Auftauchen von Zweifel über die Identität der Terroristen, welche den Angriff in Südisrael ausführten

 

Gazaner bezweifeln die Verantwortung der bekannten Widerstandsgruppen und deren militärischen Flügeln; Ägyptische Zeitungen identifizieren drei der Attentatplaner als Äqypter.

Von Amira Hass

Es ist eine Woche seit dem terroristischen Angriff nähe Eilat vergangen und es gibt kein Anzeichen der tradiotionellen Trauerzelte für die Verwandten der Militanten, welche durch die Israelische Verteidigungskräfte getötet wurde oder tatsächlich irgendein welche Berichte über Familien von Gazanern, welche als Ergebnis der Tätigkeiten der IDF an der ägyptischen Grenze letzten Donnerstag trauerten. Weder gab es Berichte über Familien, welche nach der Rückkehr der Leichen ihrer Geliebten verlangen, um diese zu beerdigen. Ein sozialer Aktivist, welcher schon lange tätig ist, sagte Haaretz, dass sogar bei Fällen, wo Familien aufgefordert werden ihre Trauer zu verbergen, solche Nachrichten im Gazastreifen dennoch schwierig zu verbergen sind.

Die Abwesenheit der Trauerzelte verstärkt das allgemeine Gefühl im Gazastreifen, dass die Ausführer der Attacke, im Gegensatz zur Behauptung der israelischen Verteidigung, nicht aus dem Gazastreifen waren. Die Gazaner beweifeln ebenfalls, dass Mitglieder des berühmten Widerstandskomitees und deren militärischer Flügel (der Nasser Salah al-Din Brigaden) hinter diesem Angriff steckten. Unterstützung für diese Ansicht ist in einem Bericht vom Montag durch die ägyptische Tageszeitung Al-Masry Al-Youm zu finden, wonach ägyptische Sicherheitskräfte drei der Planer als Ägypter identifizierten. Ein Sprecher des PRC antwortete auf den Bericht, indem er sagte, dass die Organisation die Attacke “rühmte“, jedoch diese nicht geplant hat.

Innerhalb einiger Stunden nach dem Angriff um 17 Uhr am Donnerstag, töteten zwei IDF Raketen den Führer Kamal al-Nirab und drei weitere Mitglieder seines militärischen Flügels, welche sich in einem Haus der Männer  im Flüchtlingslager von  Rafah befanden.Der zweijährige Sohn des Hausbesitzern starb ebenfalls bei diesem Raketenangriff.

Zehntausende Menschen nahmen am Freitag an der Beerdigung der fünf Opfer teil. Ein Verwandter Nirabs erzählte Haaretz, dass es ein Gefühl nach Vergeltung bei den Menschen in Rafah gibt.

Nirab war in dieser Region weniger wegen seinen militärischen Fähigkeiten, sondern vielmehr aufgrund seiner Rolle, welcher er in den letzten wenigen Jahren als Vermittler und Problemlöser innerhalb von Familien und auch zwischen Fatah und Hamas erlangt hatte, bekannt geworden.[…]

http://www.haaretz.com/print-edition/news/doubts-emerge-over-identity-of-terrorists-who-carried-out-attack-in-israel-s-south-1.380525

Advertisements

Gaza Innenministerium: Freiheit für 87 Gefangene und Urlaub für 55 Gefangene zum Fastenbrechenfest.

Gaza.

Das Innenministerium in Gaza lässt zum Fastenbrechenfest 87 Gefangene, welche aufgrund krimineller Angelegenheiten im Gefängnis waren, frei und erlaubt 55 Gefangenen für einige Tage zum Fest zu ihren Familien nach Hause zu gehen, dann jedoch wieder ins Gefängnis zurückzukehren. Dabei warnte das Ministerium die Freigelassenen, wieder zu den Straftaten überzugehen, was für sie strenge Konsequenzen haben wird und rief sie dazu auf, ein neues Kapitel in ihrem Leben aufzuschlagen und das alte, negative zu verlassen.

http://paltimes.net/details/news/2613/%D8%A7%D9%84%D8%AF%D8%A7%D8%AE%D9%84%D9%8A%D8%A9-%D8%AA%D9%81%D8%B1%D8%AC-%D8%B9%D9%86-87-%D9%8855-%D9%81%D9%8A-%D8%A5%D8%AC%D8%A7%D8%B2%D8%A9-%D9%85%D9%86-%D8%A7%D9%84%D8%B3%D8%AC%D9%86.html

Der 2-jährige Islam Q. – Das jüngste Opfer des israelischen Angriffs der letzten Tage

Gaza.

Seit einer Woche greift Israel den Gazastreifen an, was zu mind. 20 Toten bisher geführt hat. Israel behauptet damit auf die Angriffe in Elat zu reagiere, wobei bisher noch nicht bewiesen ist, wer diese Anschläge ausgeführt hat und wer die Opfer sind. Aus Gaza hat sich unüblicherweise niemand zu dem Anschlag bekannt.

Das jüngste Opfer dieses brutalen Angriffs ist das 2-jährige Kleinkind Islam Q. aus Gaza, dessen Körper bis auf seine Innereien zerfetzt wurde.

Andere Bilder von ihm habe ich mir aufgrund ihrer Heftigkeit erspart, hier zu posten.

Der kleine Islam vorher:

Der kleine Islam nach dem israelischen Raketenangriff auf sein Haus:

vorher und nachher:

Lenkt Israel mit seinen Angriffen auf Gaza von internen Protesten ab?

Die Israelis haben die Nase voll – aber wovon?

von Ran Ha Cohen

08.08.2011 — Antiwar.com / Antikrieg.com

Als kleiner Kolumnist stehe ich vor einem Rätsel. Zehn Jahre lang schreibe ich über das Leben in Israel und finde, dass das immer schwieriger wird: nichts ändert sich. Wie oft kann man über die gleichen Dinge etwas neues schreiben? Andererseits haben die internationalen Medien kein Problem, Seiten und Bildschirme zu füllen, indem sie das Gleiche jedes Mal anders erscheinen lassen.

In diesen Tagen allerdings, wo es zu wirklichen Änderungen in Israel kommt wie schon seit Jahrzehnten nicht, schweigen die internationalen Medien. Dem israelischen Wind der Veränderung wird zum Beispiel im Guardian etwas Aufmerksamkeit gewidmet, anderswo aber kaum. Kann jemand dieses Paradox erklären?

Arabischer Frühling, israelischer Sommer

Noch vor wenigen Wochen, als ich schrieb, dass Israel hinter seinen Nachbarn herhinkt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dem arabischen Frühling dieser israelische Sommer folgen würde. Hier ist nicht der Ort, um das zu beschreiben, was der bei weitem intensivste Protest in der Geschichte Israels ist. Es reicht zu sagen, dass was mit ein paar Mitte Juli auf dem Rothschild Boulevard in Tel Aviv aus Protest errichteten Zelten begann, jetzt um die tausend Zelte in zwei Dutzend Städten umfasst. Die erste Massendemonstration in Tel Aviv brachte rund 20.000 Menschen auf die Beine, eine Woche später marschierten 80.000 in Tel Aviv und eine ähnliche Anzahl in verschiedenen anderen Städten, und an der dritten Samstag-Demonstration am 6. August gingen rund 300.000 Israelis auf die Straße. Was als Protest von Studenten in Tel Aviv gegen überhöhte Mietpreise begann, hat eine endlose Liste von anderen Berufsgruppen, Organisationen, spontan gebildeten Gruppen und Individuen angezogen – von Ärzten und Lehrern bis zu Milchproduzenten und Taxifahrern, von Alleinerziehern bis zu Motorradfahrern. Bezeichnenderweise sind auch Ehepartner von Polizisten vor kurzem der Protestbewegung beigetreten, auch die Vereinigung pensionierter Soldaten ist dabei. Sie protestieren gegen alles: die Kosten fürs Wohnen, von Käse, von Benzin, für den Kindergarten, was immer sich denken lässt. Gegen die Wirtschaft, die von einem Dutzend Großunternehmern beherrscht wird, die unfaire Steuerbelastung …

Es ist die israelische Mittelschicht, die auf die Straße geht, nicht die unteren Schichten wie in früheren Protestaktionen. Die Mittelschicht erfuhr eine Verminderung ihrer Reihen um 20 Prozent zwischen 1998 und 2007, wobei die meisten der Verlierer in die Armut abgesunken sind. Die Demonstranten umfassen Juden, Araber, eingewanderte Arbeiter (hauptsächlich Juden), Nichtreligiöse, Orthodoxe und Ultraorthodoxe (hauptsächlich aber Nichtreligiöse). Sie sind jung und alt, die meisten jung, zwischen 20 und 30 Jahre alt – Menschen, auf die das erste Mal seit vielen Jahren die Bezeichnung „Generation“ zutrifft.

Gebrochene Versprechen

Was wollen sie? Die Demonstranten wollen nicht Frieden. In der Tat imitiert eines der gebräuchlichen Plakate auf dem Rothschild Boulevard Schriftart, Farbe und Design von „Peace Now“ („Frieden jetzt“) und ersetzt es durch „Wohlfahrtsstaat jetzt.“ Das ist es, was die Israelis auf die Straße bringt: die exorbitant hohen Lebenshaltungskosten in Israel. Bei Durchschnittseinkommen, die bedeutend unter den europäischen oder nordamerikanischen liegen, sind die Preise in Israel oft viel höher.

Offensichtlich ist das Leben in Israel wirtschaftlich betrachtet viel besser als in den Nachbarländern. Warum erwarten die Israelis sich mehr? Warum vergleichen sie sich mit Europa und Nordamerika und nicht mit Ägypten oder der Türkei? Weil uns der israelische Staat dazu überredet hat (alle israelischen Regierungen von Mitte der 1980er an verfolgten genau die gleiche Politik). Die in Israel regierende Rechte (ob Labor, Likud oder Kadima, sie alle sind gleich) hat die israelische Mittelschicht überzeugt, dass Frieden nicht notwendig ist: wir können sowohl die Okkupation betreiben als auch einen westlichen Lebensstandard haben. Zum Beweis weisen sie auf Israels Mitgliedschaft bei der OECD hin, den exklusiven Klub der reichsten Wirtschaften der Welt, oder auf die prosperierende israelische HighTech-Industrie.

Die Idee klingt perfekt: das Regime weiß, dass sich die israelische Mittelschicht weigern würde, für die Okkupation zu zahlen. Das Regime will aber die Okkupation nicht aufgeben, also überzeugt es die Massen, dass die Okkupation für sie keine wirtschaftlichen Nachteile bringt. Wir brauchen den Frieden nicht: wir können weitermachen wie bisher und ein gutes Leben haben. (Die Israelis zu überzeugen, dass die andere Seite keinen Frieden will, ist eine andere Komponente der gleichen Ideologie.)

Um aber diese Lüge am Leben zu halten, müssen sie etwas bieten. Und die israelische Regierung kann nichts bieten. Die Mittelschicht hört die Versprechen eines guten Lebens und liest die Berichte über sinkende Arbeitslosenquoten und starkes Wachstum, sieht aber eine andere Wirklichkeit: sie wird die ganze Zeit über ärmer. Ich sehe es in meiner Umgebung: hart arbeitende Eltern können ihre Kinder nicht aufziehen ohne massive Hilfe seitens ihrer eigenen Eltern – vom Kauf einer Wohnung gar nicht zu reden. „Großeltern sind kein Bankomat“ schreiben einige Demonstranten auf ihre Transparente.

Ziele und Ablenkungen

Die Wut der Demonstranten richtet sich nicht speziell gegen die Okkupation. Einige der Demonstranten können die wirtschaftliche Bedeutung der Okkupation nicht erkennen, einige fürchten eine Spaltung der Protestbewegung, wenn diese in den Mittelpunkt rückt. In meinen Augen ist die Okkupation Israels größte Sünde, aber nicht seine einzige. Die Demonstranten wenden sich vorbehaltlos gegen die nicht erfüllten Versprechen eines guten Lebens. Sie wenden sich gegen regressive Besteuerung, und sie wenden sich gegen die wenigen israelischen Großunternehmer, die aufgrund der wechselseitigen Abhängigkeit von Politik und Großem Geld fast alle Bereiche der kleinen isolierten israelischen Wirtschaft monopolisiert und die gesamte Bevölkerung zu ihrem abgeschlossenen Markt gemacht haben.

Es ist noch zu früh, um sagen zu können, welche Richtung die Protestbewegung nehmen wird. Seit einigen Wochen hatte sie bereits unglaublichen Erfolg bei der Änderung der öffentlichen Themenstellung und der öffentlichen Diskussion in Israel. Netanyahu hat gut daran getan, nicht die Polizei und Soldaten zu schicken und auf die Demonstranten schießen zu lassen (wie Ehud Barak, als israelische Araber vor elf Jahren auf die Straße gingen), aber alles, was er anzubieten hat, sind ein paar neoliberale Reformen, die er seit Jahren anzubringen versucht hat – anders gesagt, mehr von den gleichen Fehlern, die Israel in das gegenwärtige Dilemma geführt haben. Netanyahu glaubt noch immer, dass seine Regierung nicht gefährdet ist. Jetzt, wo eine Viertelmillion israelische Bürger auf die Straße gegangen sind, sieht Netanyahu mehr und mehr aus wie Mubarak oder Assad. In der Tat, die Protestbewegung hat sich als Motto „Die Menschen fordern soziale Gerechtigkeit“ auserkoren – gesungen nach genau der gleichen Melodie wie das arabische „Die Menschen fordern den Sturz des Regimes.“ Netanyahu kann das nicht ignorieren, ebensowenig wie die Demonstranten, die verkünden: „Ägypten ist hier.“

Denken Sie daran, dass Assad versuchte, die Grenze zu Israel anzuheizen, um seine Haut zu retten. Netanyahu und Barak könnten das Gleiche tun. Gerüchte von einem Krieg im September kursieren auf dem Rothschild Boulevard (als Reaktion auf die Erklärung eines Palästinenserstaates?), um vom internen Protest abzulenken. Wenn es dazu kommt, dann wird die große Frage sein: Wird die junge Generation ihre farbenfrohen Zelte gegen die khakifarbenen vertauschen?

Anmerkungen

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.antikrieg.com.

Ran Ha Cohen Ran HaCohen, 1964 in den Niederlanden geboren, wuchs in Israel auf. Er hat ein BA in Computer-Wissenschaften, ein MA in vergleichender Literatur und seinen Ph.D in Jüdischen Studien. Er lehrt an einer Universität in Israel. Er arbeitet auch als literarischer Übersetzer (vom Deutschen, Englischen und Niederländischen) und lehrt in der Abteilung Vergleichende Literatur an der Tel Aviv Universität. Außerdem ist er Literaturkritiker für die israelische Tageszeitung Yedioth Ahronoth, Israels verbreitetste Tageszeitung.
Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT auf http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Antikrieg.com

Die Belagerung des Gazastreifens ist zur moralischen Blockade Israels geworden

von Yitzhak Laor

05.07.2011 — Ha’aretz

— abgelegt unter:

Israel ist tatsächlich mit den Machtzentren der Welt verbunden. Heute scheint es übertrieben einen Tsunami vorauszusagen, aber vor der Siegesfeier sollte man sich daran erinnern: die israelische Besatzung ist die längste militärische Besatzung der modernen Zeit. Jene, die den beiden Formen der Besatzung – in der Westbank und im Gazastreifen – unterworfen sind, sind einem brutalen Regime ausgeliefert, wie es sich nur wenige Besatzer erlaubten, ohne Gesetz: einer Blockade, einer hohen Kindersterblichkeit, Straßensperren und der Willkür von Soldaten, die gewaltsam in die Wohnungen der Menschen einbrechen. Man stelle sich nur vor: die eigenen Kinder würden nachts durch schreiende, bewaffnete Männer aufgeweckt, die Türen aufbrechen, sie mit Taschenlampen blenden; man stelle sich vor, ohne jeglichen Schutz zu leben. Die anhaltende Besatzung ist eine Katastrophe für uns und für die Palästinenser – weil Israel die Unterstützung des Westens genießt.

Die Siedlungen haben die Besatzung in etwas Unlösbares verwandelt – zumindest für die nächsten Dekaden. Die Besatzung wird nicht nur eine weitere Generation israelischer Soldaten heranziehen, die von Rabbinern des Pöbels angestachelt werden, sondern auch noch eine dritte und vierte Generation Palästinenser, die kein anderes Leben kennen lernen.

Die Tatsache, dass der Gazastreifen zum internationalen Symbol von Grausamkeit wurde, ist ein weiterer Beweis für die Dummheit unserer Führer. Die Operation „Gegossenes Blei“ und die Belagerung Gazas – sie werden von einem breiten nationalen Konsens getragen – haben Gaza zu einem Symbol gemacht, das eine Koordination seitens der Palästinenser nicht länger benötigt. Die israelische Demokratie zeigt ihr wahres Gesicht: im Namen der Mehrheit (sechs Millionen Juden) kann man mit der Minderheit (fünf Millionen in Israel und den besetzten Gebieten) umgehen, wie es einem gefällt.

Die nationale Minderheit in Israel hat zwar das Recht zu wählen, aber sie hat kein eigenes Fernsehen; sie hat Krankenversicherung, aber auch große Arbeitslosigkeit und eine Kindersterblichkeit, die viel höher ist als unter den Juden (8,3 verglichen mit 3,7 bei 1000 Geburten). Tel Aviv, das sich der Welt als liberale Stadt anbietet, ist die einzige Hauptstadt im Westen, die keine muslimische Bevölkerung hat. Sie ist „cool“ doch dieses „cool“ sein ist rassistisch – die 20% Minderheit erscheint überhaupt nicht im Leben der Stadt. Und es für Propagandisten ratsam nicht auf Jaffa als einen Beweis der Vielfalt hinzuweisen. Jaffa mit seiner Yuppie-Einwanderung ist ein perfektes Beispiel der Apartheid, die vom „säkularen“ und „liberalen“ Tel Aviv durchgeführt wird.

Auch die offizielle Propaganda wird nicht helfen. Je stärker Israel auf die Schaltstellen der Macht – Politik und Mediengiganten – in westlichen Ländern Druck ausübt, desto höher steigt die Welle dagegen an, denn der Hass auf die Besatzung und auf den israelischen Rassismus nährt sich aus dem Wissen, dass das was Israel tut, vom Westen finanziert und vom Westen und den Verbindungen zu den Machtzentren unterstützt wird – als ein lebendiges Monument des Kolonialismus. Nichts konnte dies besser begünstigen als die Art und Weise mit der Griechenland die Abfahrt der Gaza-Hilfsflotte verhinderte. Und es war nicht nur Griechenland.

Auch Linke gehören zu den Koalitionen, die gegen Israel im Westen organisiert werden. Aber es gibt auch viele andere, und nicht alle sind humanistisch gesinnt. Nicht alle von ihnen lieben Juden. Diese Koalitionen werden weiter wachsen, solange sich die westliche politische Klasse als „hilflos“ darstellt angesichts Israels Unbeugsamkeit. Natürlich ist sie nicht hilflos und wenn sie ihre tatsächlichen Interessen verfolgt, dann benimmt sie sich auch in der typischen barbarischen westlichen Weise, wie jetzt in Libyen und im Irak.

Der Hass auf Israel passt zum wachsenden Zorn gegen das Establishment in einem politischen Kontext, in dem sich Parteien kaum voneinander unterscheiden. Die Proteste in Griechenland sind ein Beispiel für dieses fehlende Vertrauen. Der Grund dafür ist nicht die israelischen Besatzung, sondern die Machtlosigkeit der Massen, die Wirtschafts- und Kriegpolitik in ihren Ländern zu beeinflussen.

Nicht nur Israel ist im Fokus politischer oder unpolitischer Kritik. Nur sehr wenige Menschen fahren auf der Flottille mit, aber viele waren an ihrer Vorbereitung beteiligt und noch mehr verinnerlichen ihre Verhinderung. Kritik und Raunen ist Teil eines wachsenden Anti-Establishment-Konsens. Die lange Liste von Heucheleien der Politiker wurde ergänzt durch ihre heuchlerische Haltung gegenüber Israels Grausamkeit.

Es ist deshalb nicht überraschend, dass die Belagerung des Gazastreifens verschärft wird und zwar in Form einer moralischen Blockade Israels. In einer Welt voller Ungerechtigkeit, Kriegsverbrechen und Rassismus gegenüber Minderheiten und Migranten, hat Israel in den Jahrzehnten seiner Dummheit langsam aber sicher gelernt zum Symbol von Ungerechtigkeit und Verbrechen zu werden. Wir sind nicht mehr die Verkörperung von Fortschritt, wie wir uns lange Zeit brüsteten, sondern das genaue Gegenteil. Und dies ist wahrlich nur der Anfang.

Yitzhak Laor Yitzhak Laor ist ein hebräischsprachiger Schriftsteller. Der teils als Hochschullehrer und Journalist tätige Autor ist mit Dichtung, Theaterstücken, Essays, Romanen und Erzählbänden sowie als Literaturkritiker hervorgetreten. Der Pazifist gilt in Israel als „Enfant terrible“ der Literaturszene, da als scharfer Kritiker der israelischen Regierungspolitik im Palästinakonflikt bekannt.
Übersetzt von: Ellen Rohlfs u. Doris Pumphry

132.000 Dollar aus Gaza für Somalia

Gaza.

Die palästinensische Führung im Gazastreifen hat in einer zweiwöchigen Spendensammelaktion in Gaza einen Betrag von 132.000 Dollar gesammelt, um diesen an unsere Geschwister in Somalia zu spenden.

http://www.palestine-info.co.uk/en/default.aspx?xyz=U6Qq7k%2BcOd87MDI46m9rUxJEpMO%2Bi1s7HNULGKzRILnApbY1rHj%2FAWC4J%2FkOLcnJ2JH5t0PdER6%2FpI2443x%2BwVnzwDQvZ0oCjqb02zJnEgh2wLtNyMLXuLHc2tXfw6Cg%2BP7TUt%2BSKdA%3D

13-jähriger Ibrahim aus Gaza: ,,Werde ich sterben?“

Gaza.

Der 13-jährige Ibrahim D. ist eines der Opfer des israelischen Angriffs auf den Gazastreifen vor wenigen Tagen.

Vom Fußballspielen ging es zur Intensivstation im Krankenhaus, nachdem eine israelische Rakete ihn und seine Freunde traf, deren Körper durch die Rakete zerfetzt wurden.

Ibrahim D. verlor – wie man im Bild sehen kann – beide Hände; sein Gesicht ist verbrannt; sein Körper voller Splitter.

Voller Emotionen fragt er einen Reporter, welcher ihn interviewt: ,,Werde ich sterben? Antworte mir auf meine Frage…Wie werde ich ohne Hände leben? Mein Kopf, meine Haut und meine Knochen sind durchbohrt von über 50 Raketensplittern […]“

Woraufhin der Reporter in seinen Augen blickt, welche voller Trauer und Unschuld gefüllt sind. Ihm fehlen die Worte, um ihm zu antworten.

Zusammenfassung von:

http://paltimes.net/details/news/2427/%D8%A5%D8%A8%D8%B1%D8%A7%D9%87%D9%8A%D9%85–%D9%84%D8%A7-%D8%A3%D8%B1%D9%8A%D8%AF-%D8%A3%D9%86-%D8%A3%D9%85%D9%88%D8%AA.html