte boykottiert werden sollen, die aus den (israelischen) Siedlungen kommen, denn diese seien, gemäß internationalem Recht, illegal. Es gibt auch andere Initiativen – zum Beispiel eine von Amnesty International, die ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel fordert, denn der Transfer von Waffen an Länder, die ständig gegen die Menschenrechte verstoßen, ist, gemäß internationalem Recht, illegal. Dann wäre da noch eine Initiative gegen (den amerikanischen Baumaschinenhersteller) Caterpillar, weil Caterpillar am Abriss (palästinensischer) Wohnhäusern beteiligt ist, was gemäß internationalem Recht illegal ist usw..

Wir haben es innerhalb der BDS-Kampagne also mit einer Untergruppe zu tun, der es nicht in erster Linie darum geht, Israel GLOBAL anzugreifen, sondern die sich auf die, gemäß internationalem Recht, illegalen ASPEKTE der israelischen Politik konzentriert. Eine andere Untergruppe jedoch vertritt die Ansicht, dass alles, was mit Israel zu tun hat, boykottiert werden sollte: akademische Institutionen, sämtliche Produkte usw.. Ich persönlich bin der Meinung, dass der erste Ansatz – vor allem der Angriff auf alle Elemente der israelischen Politik, die gemäß internationalem Recht illegal sind -, wesentlich erfolgversprechender ist, da den Menschen klar ist, was internationales Recht heißt. Greift man hingegen alles an, was mit Israel zu tun hat, kommen rasch Fragen nach den Motiven auf: „Okay – gegen was sind wir hier eigentlich? Sind wir gegen die Okkupation oder sind wir gegen ganz Israel?“ Der globale Ansatz ist, so sehe ich es, bewusst verwirrend, was dieses Thema angeht.

NLW:

Wie würden Sie auf das Argument reagieren, dass so etwas wie beispielsweise ein ‚Kulturboykott‘ („‚globales‘ BDS“, in Ihrer Terminologie) funktioniert, indem es Israel „den Preis der Okkupation spüren lässt“?

Norman Finkelstein:

Das ist richtig. Ich bin auch nicht dogmatisch. Die Zeiten sind längst vorbei, als ich noch eine Parteilinie verteidigen musste. Ich denke, es ist richtig. Ich denke auch, dass dies Erfolge sind, und ich freue mich, wenn Leute sagen, sie machen bei einem Boykott mit. Aber ehrlich gesagt, traue ich vielen nicht, die sich daran beteiligen. Ich halte sie nicht für ehrlich. Sie benutzen sehr vage Formulierungen – so dass du nicht genau weißt, gegen was sie eigentlich sind. Uri Avnery (an manchen Tagen mag ich ihn, an manchen nicht) hat meiner Ansicht nach recht, wenn er sagt, dass man sich keine klare Meinung über diese Leute bilden kann – gegen was sind sie genau?

NLW:

Ich nehme an, sie würden antworten, dass sie eine möglichst breite Bewegung aufbauen wollen und dass sie aus diesem Grund – soweit wie möglich – mit ihren Präferenzen hinsichtlich einer wünschenswerten endgültigen Lösung hinter dem Berg halten, so dass Leute, die anderer Meinung sind, trotzdem mitmachen können, solange es um kurzfristigere Ziele geht.

Norman Finkelstein.

Stimmt, aber es schreckt auch viele ab – die klare Antworten wollen, bevor sie bereit sind, sich auf etwas einzulassen. Wissen Sie, die sagen, sie seien gegen „Zionisten“.

http://zmag.de/artikel/hilf-dir-selbst-dann-hilft-dir-gott-teil-1

Aktuell: Schiff der Hoffnung nach Gaza

Es befindet sich momentan ein weiteres Schiff aus Lybien, das Schiff der Hoffnung, mit mehr als 2000 Tonnen Hilfsgütern auf dem Weg nach Gaza. Auf dem Schiff befindet sich der Sohn vom lybischen Führer Al-Gadafi.

Es soll voraussichtlich diese Nacht gegen etwa 2 Uhr Gaza erreichen. Israel hat schon damit gedroht, dafür zu sorgen, dass das Schiff nicht in Gaza ankommt.

weitere aktuelle Infos folgen!

Annette Groth: Israels Medienmaterial ist bewiesen gefälscht!

Und wieder ein Beweis für Israels Lügengeschichten:

Bundestag 10. Juni 2010 – Annette Groth (Linke) war selber auf einem der Schiffe des Hilfskonvois. Sie berichtet, dass allen Bild- und Videomaterial von den Israelis abgenommen wurde. Sie prangert damit die einseitige Berichterstattung durch die Ausstrahlung von Bildmaterial an, dass ausschließlich von Israel zur Verfügung gestellt wird.

Sie berichtet weiter, dass zum Teil gefälschtes Material auch in deutschen Medien ausgestrahlt wurde.

Weiterhin bittet sie Hanin Soabi (israelisches Parlamentsmitglied und ebenfalls auf dem Hilfskonvoi anwesend) in den parlamentarische Schutzprogramm aufzunehmen, da Israel androhe ihre Immunität aufzuheben und sie wegen Hochverrat anzuklagen.

Der Spiegel berichtet: „Hunderte fordern ihren Tod, der Innenminister will ihr die Staatsangehörigkeit entziehen: Die israelisch-arabische Knesset-Abgeordnete Hanin Soabi wird daheim angefeindet, weil sie im Hilfskonvoi für Gaza mitgefahren ist. Sie spricht von Hexenjagd – und fürchtet um ihr Leben.

http://www.spiegel.de/politik/ausland…

Video aus dem Inneren der Marmara kurz nach dem Angriff

Nichtmuslim auf Schiff konvertiert zum Islam!

Einer der Nichtmuslime auf den Schiffen ist aufgrund der Lage und des Angriffs der Israelis zum Islam konvertiert.

So heißt es im heiligen Quran:

Wahrlich, im Erschaffen der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag und in den Schiffen, die im Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte – und Er gab der Erde damit Leben, nachdem sie tot war und ließ auf ihr allerlei Getier sich ausbreiten – und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen himmel und erde, (in all dem) sind Zeichen für Leute, die begreifen. [Surah Al-Baqara 2:164]

Video zeigt wie Israelis auf Passagiere schiessen

Sheikh Raed Salah: Sie wollten mich töten, aber töteten jemand, der mich sehr ähnlich sah!

Sheikh Raed Salah sagte in einem kurzen Interview aus, dass die israelischen Soldaten im Schiff gezielt nach ihm gesucht haben. Ein Soldat sah einen Passagier, der SHeikh Raed Salah sehr ähnlich sah und schoß ihn gezielt ab. Jedoch war es nicht Sheikh Raed Salah. Dies zeigt, dass der Angriff ein gezielter Angriff mit der Intention des Mordes war.

Israel sagte heute in Asqalan, dass es Sheikh Raed Salah und die andren 3 Gefangenen der Aktivisten auf den Schiffen unter bestimmten Bedingungen freilässt.

Berichte über den israelischen Überfall durch die Augen Israels Überfall auf humanitäre Flotte bewirkt wenig Skepsis in den Medien

Berichte über den israelischen Überfall durch die Augen Israels
Überfall auf humanitäre Flotte bewirkt wenig Skepsis in den Medien
von Fairness & Accuracy in Reporting
01.06.2010 — FAIR / Antikrieg.com
— abgelegt unter: Naher Osten, Mainstreammedien

Am 31. Mai überfiel das israelische Militär eine Flotte von Schiffen mit Zivilpersonen, die versuchten, humanitäre Güter in den Gazastreifen zu befördern. Berichte weisen darauf hin, dass dabei mindestens neun, wahrscheinlich aber 16 der Aktivisten an Bord ermordet worden sind, obwohl die näheren Umstände nebulös bleiben aufgrund der israelischen Zensureinschränkungen für Medien. Ein großer Teil der Berichterstattung in den Medien der Vereinigten Staaten von Amerika war bemerkenswert unskeptisch gegenüber der israelischen Darstellung der Ereignisse und deren Zusammenhängen, und schenkte dem Internationalen Recht wenig Beachtung.

Die New York Times vom 1. Juni 2010 enthielt eine Randbemerkung über die verheerende israelische Belagerung Gazas, wo 1,5 Millionen Menschen in extremer Armut leben. Die Reporterin Isabel Kershner schrieb: „Trotz des sporadischen Raketenbeschusses gegen den Süden Israels aus dem palästinensischen Territorium sagt Israel, dass es genügend Güter für die grundlegende Versorgung durch die Grenzkontrollen lässt, um jede akute humanitäre Krise zu vermeiden.“

Es macht wenig Sinn, Israel um Auskunft über die Auswirkungen seines Embargos auf die Menschen in Gaza zu bitten, nachdem genügend andere Quellen zur Verfügung stehen. Das Büro der UNO für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten berichtete (IRIN, 18.05.2010):

Als Folge von Israels Blockade des Gazastreifens wurden seit 2007 98% der industriellen Aktivitäten eingestellt und es bestehen akute Mängel an Treibstoff, Geld, Gas zum Kochen und anderen grundlegenden Gütern …

Mit der Trinkwasserversorgung in Zusammenhang stehende Gesundheitsprobleme sind im Gazastreifen weit verbreitet aufgrund der Blockade und des israelischen Militärüberfalls auf Gaza, der die Wasserversorgung und die hygienische Grundstruktur zerstörte, eingeschlossen Reservoire, Quellen und tausende Kilometer Wasserleitung …

Chronische Unterernährung stieg in den letzten paar Jahren auf 10,2 Prozent …

Die Blockade durch Israel schwächt das Gesundheitswesen in Gaza, beschränkt medizinische Nachschublieferungen und die Ausbildung von medizinischem Personal, und verhindert, dass in ernsten Fällen Patienten aus dem Gazastreifen für spezielle Behandlungen ausreisen können.

Der israelische Militärüberfall 2008/2009 beschädigte 15 von den 27 Spitälern des Gazastreifens und beschädigte oder zerstörte 43 seiner ursprünglichen 110 Gesundheitsstationen, von denen keine repariert oder wieder aufgebaut werden konnte aufgrund des Embargos von Baumaterial. Rund 15 – 20% der wichtigen Medikamente sind üblicherweise nicht auf Lager und es fehlen wichtige Ersatzteile für viele medizinische Geräte.

Diese Tatsachen interessieren allerdings nicht alle. Auf der Titelseite der Washington Post vom 1. Juni war eine der widerwärtigsten Stellungnahmen zu den Morden zu finden: „Wir haben keine Sympathie für die Motive der Teilnehmer an der Flotte – eine zusammengewürfelte Mischung aus europäischen Sympathisanten mit der Sache der Palästinenser, Anführern von israelischen Arabern und türkischen islamischen Aktivisten.“

Viele der analytischen Artikel in größeren Zeitungen behandelten eher die Auswirkungen auf Israel und die Vereinigten Staaten von Amerika als die ermordeten Zivilpersonen oder die humanitäre Krise, die diese zu lindern versucht hatten. Glenn Kessler von der Washington Post behandelte die Reaktion der Vereinigten Staaten von Amerika, nicht die israelische Attacke, als verkomplizierenden Faktor: „Verurteilung des israelischen Angriffs verkompliziert die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten von Amerika.“ Kessler lamentierte: „der Zeitpunkt des Zwischenfalls ist besonders ungünstig für Israel und die Vereinigten Staaten von Amerika,“ während ein Artikel in der Los Angeles Times vom 1.6.2010 den Überfall als „propagandistischen Alptraum für Israel“ bezeichnete. Kershner von der New York Times schrieb, dass „die Kritik [an Israel wegen des Überfalls] Israels Feinden einen Propagandaerfolg lieferte, besonders der Hamasgruppe, die die Macht in Gaza ausübt.“ (NYTimes.com 31.05.2010)

Andere Nachrichten präsentierten irreführende Zusammenhänge betreffend die Umstände, die zu Israels Blockade geführt haben. Kershner (New York Times 1.6.2010) betonte, dass “Israel geschworen hat, die Flotte nicht das Ufer von Gaza erreichen zu lassen, wo Hamas, eine Organisation, die sich der Zerstörung Israels verschworen hat, 2007 gewaltsam die Herrschaft übernommen hat.“ Die Associated Press (1.6.2010) berichtete, das „Israel und Ägypten die Grenzen Gazas dicht machten, nachdem Hamas das Gebiet 2007 überwältigte und die Kontrolle den Kräften entriss, die loyal zu Abbas standen“ – wobei letzteres sich auf die Kräfte der Fatah bezog, die mit Mahmoud Abbas verbündet sind.

Beide Artikel ignorieren die Tatsache, dass die Hamas die palästinensischen Wahlen 2006 gewann, was dazu führte, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel die wirtschaftlichen Einschränkungen gegen Gaza steigerten. Ein Versuch, einen Bürgerkrieg in Gaza anzuzetteln durch die Bewaffnung militanter Fatah-Anhänger ging daneben – darüber wurde ausführlich von David Rose in Vanity Fair (4/08) berichtet – und Hamas gewann (Extra! 10.9.2007).

Viel von der Berichterstattung der Presse in den Vereinigten Staaten von Amerika nimmt die Behauptungen der israelischen Regierung für bare Münze und beruht weitgehend auf Material, das von den israelischen Behörden zur Verfügung gestellt wurde – während Israel die gefangenen Aktivisten von den Medien fern hält (nicht zu reden von Anwälten und beunrunhigten Familienmitgliedern). Die Washington Post berichtete über den Überfall folgendermaßen:

Nach der Landung wurden die israelischen Kommandotruppen, die mit Paint Ball-Pistolen und Revolvern ausgerüstet waren, mit Stahlstangen, Messern und Pfefferspray angegriffen. Das Video zeigte zumindest einen Soldaten, der aufgehoben und vom oberen auf das untere Schiffsdeck geworfen wurde. Einige der Soldaten des Kommandos sagten später, dass sie in das Wasser sprangen, um nicht geschlagen zu werden. Das israelische Militär sagte, dass einige der Demonstranten scharf schossen. Israelische Funktionäre sagten, dass die Aktivisten mit zwei Gewehren schossen, die sie den Truppen gestohlen hatten.

Glenn Greenwald von Salon.com schrieb: „Überlegen Sie einmal, was wir hören würden, wenn der Iran ein humanitäres Schiff in internationalen Gewässern überfallen hätte und 15 oder so Zivilisten an Bord umgebracht hätte.” (31.5.2010)

Der Bericht der New York Times vom 1. Juni enthielt sieben Absätze der israelischen Erklärung betreffend die Vorgänge auf dem türkischen Schiff Mavi Marmara, auf dem die Zivilisten ermordet worden sind; die Zeitung berichtete, dass „keine unmittelbaren Stellungnahmen von den Passagieren des türkischen Schiffs zu bekommen waren,“ da das israelische Anhaltelager, in das diese verschleppt worden waren „für Nachrichtenmedien nicht zugänglich und zur geschlossenen militärischen Zone erklärt worden war.“

Der Artikel in der New York Times zeigte auch geringes Interesse für das Internationale Recht, indem er die Behauptungen Israels betreffend die Rechtmäßigkeit der Aktionen wiedergab, aber keine Analyse von Experten für Internationales Recht anführte, um diese Behauptungen zu bestätigen oder zu widerlegen: „Israelische Funktionäre sagten, dass das Internationale Recht die Beschlagnahme von Schiffen in internationalen Gewässern erlaubt, wenn diese dabei sind, gegen eine Blockade zu verstoßen.“

Laut Craig Murray (31.5.2010), ehemaliger britischer Botschafter und Spezialist für Seerecht, ist die gesetzliche Lage „völlig klar“: „Ein Schiff unter fremder Flagge in internationalen Gewässern anzugreifen ist illegal. Es handelt sich hier aber nicht um Piraterie, da die israelischen Schiffe einen militärischen Auftrag ausführten. Das ist ein Akt von illegaler Kriegsführung.“
Fairness & Accuracy in Reporting

Fairness & Accuracy In Reporting (FAIR) ist eine US-amerikanische Pressevereinigung, die sich der Bekämpfung und Dokumentation der einseitigen und falschen Berichterstattung sowie Selbstzensur in den Massenmedien verschrieben hat.
Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Antikrieg.com

Augenzeugen berichten – Ein klarer Akt der Piraterie

Augenzeugen berichten – Ein klarer Akt der Piraterie

Die ersten Passagiere des Hilfskonvois sind in ihre Heimatländer zurückgekehrt und erzählen was sie erlebt haben. Drei deutsche Linkspartei-Politiker haben die Erstürmung der Boote durch die israelische Armee als „Kriegsverbrechen und klaren Akt der Piraterie“ gewertet. Der Angriff sei vollkommen unverhältnismässig gewesen, sagte der frühere Bundestagsabgeordnete und Rechtsprofessor Norman Paech am Dienstag in Berlin nach seiner Rückkehr aus Israel. Es habe sich um eine „rein zivile Mission“ in internationalen Gewässern gehandelt.

Paech wies Berichte zurück, die maskierten Elitesoldaten hätten nur in Notwehr zur Selbstverteidigung scharf geschossen, weil sie mit Eisenstangen, Äxten und auch Messern angegriffen worden seien. Er habe vor der Attacke auf dem Schiff „Mavi Marmara“ selber lediglich „zwei lange und einen etwas kürzeren“ Holzstöcke gesehen. Er meint es wäre „nichts daran auszusetzen“, wenn einzelne Passagiere versucht haben sollten, „die Soldaten zu entwaffnen“.

Die beiden Bundestagsabgeordneten der Linken, Inge Höger und Annette Groth, berichteten, sie seien zusammen mit allen mitreisenden Frauen während der Erstürmung am frühen Morgen auf einem Unterdeck eingeschlossen gewesen. Ihnen sei noch unklar, ob dies von den türkischen Aktivisten, die das Kommando führten, veranlasst wurde oder von den Israelis. Höger sagte: „Wir haben uns wie im Krieg gefühlt.“ Sie appellierte an die israelische Regierung, alle festgenommenen Aktivisten freizulassen. Die Mission habe friedliche Zwecke verfolgt. „Niemand hatte eine Waffe“, sagte sie.

Die Sprecherin der Organisation Free Gaza, Audrey Bomse, warf der israelischen Regierung Piraterie vor, weil die Schiffe in internationalen Gewässern aufgebracht wurden. Die Soldaten hätten zudem Panik und Verwirrung ausgelöst, weil sie in der Dunkelheit angegriffen hätten, sagte Bomse in Larnaka, Zypern. „Dies war als friedlicher Widerstand geplant,“ sagte sie. „Sie hätten es tagsüber tun sollen. Wenn man mitten in der Nacht aus Helikoptern abspringt, fordert man Chaos heraus.“

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/06/augenzeugen-berichten-ein-klarer-akt.html

VORSICHT: Mögliche Fake Videos von Israelis

Ich habe mir das Video nochmal angeschaut und dann hab ich mir den User von diesem Video angeschaut. Er scheint pro-Israel zu sein, was seine andren Videos bestätigen, die Interviews mit israelischen Offizieren enthalten, wo die Palästinenser schlecht dargestellt werden und die Hamas natürlich als terroristisch. Deshalb bitte vorsichtig sein bei den Videos, die nun im Umlauf sind!!! Hier ein mögliches Beispiel: Nachdem ich gestern dieses Video gepostet habe, bekam ich einen KOmmentar von einem Juden , vlt israelischer Abstammung, in dem er dieses Video als Bestätigung dafür nimmt, dass die Passagiere LÜgner sind und doch Waffen mit sich hatten und deshalb sollte man ihnen keinen Glauben schenken:! Das Video ist auch undeutlich und man weiß nicht genau was da vor sich geht, wenn man sich das Video etwas genauer anschaut. Ebenfalls fehlen Zeitangabe bei der Aufnahme etc. Also VORSICHT!