Das Unwetter in Gaza & das Leben in Zelten

Hallo

folgendes Video spricht für sich. Es ist zwar auf arabisch, aber die Bilder reichen aus, um zu verstehen worum es geht.

Das Unwetter ist mittlerweile auch in Gaza angekommen und viele Familien leben noch in Zelten. Im folgenden Video ein Beispiel.

http://www.aqsatv.ps/ar/win_vid_arch.php?vid=417

Wichtig ist anzumerken, dass bis heute keine Baumaterialien etc. nach Gaza durchgelassen werden und somit die zerstörten Häuser, welche während dem Krieg auf Gaza zerstört wurden, nicht wieder aufgebaut wurden. Die Zelte halten dem Unwetter nicht stand, sondern werden durch dieses zerrissen und geraten ins Wackeln.

Die Menschen im Video sagen aus, dass sie nur ein Dach über dem Kopf haben wollen, um wie vernünftige Menschen leben zu können, was allerdings nicht möglich ist, solange kein Baumaterial von den Israelis nach Gaza durchgelassen wird oder die Blockade aufgehoben wird.

Ramadam Kareem von der Netanyahu und Obama-Regierung

von Jeff Halper

11.08.2010 — ICAHD

— abgelegt unter:

Gestern, einen Tag bevor der muslimische Ramadanmonat begann, kamen um 2 Uhr 30 am Morgen von den israelischen Behörden geschickte Arbeiter, die von Dutzenden Polizisten geschützt wurden, und zerstörten die Grabsteine des letzten Teiles des Mamilla Friedhofes, einer historischen muslimischen Begräbnisstätte mit Gräbern aus dem 7. Jahrhundert, die bis jetzt unberührt geblieben waren. Die Regierung Israels war sich immer der besonderen Bedeutung dieses Ortes voll bewusst. Schon 1948, als die Kontrolle des Friedhofes auf Israel überging, erkannte das israelische Ministerium für religiöse Angelegenheiten Mamilla als einen der „prominentesten muslimischen Friedhöfe an, wo 70 000 muslimische Krieger aus (Saladins) Armee mit vielen muslimischen Gelehrten begraben liegen. Israel würde diesen Ort immer zu schützen und zu achten wissen.“ Deshalb und trotz israelischer Aufregung, wenn irgendwo auf der Welt jüdische Friedhofe geschändet werden, ist das Auflösen des Mamilla Friedhofes systematisch geschehen. 1960 wurde der „Unabhängigkeits-Park über einem Teil von ihm angelegt; danach wurde über ihn eine städtische Straße gebaut, größere elektrische Kabel wurden über die Gräber gelegt und ein Parkplatz über einem andern Teil des Friedhofes angelegt. Jetzt wurden 1500 muslimische Gräber bei nächtlichen Operationen beseitigt, um Platz zu machen — für ein $ 100 Millionen Museum für Toleranz und menschliche Würde, ein Projekt des Simon Wiesenthal-Zentrums in Los Angeles. (Ironischerweise erschien Rabbi Marwin Hier, der Direktor des Wiesenthal-Zentrums beim TV-Sender Fox News und sprach sich gegen den Bau einer Moschee in der Nähe des Ground Zero in Manhattan aus , weil der Ort des 9.11-Angiffs ein Friedhof sei).

Die monatelange Periode zwischen Netanyahus Julibesuch in Washington und dem Anfang des Ramadan hat Israel eine Gelegenheit gegeben – nach einer frustrierenden Unterbrechung – klaren Tisch mit den Hauszerstörungen zu machen, die von der „alten“ ..Obama-Regierung veranlasst wurde. Es ist allerdings keine Garantie dafür, dass Israel nicht auch während des Ramadan Häuser zerstört, besonders weil es die Zeit bis zu den Novemberwahlen ausnützen möchte, weil sie weiß, dass Obama sich nicht offen gegen das stellen wird, was in den besetzten Gebieten gemacht wird. Tatsächlich hat die Zerstörung von palästinensischen Häusern nie aufgehört. Am 6. Juni z.B. – ein Jahr nach der Zerstörung von 65 Strukturen und der erzwungenen Umsiedlung von mehr als 120 Personen, einschließlich 66 Kindern – erhielten neun Familien aus Khirbet Ar Ras Ahmar im Jordantal (70 Personen), eine neue Runde von „Evakuierungsordern“. Eine Woche später bestimmte die Zivilverwaltung die Durchführung derselben gegen illegale palästinensische Bauten in Zone C, die 60 % der Westbank unter voller israelischer Kontrolle einnimmt, zu verstärken.

Und so wurden am 13. Juli nach Netanyahus Rückkehr drei palästinensische Häuser in Ost-Jerusalem von Issawiya zerstört und danach gleich drei weitere Häuser in Beit Hanina. (Pal. Häuser werden nicht ohne das OK des Ministerpräsidentenbüros zerstört). Die Jerusalemer Stadtbehörde kündigte auch die für diesen Monat geplante Zerstörung von weiteren 19 Häusern in Issawiya an. In der Westbank demolierte die israelische „zivile“ Verwaltung 55 Strukturen, die 22 pal. Familien im Hmayer-Gebiet von Al Farisye im nördlichen Jordantal gehören an, einschließlich 22 Wohnzelten und 30 anderen Strukturen, die als Schutz für Tiere und für landwirtschaftlich genützte Geräte benützt wurden. Nach dem UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten (OCHA): „In der Woche vom 14.-20.Juli nach Netanyahus Rückkehr aus Washington wuchs die Zahl der Zerstörungen in Zone C auf mindestens 86 Strukturen, die im Jordantal und in der südlichen Westbank, einschließlich Bethlehem- und Hebrondistrikt, 2010 demoliert wurden. 2010 sind mindestens 230 palästinensische Strukturen in Zone C demoliert und 110 Personen, davon 400 Kinder vertrieben worden . etwa 600 andere sind auch irgendwie davon betroffen. Zwei Drittel der Zerstörungen von 2010 geschahen seit Netanyahus Treffen mit Obama . Mehr als 3000 Zerstörungsorder in der Westbank stehen noch aus und 15 000 im pal. Ost-Jerusalem.

Die Zerstörung von Häusern/ Wohnungen sind natürlich nur ein kleiner, wenn auch schmerzvoller Teil der Zerstörung, die Israel täglich dem pal. Volk antut. Während der letzten paar Wochen fand eine gewalttätige Kampagne gegen palästinensische Bauern in einem der fruchtbarsten und landwirtschaftlich genützten Gebiete der Westbank, im Bakatal, statt, in das ständig große Vororte von Kiryat Arba/ Hebron vordringen. Israel nimmt 85 % des Wassers der Westbank für den eigenen Gebrauch oder für die Siedlungen. (Siedler verwenden fünf mal mehr Wasser/pro Kopf als die Palästinenser. Und Maaleh Adumim baut gerade einen Wasserpark zusätzlich zu seinen vier Gemeinde-Swimmingpools, und vier große Brunnen fließen ständig im Stadtzentrum) oder es wird ins eigentliche Israel gepumpt – alles mit flagranter Verletzung der Vierten Genfer Konvention, die einer Besatzungsmacht verbietet, die Ressourcen aus dem besetzten Gebiet zu nützen.

Die israelische Wassergesellschaft Mekorot hat in den letzten Wochen die Bauern angeklagt, „Wasser zu stehlen“ – ihr eigenes – und hat, unterstützt von der zivilen Verwaltung und dem Militär Dutzende von Wasserquellen/Brunnen – einige davon sehr alt – und Regenreservoirs, die auch illegal seien- zerstört. Hunderte Hektar landwirtschaftlich genutztes Land sind vertrocknet, weil die Bewässerungsröhren herausgezogen und konfisziert wurden… Felder von Tomaten, Bohnen, Auberginen und Gurken sind kurz vor der Ernte eingegangen. Und die Weintraubenindustrie dieses reichen Tales ist von der Zerstörung bedroht. „Ich sehe mit eigenen Augen, wie mein Leben vor mir austrocknet,“ sagt Ata Jaber, ein pal. Bauer, dessen Haus schon zwei mal zerstört wurde und dessen Land zum größten Teil unter der Siedlung Givat Harsina (Kiryat Arba) liegt und dessen Plastikbewässerungsschläuche jährlich kurz vor der Ernte von der Zivilen Verwaltung zerstört werden. „Ich hatte gehofft, dass ich meine Ernte wenigstens für $ 2000 vor Ramadan verkaufen kann, aber es ist alles verdorben.“

Siedlungen werden natürlich weitergebaut. Der großspurig verkündete Siedlungsstopp hat sich als ein vorübergehendes Anhalten von Bauen herausgestellt – Netanyahu sprach auch nur von Baupause. Nach dem Augustbericht von Peace Now- Settlement-watch sind wenigstens 600 Hauseinheiten während der „Pause“ in mehr als 60 verschiedenen Siedlungen gebaut worden…die israelische Regierung verkündete den geplanten Bau von 1600 Wohnungseinheiten in Siedlungen, als Vizepräsident Biden (Israel) besuchte – wenn man sich erinnert – um die verlorene Zeit schnell nachzuholen, wenn im September die Baupause zu Ende ist. Nach Haaretz warten etwa 2700 Wohnungseinheiten darauf, gebaut zu werden.

Die Tatsache, dass die sog. Siedlungsbaupause das Bauen nicht wirklich gestoppt hat, ist offensichtlich. Die amerikanische Regierung scheint bereit zu sein, das Lippenbekenntnis nur von Israels zu akzeptieren, gegen die Palästinenser aber mit brutalen Drohungen zu kommen, wenn sie sich diesem Affentheater nicht fügen. Palästinensische Unterhändler enthüllten letzte Woche, dass die Obama-Regierung alle Verbindungen mit den Palästinensern abbrechen würde, die politischen und finanziellen, wenn sie weiter auf einem wirklichen Baustopp der Siedlungen oder gar auf klaren Rahmenbedingungen , worüber verhandelt werden sollte, bestehen würden. ( Netanyahu weigert sich, selbst die elementarsten Prinzipien der 1967er-Grenzen als Grundlage für Gespräche zu akzeptieren)

Genauso destruktiv für jeden realen Friedensprozess jedoch ist die Tatsache, dass das Sich-konzentrieren auf den Stopp des Siedlungsbau, die Aufmerksamkeit von Versuchen Israels ablenkt, „ irreversible Tatsachen vor Ort“ zu schaffen, die den eigentlichen Verhandlungsprozess vereiteln. Selbst wenn Israel einen Siedlungsbaustopp respektieren würde, gibt es keine Forderung, keine Erwartung, absolut nichts, was die Fortsetzung des Mauerbaus verhindert (das Einschließen des Shuafat-Flüchtlingslagers innerhalb Jerusalems und der Stadt Anata steht in diesen Tagen vor dem Abschluss, und das Dorf Wallajeh verliert sein Land, alte Olivenbäume und Häuser…).Nichts hindert Israel daran, die palästinensische Bevölkerung einzusperren und durch seine 20Jahre lange wirtschaftliche „Absperrung“ – einschließlich der Belagerung des Gazastreifens – verarmen zu lassen und die palästinensische Wirtschaft völlig zu zerstören. Nichts hindert Israel, ein paralleles Apartheid-Schnellstraßensystem zu vollenden ( wenn auch verschieden in Größe und Qualität). Die breiten gehen über palästinensisches Land – für Israelis; die schmalen sind für die Palästinenser. Nichts hindert Israel, Palästinenser aus ihren Häusern zu vertreiben, damit jüdische Siedler einziehen können – am 29. Juli kehrten neun Familien aus dem muslimischen Viertel in der Altstadt abends von einer Hochzeit zurück und fanden sich aus ihren eigenen Wohnungen von Siedlern ausgeschlossen, ja auch die Polizei hinderte sie daran, ihre Wohnungen zu betreten. (Palästinenser haben natürlich keine legale Stelle, an die sie sich wenden können, um ihren Anspruch auf ihren Besitz zu reklamieren. Ganze Dörfer, Städte, Stadtteile, Farmen, Fabriken und Geschäfte wurden 1948 und danach konfisziert.)

Nichts hindert Israel daran, die palästinensische Bevölkerung zu terrorisieren, entweder durch ihre eigene Armee oder die Ersatzmilitia, die von der USA gegründet und von der palästinensischen Behörde betrieben wird, um die eigene Bevölkerung zu befrieden, oder durch die Siedler, die Palästinenser schlagen oder auf sie schießen, ihre Ernten verbrennen, ohne befürchten zu müssen, verhaftet zu werden; oder durch Undercover-Agenten, denen von Tausenden Palästinensern geholfen wird ( die zur Kollaboration gezwungen wurden, oft nur damit ihre Kinder medizinische Behandlung bekommen oder einfach, dass sie ein Dach über dem Kopf haben. Oder durch Vertreibung oder eine der Unmengen administrativer Beschränkungen eines kafkaesken Systems totaler Kontrolle und Einschüchterung. Nichts stellt sich gegen Israels Boykott des palästinensischen Volkes, das von der Welt durch von Israel kontrollierte Grenzen isoliert wird oder eine Politik, die palästinensische Schulen und Universitäten effektiv boykottiert, indem das Funktionieren verhindert wird. Und nichts, absolut nichts stoppt Israel vor dem Zerstören palästinensischer Häuser – seit 1967 sind es 24 000 in den besetzten Gebieten …

Vielleicht kommt diese Art, den Ramadan zu begrüßen, was die besetzten Gebiete betrifft, nicht überraschend . Es ist aber eine völlig andere Sache, wenn am 26. Juli mehr als 1300 israelische Grenzpolizisten, die Schocksoldaten der Yassam-„Spezialeinheit“ und regulären Polizei, von Hubschraubern begleitet, über das Beduinendorf Al-Arakib, nördlich von Beer Sheba, herfallen – über eine Gemeinde innerhalb Israels mit israelischen Bürgern. 45 Wohnungen wurden zerstört, 300 Menschen zwangsweise vertrieben. Eine der absurdesten und bestürzendsten Teile dieser Operation war, dass israelisch jüdische Gymnasiasten als Freiwillige des Zivilschutzes dazu benützt wurden, den Besitz ihrer Mitbürger vor der Zerstörung aus den Wohnungen zu holen. Außer Berichten über Wandalismus und Verachtung für ihre Opfer wurden die Studenten photographiert, wie sie sich in den Möbeln vor den Augen ihrer Besitzer aalten. Als schließlich die Bulldozer mit der Zerstörung begannen, jubelten die Freiwilligen und feierten. Während der nächsten Woche, als israelische Aktivisten den Bewohnern halfen, die Teile zusammen zu lesen und ihre Heime wieder aufzubauen, schickte der Jüdische Nationalfond, die israelische Landbehörde, das Innenministerium und die Grüne Patrouille des Landwirtschaftsministeriums (von Sharon gegründet, damit die Beduinen nicht die Negev „übernehmen“) die Polizei und Bulldozer und zerstörten das Dorf zum zweiten Mal.

Obwohl Al-Araqib eines der 44 nicht anerkannten Beduinendörfer im Negev ist – von denen nur 11 primitive Bildungs- und medizinische Einrichtungen haben, keinen Strom und sehr begrenzten Zugang zu Wasser und keine festen Straßen – ist es trotzdem von israelischen Bürgern bewohnt, von denen einige sogar Militärdienst abgeleistet haben. Während die Zerstörung arabischer Häuser innerhalb Israels kein neues Phänomen ist – zerstörte die israelische Regierung im letzten Jahr drei mal mehr Häuser von israelischen (arabischen ) Bürgern innerhalb Israels als in den besetzten Gebieten ( abgesehen von den 8000 Häusern bei der Invasion in den Gazastreifen) – das macht deutlich, dass der Terminus „Besatzung“ nicht allein auf die Westbank, Ost-Jerusalem und den Gazastreifen ( und die Golanhöhen) bezogen werden kann. Die Situation der arabischen Bürger in Israel ist fast so unsicher wie die der Palästinenser der besetzten Gebiete, und ihr Ausschluss aus der israelischen Gesellschaft ist fast vollkommen. Während rund 1000 Städte und landwirtschaftliche Dörfer seit 1948 in Israel – nur für Juden – errichtet wurden, ist keine einzige arabische Siedlung gegründet worden – mit der Ausnahme von sieben Wohnhausprojekten für Beduinen im Negev, wo keiner der Bewohner Landwirtschaft treiben oder Tiere halten darf. Tatsächlich verbieten Gesetzesregeln palästinensischen Bürgern Israels das Leben auf 96% des Landes. Sie sind nur für Juden.

Die Botschaft der Bulldozer ist klar: Israel hat zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan eine bi-nationale Entität geschaffen, in der sich eine Bevölkerung (die Juden) selbst von der anderen getrennt hat und ein Regime von permanenter Herrschaft errichtet. Das ist genau die Definition von Apartheid. Und die Botschaft ist in den Wochen und Tagen, die zum Ramadan führten, deutlich ausgesprochen worden. Es steht sogar mit feinen Worten auf Papier. Netanyahu veröffentlichte ein Statement: „Wir kennzeichnen diesen bedeutenden Monat inmitten von Versuchen, direkte Friedensgespräche mit den Palästinensern und Friedensverträge mit unsern arabischen Nachbarn zu erreichen. Ich weiß, ihr seid Partner mit demselben Ziel, und ich bitte euch um eure Unterstützung im Gebet und bei jeder anderen gemeinsamen Bemühung, eine wirklich friedvolle und harmonische Koexistenz zu schaffen.“ Obama und Clinton sandten auch ihre Grüße an die muslimische Welt. Obama, indem er feststellte, dass der Ramadan „ uns an die Prinzipien erinnert, die uns gemeinsam sind, und an die Rolle des Islam: Gerechtigkeit, Fortschritt, Toleranz und die Würde aller Menschen voran zu bringen.“ Das Weiße Haus und das Außenministerium werden ( am Ende des Ramadan) Iftar-Mahle halten.

Aber die Bulldozer und andere Äußerungen der Apartheid …sprechen eine andere Sprache.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs

Kleines Kind VS israelische Soldaten: „Bidi Baba“ „Ich will Papa“

Al-Khalil.

Als gestern ein Vater von israelischen Soldaten gewaltsam abgeführt wurde, lief sein kleiner Sohn diesem hinter her und versuchte an ihn heranzukommen. Dabei lief er in die Hände der israelischen Soldaten schreiend: ,,Bidi Baba, bidi Baba.“ (dt. Ich will Papa, ich will Papa.).  Nach langen Versuchen an seinen Vater zu kommen, lief er dem Wagen hinterher, der den Vater abführte. Das 4-jährige Kind namens Khaled musste zusehen wie auch andre Familienmitglieder gewaltsam von israelischen Soldaten abgeführt wurden. Dabei versuchten sie ihr Ackerland zu „verteidigen“, das von Israelis an dem Tag zerstört werden sollte.

Hier das Video dazu:

bbi

Palästinenser dribbeln sich ins Guinness Buch

23.07.2010 13:20 Uhr

Rafah/Tel Aviv (AZ) – Mit sportlichen Höchstleistungen fällt der Gazastreifen eigentlich nie auf. Jetzt aber haben sich 7203 palästinensische Kinder mit Basketbällen ins Guinness Buch der Rekorde gedribbelt.

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Kinder aus Gaza stellen neuen Rekord auf

DPA

Der Rekord für das 15 Minuten lange gleichzeitige Aufschlagen der Bälle müsse allerdings noch offiziell anerkannt werden, sagte der Sprecher des UN-Hilfswerkes für Palästinaflüchtlinge Adnan Abu Hasna in Gaza. Die bisherige Höchstleistung stammt den Angaben zufolge aus dem Jahr 2007, als im US-Bundesstaat Indiana rund 3054 Sportsfreunde gleichzeitig mit ihren Basketbällen dribbelten.

Die palästinensischen Schulkinder im Alter zwischen sechs und 15 Jahren nehmen an einem Sommerlager der Vereinten Nationalen teil. Sie kommen alle aus überfüllten Flüchtlingslagern, wo es keinen Platz für große Sportereignisse gibt. Deshalb dribbelten sie am Donnerstagabend auf einer von Israel schwer beschädigten Landebahn des Flughafens von Gaza. Der Airport ist außer Betrieb. Nach dem Rekord durfte alle Kinder ihren Ball als Geschenk behalten.

Die Kinder wollten mit dem Rekordversuch zwei Botschaften in die Welt senden, sagt Abu Hasna: «Wenn sie nur die Chance bekämen, könnten sie weltweit die Ersten werden.» Außerdem solle das Sportereignis in den Ruinen des Flugplatzes von Gaza an die seit drei Jahren währende Blockade des Gazastreifens durch Israel erinnern.

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Palaestinenser-dribbeln-sich-ins-Guinness-Buch-_arid,2202385_regid,2_puid,2_pageid,4293.html?et_cid=4&et_lid=5

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – Teil 1 : Interview des New Left Project mit Norman Finkelstein

von Norman G. Finkelstein

18.07.2010 — NLP / ZCommunications

Norman Finkelstein gehört weltweit zu den wichtigsten öffentlichen Intellektuellen, die über den israelisch-palästinensischen Konflikt schreiben. Er hat etliche Bücher zum Thema verfasst. Eines davon trägt den Titel: ‚Beyond Chuzpah‘. Darin beschäftigt er sich ausführlich mit der israelischen Menschenrechtsbilanz. Sein neues Buch, das vom ‚New Left Project‘ (NLP) besprochen wurde (1), heißt: ‚This Time We Went Too Far‘ und analysiert das Gaza-Massaker und dessen Folgen. Ich traf mich mit Finkelstein in seinem Apartment in Brooklyn. Wir diskutierten – quasi als Gleichgesinnte – über das intellektuelle Klima in den Staaten seit dem Angriff auf die Gaza-Flotte, über die Vorteile bestimmter Anti-Besatzungs-Strategien und über Tony Blair.

NLP:

Was ist die Wurzel des Konflikts? Worum geht es?

Norman Finkelstein:

Der Grundkonflikt ist schon zu begreifen, wenn man ganz einfache (konventionelle) Begriffe verwendet: Es geht um ein Volk, das unter einer Besatzung leidet und versucht, dieser Widerstand zu leisten. Ich glaube nicht, dass man sehr viel tiefer schürfen muss, um zu begreifen, was die Palästinenser gegen die Situation haben, in der sie heute stecken. Ich denke auch, dass sich Israel wie die meisten Besatzer aufführt – vor allem sind Besatzer schwer wieder loszuwerden. Es war nicht leicht, die Franzosen zum Abzug aus Algerien zu bewegen oder die Russen zum Abzug aus Afghanistan. Es war nicht leicht, die Amerikaner dazu zu bewegen, aus Vietnam abzuziehen, und es ist eben keine leichte Sache, die Israelis aus den besetzten Palästinensergebieten heraus zu bekommen. Aber ich denke nicht, dass man allzu tief nach Gründen suchen muss. Natürlich gibt es noch andere Ebenen. Doch die grundlegende Tatsache ist, den Palästinensern werden nicht nur ihre fundamentalen Menschenrechte vorenthalten, sondern diese israelischen Wichtigtuer enteignen auch langsam und unerbittlich die Heimat der Palästinenser.

NLW:

Bei einer kürzlichen Diskussion zwischen Zeev Sternhell und Gabriel Piterberg (2) in der ‚New Left Review‘ ging es u.a. darum, ob das Modell ‚Siedler/Kolonialismus‘ auch auf den israelisch-palästinensischen Konflikt übertragbar ist. Halten Sie etwas davon?

Norman Finkelstein:

Ich denke, diese Modelle sind auf einer so hohen Abstraktionsebene angesiedelt, dass sie in jeden Schuh passen – falls man es will. Sind sie Siedler? Ja. Kolonialisieren sie? Ja. Diese beide Tatsachen werden von den Israelis gar nicht bestritten. Während der (britischen) Mandatszeit bezeichneten sie sich selbst als ‚Jewish Colonialization Association‘. Sie streiten nicht ab, dass sie kolonialisieren, und sie streiten auch nicht ab, dass sie Siedler sind. Auf dieser Abstraktionsebene würde kaum ein ehrlicher Israeli widersprechen. Ich denke, der entscheidende Punkt – und der sollte etwas ausführlicher behandelt werden -, ist, dass der Zionismus aus zwei Komponenten besteht. Zunächst einmal ist er eine Ausgeburt des Imperialismusrojekts des ausgehenden 19. Jahrhunderts, und daher Teil des europäischen Imperialismus. Andererseits war der Zionismus aber auch Ausdruck des osteuropäischen Nationalismus. Einige Komponenten des Zionismus leiten sich folglich von einem konventionellen Imperialismus ab, andere wiederum von einem konventionellen Nationalismus. Ich glaube, wenn Sie nicht beides begreifen, werden Sie den Zionismus nie wirklich begreifen können.

NLP:

Ein romantischer Nationalismus also?

Norman Finkelstein:

Ja, eine konventionelle Form des romantischen Nationalismus. Wenn man sich mit den Arbeiten von Hans Kohn beschäftigt – er war in den 40gern und 50ger Jahren der wichtigste Historiker auf dem Gebiet des Nationalismus -, wird einem schnell klar, dass der Zionismus eine ziemlich typische Form des romantischen Nationalismus ist – des Blut-und-Boden-Nationalismus.

NLP:

Welche anderen nützlichen historischen Analogien fallen Ihnen noch ein?

Norman Finkelstein:

Durch meine Arbeit ist mir klargeworden, dass der Vergleich mit der Enteignung der Ureinwohner Amerikas, in Nordamerika, eine sehr gute Parallele darstellt. Vor einigen Jahren habe ich mich hingesetzt und Einiges über das Schicksal der Cherokees in den Vereinigten Staaten gelesen. Wenn man die einzelnen Schritte nachvollzieht, die zu deren Enteignung führten und diese Schritte dann mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt vergleicht, erkennt man eine eindrucksvolle Korrelation; vieles ist ähnlich.

NLW:

Wie nützlich ist der Vergleich mit der Apartheid – um die Realität der israelischen Besatzungspolitik  zu verdeutlichen?

Norman Finkelstein:

Ich sehe keinen Grund zu zögern, wenn es um diese Punkte geht. Selbst Mainstream-Israelis stellen heute solche Vergleiche an sowie viele Südafrikaner des Mainstream: der ehemalige israelische Generalstaatsanwalt Michael Ben-Yair tat es, der ehemalige israelische Erziehungsminister Yossi Sarid, die ehemalige israelische Erziehungsministerin Shulamit Aloni oder John Dugard oder Desmond Tutu. Auch in verschiedenen Leitkommentaren der ‚Ha’aretz‘ kam es vor oder bei (der israelischen Menschenrechtsorganisation) B’Tselem oder der ‚Association for Civil Rights‘ in Israel. Das alles sind respektierte, bekannte Quellen. Vor allem sind es Quellen, die entweder sehr darauf achten, was sie sagen oder (im Falle der genannten Südafrikaner), sehr darauf bedacht sind, dass ihre südafrikanische Erfahrung nicht trivialisiert wird – nur das nicht. Wenn eine derart überwältigende Anzahl ernsthafter, respektabler Intellektuellen und Aktivisten diesen Vergleich nicht scheut, sehe ich keinen Grund zu widersprechen. Andererseits gibt es Unterschiede. Der wichtigste ist folgender: Theoretisch war es das Ziel der Apartheid, eine komplette Rassentrennung zu erreichen; in der Praxis war ihnen jedoch klar, dass sie nie auf die schwarzen Arbeitskraft würden verzichten können. Israel legt keinen Wert darauf, sich seine arabischen oder palästinensischen Arbeitskräfte zu erhalten. Israel will tatsächlich einen homogenen Staat – vom Mittelmeer bis Jordanien. Sie wollen die Homogenität nicht nur theoretisch sondern auch in der Praxis. Eine Ausnahme sind die Gastarbeiter. Ihre Rolle – Arbeiter, denen ihre Rechte vorenthalten werden -, erinnert an die Rolle der türkischen „Gastarbeiter“ in weiten Teilen Europas.

NLW:

Häufig ist zu hören: „Israel hat dieses oder jenes getan“, aber warum will ‚Israel,‘ Ihrer Meinung nach, die Okkupation überhaupt aufrechterhalten? Der israelische Analyst Shir Hiver vom ‚Alternative Information Center‘ (3) in Jerusalem lehnt Begründungen ab, die sich allein auf das traditionelle ‚Wem-nützt-es?‘ – also auf ökonomische Analysen – stützen. Ist der Grund für die Besatzung, Ihrer Meinung nach, eher materieller oder eher ideologischer Natur – oder beides?

Norman Finkelstein:

Zunächst einmal: Dinge dieser Art lassen sich nie beweisen. Zweitens, könnte es einen Konsens der Eliten geben, was das Ziel angeht aber keinen, was die Motive angeht. Folglich könnte es einen Konsens geben, die Okkupation aufrechtzuerhalten – aber einen aus unterschiedlichen Motiven, je nachdem, mit wem man spricht. Da sind die einen, für die die Besatzung, einfach eine religiöse Sache ist. In Israel gibt es rechtsgerichtete religiöse Fanatiker – im Grunde Wenige – aber für manche hat das Ganze doch eine religiöse Komponente. Für andere hingegen zählt offensichtlich die wirtschaftliche Komponente: (Sie wollen) das wertvollste Land und die Wasserressourcen nicht hergeben. Ich neige immer mehr dazu, zu glauben, dass es Einigen um so eine Art Politik geht: Die Israelis werden niemals aufgeben, solange sie nicht dazu gezwungen werden.

Nehmen wir zum Beispiel den Südlibanon. Israel hielt den Süden des Libanon besetzt. Es gab alle möglichen Theorien, warum sie nicht abgezogen sind. Sie dürfen nicht vergessen, dass Israel sehr, sehr lange dort war – von 1978 bis 2000. Wir reden hier von 22 Jahren. Das ist eine wirklich lange Zeit. Warum sind sie geblieben? Einige brachten dieselben Argumente vor, wie man sie auch bezüglich des Westjordanlandes hört, zum Beispiel, „sie wollten die Wasserressourcen“ oder „sie wollten den Litani-Fluss“ usw.. Ich glaube, im Grunde wollten sie nicht gehen, weil sie nun einmal dort waren. Sie wollten erst abziehen, wenn sie bereit dazu waren. Niemand sollte ihnen vorschreiben, wann sie bleiben oder wann sie gehen – denn sie interpretieren jeden verordneten Abzug als Schwäche. Ich glaube, das ist auch heute so. Sie gehen einfach nicht, weil alle genau das wollen: Sie sollen gehen. Doch sie wollen zeigen, dass sie jedem Druck standhalten. Sollten sie irgendwann abziehen, dann nur, weil sie dazu gezwungen wurden. Für sie wäre das ein Zeichen von Schwäche.

NLW:

Glauben Sie, dass sie (die Israelis) die Westbank wegen echter Sicherheitsbedenken kontrollieren wolllen, dass das, ín erster Linie, ihr Motiv ist?

Norman Finkelstein:

Nein. Ich möchte nicht leichtfertig erscheinen, aber es gibt keine Beweise für diese Sicherheitsbedenken. Alle sind sich einig, dass es lächerlich ist, zu glauben, das Jordantal hätte irgendeine Bedeutung für die Sicherheit Israels. Sie (die Israelis) geben das sogar zu. Sie können es bei Shlomo Ben-Ami (ehemaliger israelischer Sicherheitsminister) und anderen nachlesen, die sagen, es sei ein Mythos, dass das Jordantal ihnen in irgendeiner Weise Sicherheit bieten könne. Um Himmels willen – wir reden heute darüber, dass Missiles, Raketen und Nuklearwaffen die größte Bedrohung darstellen. Wie könnte die Westbank irgendeine Sicherheitsbarriere für solche Waffen sein? Es ist einfach nur lächerlich. Früher hieß es: „Wir müssen die Westbank nicht wegen Jordanien halten, sondern weil der Irak in Jordanien einmarschieren könnte“. Der Irak spielt heute keine Rolle mehr. Der Irak wird in nächster Zeit keine Truppen nach Jordanien entsenden, um Israel anzugreifen. Planungen dieser Art gibt es nicht. Um was geht es also? Es gibt kein überzeugendes Argument für Behauptungen, die in diese Richtung gehen. Selbst die Hamas besitzt heute Raketen – und behauptet, sie besitze sogar welche mit einer längeren Reichweite. Warum sollte das Behalten eines Gebietes also ein Schutz sein?

NLW:

Gibt es innerhalb Israels eine Opposition der Eliten gegen die Besatzung?

Norman Finkelstein:

Manche spekulieren, dass es  innerhalb der Eliten eine Opposition gibt, zum Beispiel unter den israelischen Industriebossen. Wahrscheinlich sind sie das Pendant zu unseren Hightech-Geschäftsleuten aus dem Silicon Valley, die die Besatzung wahrscheinlich für komplett verrückt halten, weil sie nichts anderes im Kopf haben als Geldmachen, und der schnellste und sicherste Weg, Geld zu machen, ist eben, mit allen in Frieden zu leben. Daher gehe ich davon aus, dass es in der israelischen Wirtschaft Akteure gibt, die gegen die Okkupation sind. Es gibt auch Aussagen von ihnen, dass sie es gerne sehen würden, wenn die Okkupation beendet würde. Dennoch gibt es einen ziemlich harten Konsens – der besagt, dass sich Israel keinen Bedingungen unterwerfen wird, die eine wirkliche Selbstbestimmung der Palästinenser zulassen würden. Und das ist nicht nur Konsens innerhalb der Eliten sondern auch Konsens in Israel.

NLW:

Noch eine Frage zu demselben Thema: Wenn man sich so die Trends in der (israelischen) Bevölkerung ansieht, sind sie nicht gerade positiv.

Norman Finkelstein:

Nein, sie sind jenseits von gut und böse. Es ist wie Südafrika in den 70ger Jahren. Sie verschärfen den Druck solange, bis die Besatzung ihnen selbst Schmerzen zufügt. Aber im Moment spüren sie nichts. Alle reden von der israelischen Wirtschaft, wie rasant sie sich doch entwickle. Noch nie habe man dort (in Israel) besser gelebt. Das Einzige, was sie natürlich nicht so gut finden, ist, dass sie ausgegrenzt werden.

NLW:

Was die Trends in der öffentlichen Meinung betrifft, so habe ich von zwei taktischen Schlussfolgerungen gehört. Die erste hört man häufig von liberalen Zionisten. Angesichts der realen öffentlichen Meinung in Israel, so folgern sie, sollte es uns vor allem darum gehen, die israelische Öffentlichkeit nicht weiter zu entfremden. Wir sollten sie auf unsere Seite bringen. Aus diesem Grund sollten wir keine harte Haltung an den Tag legen, denn sonst fühlen sie sich „belagert“ usw.. Andere wiederum sind der Meinung (wie Sie vorhin ja auch schon gesagt haben), dass man die Israelis den Preis der Besatzung stärker spüren lassen müsste – durch Boykott, Divestment und Sanktionen, siehe die BDS-Kampagne oder vergleichbare Kampagnen. Was sagen Sie zu der ersten Schlussfolgerung?

Norman Finkelstein:

Ich denke, beides ist richtig. Es ist nicht sinnvoll, Leute zu isolieren, so dass sie sich in eine Ecke zurückziehen und das Gefühl haben, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als um sich zu schlagen. Man muss ihnen zeigen, dass man vernünftige Argumente besitzt, dass man eine vernünftige Lösung des Konflikts vorschlagen kann – die im Einklang steht mit dem internationalen Recht – eine Lösung, die die Rechte und die Würde aller Beteiligter schützt. Andererseits musst du ihnen aber auch zeigen, dass es nicht so weitergehen kann – denn im Moment denken sie genau das. Selbst auf militärischer Ebene glaubt man in Israel nicht, dass es im Nahen/Mittleren Osten zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse gekommen ist oder gerade kommt. Ihre Haltung ist folgende: „Wir haben Fehler gemacht, wir haben uns militärische Irrtümer geleistet. Alles, was wir tun müssen, ist die Fehler und die Irrtümer zu korrigieren, dann sind wir wieder da, wo wir nach dem Juni 1967 (Selbsttagekrieg) waren. Und wenn die Araber nicht spuren, tun wir eben das Gleiche wie 1967 – als wir ihnen ein paar harte Schläge verpasst haben und sie besiegt haben.“ Noch auf keiner Ebene haben sie (die Israelis) begriffen, dass es nicht so weitergehen kann. Deshalb muss man ihnen auf die harte Tour beibringen, dass sie nicht weitermachen können. Allerdings müssen wir immer eine Rettungsleine bereithalten.. Es geht nicht darum, Israel zu zerstören oder irgendjemanden ins Meer zu treiben. Es geht darum, die Rechte und die Menschenwürde aller zu gewährleisten.

NLW:

Wie gehen die BürgerInnen der USA und Großbritanniens damit um? Wie versuchen sie, dieses Ziel auf taktische Weise zu erreichen? Was halten Sie zum Beispiel von der BDS-Bewegung?

Norman Finkelstein:

Zunächst einmal: Die Leute betreiben zu viel Kult um dieses BDS (Boykott, Divestment, Sanktionen). Wenn eine Bewegung anfängt, Insider-Kürzel (wie ‚BDS‘) zu benutzen, isoliert sie sich. Zu meiner Zeit sprach man von ‚DOP‘ (Dictatorship Of the Proletariat). Knappe Abkürzungen sollen verdeutlichen, dass man zum ‚inneren Zirkel‘ gehört, dass man cool ist und weiß, was Sache ist. Wir sollten wirklich wegkommen davon – denn hier geht es nicht um unser Ego (das manchmal etwas zu groß ist). Es geht darum, ein wichtiges, humanes Ziel zu erreichen.

Zur Zeit gibt es, meiner Ansicht nach, drei Hauptstränge des Widerstandes gegen die israelische Handlungsweise. Erstens, der rechtliche Ansatz, der bedeutet, Israel – im Sinne des internationalen Rechts – zur Verantwortung zu ziehen. Das hervorragendste Beispiel ist der ‚Goldstone-Report‘ (über den Angriff auf Gaza); daneben gibt es etliche weitere Initiativen. In Großbritannien, zum Beispiel, droht man offiziellen Besuchern aus Israel und deren Personal – anhand des internationalen Rechts – Gerichtsverfahren an, sollten sie das Land betreten. In meinen Augen ist das ein ausgesprochen wertvolles Mittel, um Menschen zu organisieren: Man übt Druck auf das Gesetz aus, indem man sagt: „Was wir fordern, fordert doch auch das Gesetz“. Was die Umsetzung angeht, stellen sich diese Maßnahmen allerdings als sehr elitär heraus, da nur eine kleine Gruppe von Juristen in der Lage ist, das Recht in vollem Maße zur Geltung zu bringen.

Ein weiterer Ansatz ist der gewaltfreie, zivile Widerstand. Was an Orten wie Bil’in (einem Palästinenserdorf an der Mauer) vor sich geht, was die Internationalisten leisten – auch die Flotte (für Gaza) gehört in diese Kategorie. Das alles ist Teil der Komponente ‚gewaltfreier, ziviler Widerstand‘. Ich will an dieser Stelle nicht von “Strategie‘ sprechen, da ich glaube, dass all diese verschiedenen Ansätze des Widerstands gegen die Besatzung sich nicht in die Quere kommen.

Die dritte Komponente heißt ‚Boykott, Divestment, Sanktionen‘ (BDS (4)). Sie besteht, meiner Ansicht nach, aus zwei Aspekten: Der erste greift Israel GLOBAL an. Alles, so heißt es, was mit ‚Israel‘ zu tun hat, sollte boykottiert werden. Der andere Aspekt geht nicht ganz so weit: Wir sollten uns auf die Dinge konzentrieren, bei denen Israel  illegaler Weise gegen internationales Recht verstößt. Ein Beispiel hierzu ist eine kürzliche Aktion der Methodist Church in Großbritannien. Diese Kirche wies eine Resolution zurück, in der gefordert wurde, alle Produkte aus Israel zu boykottieren – obwohl eine Reihe von Leuten dies unbedingt wollten. Stattdessen wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt, dass nur jene Produkte boykottiert werden sollen, die aus den (israelischen) Siedlungen kommen, denn diese seien, gemäß internationalem Recht, illegal. Es gibt auch andere Initiativen – zum Beispiel eine von Amnesty International, die ein umfassendes Waffenembargo gegen Israel fordert, denn der Transfer von Waffen an Länder, die ständig gegen die Menschenrechte verstoßen, ist, gemäß internationalem Recht, illegal. Dann wäre da noch eine Initiative gegen (den amerikanischen Baumaschinenhersteller) Caterpillar, weil Caterpillar am Abriss (palästinensischer) Wohnhäusern beteiligt ist, was gemäß internationalem Recht illegal ist usw..

Wir haben es innerhalb der BDS-Kampagne also mit einer Untergruppe zu tun, der es nicht in erster Linie darum geht, Israel GLOBAL anzugreifen, sondern die sich auf die, gemäß internationalem Recht, illegalen ASPEKTE der israelischen Politik konzentriert. Eine andere Untergruppe jedoch vertritt die Ansicht, dass alles, was mit Israel zu tun hat, boykottiert werden sollte: akademische Institutionen, sämtliche Produkte usw.. Ich persönlich bin der Meinung, dass der erste Ansatz – vor allem der Angriff auf alle Elemente der israelischen Politik, die gemäß internationalem Recht illegal sind -, wesentlich erfolgversprechender ist, da den Menschen klar ist, was internationales Recht heißt. Greift man hingegen alles an, was mit Israel zu tun hat, kommen rasch Fragen nach den Motiven auf: „Okay – gegen was sind wir hier eigentlich? Sind wir gegen die Okkupation oder sind wir gegen ganz Israel?“ Der globale Ansatz ist, so sehe ich es, bewusst verwirrend, was dieses Thema angeht.

NLW:

Wie würden Sie auf das Argument reagieren, dass so etwas wie beispielsweise ein ‚Kulturboykott‘ („‚globales‘ BDS“, in Ihrer Terminologie) funktioniert, indem es Israel „den Preis der Okkupation spüren lässt“?

Norman Finkelstein:

Das ist richtig. Ich bin auch nicht dogmatisch. Die Zeiten sind längst vorbei, als ich noch eine Parteilinie verteidigen musste. Ich denke, es ist richtig. Ich denke auch, dass dies Erfolge sind, und ich freue mich, wenn Leute sagen, sie machen bei einem Boykott mit. Aber ehrlich gesagt, traue ich vielen nicht, die sich daran beteiligen. Ich halte sie nicht für ehrlich. Sie benutzen sehr vage Formulierungen – so dass du nicht genau weißt, gegen was sie eigentlich sind. Uri Avnery (an manchen Tagen mag ich ihn, an manchen nicht) hat meiner Ansicht nach recht, wenn er sagt, dass man sich keine klare Meinung über diese Leute bilden kann – gegen was sind sie genau?

NLW:

Ich nehme an, sie würden antworten, dass sie eine möglichst breite Bewegung aufbauen wollen und dass sie aus diesem Grund – soweit wie möglich – mit ihren Präferenzen hinsichtlich einer wünschenswerten endgültigen Lösung hinter dem Berg halten, so dass Leute, die anderer Meinung sind, trotzdem mitmachen können, solange es um kurzfristigere Ziele geht.

Norman Finkelstein.

Stimmt, aber es schreckt auch viele ab – die klare Antworten wollen, bevor sie bereit sind, sich auf etwas einzulassen. Wissen Sie, die sagen, sie seien gegen „Zionisten“.

http://zmag.de/artikel/hilf-dir-selbst-dann-hilft-dir-gott-teil-1

Israel bombardiert Gazas landwirtschaftlichen Sektor

von Eva Bartlett

16.02.2010 — Ingaza Blog

— abgelegt unter:

“Wenn wir den Weizen heute nicht säen können, dann haben wir in diesem Jahr keine Ernte,“ sagt Abu Saleh Abu Taima, während sie die beiden israelischen Militärjeeps am Grenzzaun östlich von Khan Yunis sehen. Obwohl sein Land mehr als 300 m entfernt ist, also außerhalb der von Israel bestimmten ‚Pufferzone’ hat Abu Taima Grund, misstrauisch zu sein. „Gestern schossen sie auf uns, als ich mit meiner Frau und meinen Neffen hier war.

Wie viele Bauern an Gazas Ost- und Nordgrenze hatte Abu Taina das Pflanzen und Säen wegen Wassermangels und wegen der Bedrohung durch isr. Soldaten entlang der Grenze verzögert. Nachdem die meisten Brunnen/Quellen und Zisternen im Grenzgebiet des Gazastreifens durch das israelische Militär bei den Angriffen im letzten Winter zerstört worden waren, blieb den Bauern keine andere Möglichkeit, als auf größeren Regen zu warten.

Die israelischen Soldaten begannen 2003 das Land intensiv mit Bulldozern zu bearbeiten und beendeten diesen Job im letzten Krieg, sagt Hamdan Abu Taina, Besitzer von 30 Dunum, die gefährlich nahe an der Pufferzone liegen. Nasser Abu Taina hat 15 Dunum nahebei. Weitere 15 Dunum liegen direkt an der Grenze und dürfen lt Militär nicht betreten werden. Mein Brunnen wurde im letzten isr. Krieg zerstört. Vor fünf Jahren hatte ich hier Gewächshäuser für Tomaten, ein Haus und viele Bäume. Alles ist weg. Jetzt säe ich Weizen, wenn ich kann. Es ist das einfachste. Nasser zeigt auf die Trümmer seines Hauses, erntet ein paar Kaktusfeigen und schüttelt seinen Kopf. Solch eine Schande. Solche Verschwendung. Ich kenne hier jeden Quadratmeter. Jetzt fühle ich mich die meiste Zeit krank, weil ich mein Land nicht erreichen kann. Und ich muss mich um 23 Familienmitglieder kümmern und sie ernähren.

Vor etwa 10 Jahren richtete Israel die Pufferzone entlang der international anerkannten grünen Linie ein. Israelische Bulldozer entfernten alte Oliven- und Fruchtbäume und zerstörten landwirtschaftlich genütztes Land mit Bewässerungsschläuchen, zerstörten Häuser und Gewächshäuser, Brunnen und Zisternen, Maschinen und Tierställe.

Die Pufferzone von Gazas äußerstem Nordwesten bis zum südöstlichsten Punkt, undeutlich markiert, annektiert mehr als die 300 m an der Grenze entlang. Die israelischen Behörden sagen, dass jeder sein Leben riskiert und von isr. Soldaten erschossen wird, der sich innerhalb dieser 300m aufhält. Mindestens 13 pal. Zivilisten sind so seit dem 18. Januar 2009 schon getötet und 39 verletzt worden – unter ihnen Kinder und Frauen.

Ein ganzer Sektor zerstört

Die UN-Agentur OCHA berichtet, dass grob ein Drittel von Gazas landwirtschaftlich genütztem Land innerhalb der Pufferzone liegt, deren Breite zwischen einem halben bis 2 km breit ist.

Ahmed Sourani vom Palästinensisch-landwirtschaftlichen Hilfskomitee (PARC) sagte zur Guardian-Zeitung: „Es ist indirekte Konfiszierung aus Angst. Meine Befürchtung ist, dass wenn dies so bleibt, es eine vollendete Tatsache bleibt. Nach PARC ist das fruchtbare Farmland in und in der Nähe der Pufferzone bis vor kurzem Gazas Futterkorb und die Hälfte von Gazas Lebensmittel wurden in diesem Gebiet produziert.

2008 beschäftigte der landwirtschaftliche Sektor nahezu 70 000 Bauern, sagt PARC, einschließlich 30 000 landwirtschaftliche Arbeiter, die hier etwa 5 $ pro Tag verdienten.

Bis vor ein paar Jahren war die Landwirtschaft eine der produktivsten Arbeitszweige und ist nun einer von denen, die am wenigsten hervorbringen und am gefährlichsten ist – auf Grund des israelischen Schießens und der Aggressionen gegen die Menschen in der Grenzregion. Von den 175 000 Dunum kultivierbaren Landes – so berichtet PARC – sind 75 000 Dunum während der israelischen Invasion und Operation zerstört worden … 35-60% der landwirtschaftlichen Industrie wurden nach der UN und dem World Health Organisation zerstört. Gazas einzige Landwirtschaftsschule in Beit Hanoun war auch zerstört worden. Oxfam stellt fest, dass der israelische Krieg gegen den Gazastreifen und die Pufferzone etwa 46 % des landwirtschaftlichen Landes nutzlos und unerreichbar liegen lässt.

Meer als 35 000 Rinder, Schafe und Ziegen wurden während des israelischen Angriffes getötet, außerdem eine Million an Hühnern und Kücken – nach dem UN-Umwelt-Programm (UNEP)-September 2009-Bericht.

Sogar vor dem letzten Angriff hätte es wegen der Blockade schon ernsthaften Mangel an landwirtschaftlich benötigten Dingen gegeben: Baumsetzlinge, Pestizide, Dünger, Plastikplanen für Gewächshäuser und Schläuche für die Bewässerung hat es schon länger nicht mehr gegeben, heißt es in dem Bericht von 2008.

Im März 2009 listet der OCHA-Bericht auf: Nylonplanen, Samen, Oliven und andere Fruchtbaumsetzlinge, Plastikschläuche, Dünger, Tierfutter, Kleinvieh und vieles andere sind kaum vorhanden, und vieles davon ist dringend nötig.

Der Mangel an landwirtschaftlichen Waren, verbunden mit Israels Politik der Zerstörung und Aggression in der Pufferzone bedeutet ,dass die Bauern ihren Anbau völlig verändert haben: sie säen niedrigen Weizen und Roggen, wo vorher Gemüse und Obstgärten wuchsen und blühten oder pflanzen gar nichts mehr. Die Wasserquellen sind besonders hart während Israels Angriffen im letzten Winter 08/09 getroffen worden.

Eine UNDP- Untersuchung nach den Angriffen fand heraus, dass fast 14 000 Dunum des Bewässerungsnetzwerks und Röhren zerstört worden sind, zusammen mit 250 Brunnen und 327 Wasserpumpen, die völlig beschädigt wurden. Weitere 53 Brunnen wurden teilweise durch Bombardements und durch Bulldozer beschädigt worden. Dies schließt die vielen zerstörten Zisternen und Bewässerungsteiche aus.

Die Bauern bringen jetzt das Wasser in Plastikgefäßen oder warten auf den nächsten tüchtigen Regen, um etwas von ihrer Ernte zu retten. Viele andere haben aufgegeben, ihr Land zu bearbeiten,

Landwirtschaftliche Arbeit unter Beschuss

Mohamed Al-Ibrim, 20, von Benesuhela, einem Dorf bei Khan Yunis wurde in der Grenzregion durch israelischen Beschuss verletzt. Am 18.Februar arbeitete ich mit anderen Landarbeitern 500 m von der Grenze entfernt. Wir arbeiteten ein paar Stunden ohne Probleme und die Israelis beobachteten uns. Die israelischen Soldaten begannen mit dem Schießen, als wir unsern kleinen Transportkarren schoben, weil etwas an ihm gebrochen war. Ich wurde in den Knöchel geschossen. Seine Verletzung kam gerade ein paar Wochen, nachdem sein Cousin Anwr Al-Ibrim von der Kugel eines israelischen Soldaten Kugel tödlich ins Genick getroffen wurde. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Im Norden des Gazastreifens hat Ali Hamad, 52, ein 18 Dunum großes Stück Land, grob 500 m von der Grenze bei Beit Hanoun entfernt. „Die Israelis zerstörten im letzten Krieg mit Bulldozern meine Zitronenbäume, Wasserpumpen, Brunnen und Bewässerungsschläuche. Keiner kann hierher kommen, um den Schutt von meinem Brunnen zu entfernen – jeder hat Angst vor den israelischen Soldaten an der Grenze. Jetzt warten wir auf den Winterregen. Alle bis auf einen Brunnen und eine Pumpe sind in dieser Region zerstört worden. Ich habe meine restlichen paar Bäume seit dem Krieg nicht mehr gewässert. Ich pflegte sie sonst einmal in der Woche zu wässern, drei bis vier Stunden lang. Jetzt sind sie vertrocknet und die Früchte, Zitronen und Orangen sind winzig.

Mohamed Musleh,70, lebt östlich von Beit Hanoun, etwas 1,5 km von der Grenze entfernt und besitzt die einzige noch funktionierende Pumpe in seiner Region.

In diesem Gebiet gab es sonst viele Vögel, weil es hier fruchtbar war, bis die Israelis anfingen, alle Bäume – auch die meinigen – mit Bulldozern zu zerstören. Als die Leute wieder Bäume anpflanzten, begannen die Israels, die Wasserquellen zu zerstören.

Ahmed Al-Basiouni, 53, besaß den ersten Brunnen, der 1961 östlich von Beit Hanoun gebaut worden war. Meine Brüder und ich haben 60 Dunum Land. Viele Leute holten Wasser aus unserem Brunnen. Er wurde 2003 zerstört und noch einmal im letzten israelischen Krieg. Wenn ich jetzt meine restlichen Bäume wässere, mach ich es mit der Hand – einen Baum nach dem anderen.

UNEO warnte in seinem Septemberbericht, dass das Aquifer des Gazastreifens in Gefahr sei, zu kippen. Die Ursache des Problems liegt darin, dass immer mehr Salzwasser vom Meer her einsickert, weil zu viel Grundwasser entzogen wird. Nach dem Bericht ist der Salz- und Nitratgehalt des Wassers weit über dem vom WHO erlaubten Standard. Etwa 90 und 95% des für die Palästinenser erreichbaren Wassers im Gazastreifen ist kontaminiert und für menschlichen Gebrauch ungeeignet – nach WHO-Standard.

Das Wasser ist weiter von anderen chemischen Bestandteilen kontaminiert, die die israelische Armee während des Krieges im Gazastreifen zurückließ. Dazu weitere Kontaminationen von den zerstörten Asbestdächern und dem Gift, das von den Tausenden von Tierleichen ausgeht und von den Müllplätzen, die unzugänglich und während des Krieges beschädigt wurden. All dies verschlimmert und verschärft die Situation.

(( weitere Beispiele, wie Israel die Landwirtschaft des Gazastreifens zerstört, das Land, die Brunnen, die Bäume; es gibt kein Material, um die Brunnen wieder herzustellen. Ein Landbesitzer verliert 0,25 Mill. Dollar auf Grund der Zerstörung ER…))

Trotzdem versuchen einige durchzuhalten.

„Nun bauen wir Okra an und haben 40 Olivenbäume neu angepflanzt. Aber es wird Jahre dauern, bevor wir Oliven ernten können. Wir müssten die Bäume alle drei Tage gießen, aber unser Brunnen war zerstört worden. Also müssen wir das Wasser mit Containern bringen. Wir sind 13 in unserer Familie, vier davon an der Universität. Außer der Landwirtschaft haben wir keine Arbeit. …“

‚Meine Hühnerfarm – etwa 500m von der Grenze entfernt – als auch 500 Frucht- und Olivenbäume und 100 Dunum Land mit Weizen und Erbsen auf meinem und meines Nachbarn Land wurden im Mai 2008 von israelischen Bulldozern zerstört, auch meine Zisterne, die Pumpe und der Motor und einer meiner Traktoren wurden zerstört ….Die Seite unseres Hauses, die auf der Grenzseite lag, ist von Kugeln israelischer Waffen durchlöchert ..

Wir haben ein anderes Haus mieten müssen; aber wie sollen wir die Miete zahlen? …’

Seit den ersten Beschränkungen durch die Belagerung des Gazastreifens vor fast vier Jahren hat sich die Situation der Landwirtschaft des Gazastreifens und die Möglichkeit, etwas zu produzieren …durch Zerstörung … sich dramatisch verschlechtert, die Menschen sind inzwischen stark unterernährt.

Der traurige Zustand der Landwirte macht sich in der ganzen Bevölkerung bemerkbar, und die Palästinenser sind nun weitgehend von den teuren israelischen Waren abhängig, die in geringen Mengen ab und zu nach Gaza hineingelassen werden.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT bei http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs

Neues israelisches Verbrechen:Palästinenser von Israeli überfahren

Palästinenser von Israeli überfahren

Ein junger Palästinenser wurde von einem israelischen Siedler überfahren.
*Viewers may find some of the images disturbing.

Al Jazeera English – Middle East – Palestinian man hit in car attack

Der zweite israelische Sender strahlte letzte Woche ein Video aus, das zeigt, wie ein Siedler aus Kiryat Arba Siedlung in Hebron einen verletzten palästinensischen Mann überfahren.

.Die Aufnahme zeigt wie ein Fahrer in einem Auto über den Palästinenser Wasim Moswadda aus Hebron zweimal fuhr. Und dies geschah, trotz der Tatsache, dass Rettungsdienste ihn gerade  behandelt hatten, nachdem ein Soldat auf ihn das Feuer eröffnete  und ihn mit sechs Schüssen traf. News berichtet, dass der Palästinenser schwer verletzt wurde und sein Zustand kritisch, aber stabil.

In der Zwischenzeit, sage die israelische Polizei, sie werde den Fall untersuchen, und den israelischen Täter und den verletzten Palästinenser verhören, der angeblich zwei jüdische Siedlerinnen verletzt habe. Die Polizei hat den Siedler auf der Stelle entlassen.

Nach Angabe des israelischen Polizeisprechers, habe sie dem Siedler verboten, während der Untersuchung die Siedlung zu verlassen. Die Aufnahmen zeigten, dass der Fahrer zweimal mit seinem Auto über einen Palästinenser fuhr während  die Soldaten zuschauten.

In einem Interview mit Al Jazeera sagte der Vater des jungen Palästinensers, dass er auf das Recht seines Sohnes nicht verzichten wird, und vor die israelischen Gerichte oder anderen Gerichte ziehen wird, wenn die israelische ihm Unrecht tun.

Der Vater sagte dass er  nicht in der Lage ist, das barbarische und hassvolle Verbrechen mit Worte zu beschreiben,

Er sagte, dass sein Sohn nach ärztlicher Angabe die Gefahrphasen überwunden hat. Er wusste noch  nichts über die Umstände des Vorfalls und über die Berichte, dass sein Sohn zwei jüdischen Siedlerinnen angegriffen hat. Er hat drauf hingewiesen, dass sein Sohn ursprüngliche Opfer sein könnte.

Nach israelischen Berichten werden immer israelische Angriffe auf Palästinenser verübt, die von israelischen Soldaten und Siedlern sind zahlreich und vielfältig. Nach B’Tselm, der israelischen Menschenrechtsorganisation, ist das auffällige Foltern und die Einschüchterung der palästinensischen Häftlinge durch israelische Soldaten eine Routine geworden.

Unter diese blutigen Szenen fällt auch der Angriff von israelischen Soldaten auf einen jungen Menschen in der Gemeinde  Ni’lin an, der gegen die Trennmauer protestierte (Juli 2008).

Ebenfalls ist der Mord am kleinen Jungen Mohammed al-Dura zu Beginn der Al-Aqsa-Intifada im Jahr 2000 nicht vergessen worden. Er wurde kaltblütig von israelischen Besatzungstruppen ermordet.

Ein der schlimmsten Angriffe ist gegen die Ibrahimi-Moschee in Hebron im Februar 1994 durch den extremistischen Siedler Baruch Goldstein, der fünfzig Palästinenser getötet und 350 verwundet hatte.

Sogar die Bürger von befreundeten Ländern mit Israel werden angegriffen.

Die Amerikanerin Rachel Corrie wurde angegriffen und starb durch einen israelischen Bulldozer  im Gaza-Streifen als sie 2003 der Zerstörung der Häuser von Palästinensern in Rafah widerstand.

http://aljazeera.net/NR/exeres/EF76F6B8-5174-41F5-8773-6BC06414394F.htm