Bürger demonstrieren: Israelisch ja, jüdisch nein

Religionszugehörigkeit

Israelisch ja, jüdisch nein

10.10.2011 2011-10-10T15:37:00+0200 ·  Mehrere Hundert Israelis haben beim Innenministerium beantragt, künftig als „Bürger ohne Religion“ registriert zu werden. Sie protestieren damit gegen die Macht der orthodoxen Rabbiner.

Von Hans-Christian Rößler, Jerusalem

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A pro-Israel supporter waves behind an Israel flag during a rally against Honduras' support for the Palestinian cause outside Presidential house in Tegucigalpa © REUTERSSchon seit der Gründung Israels dauern die Diskussionen an, was den jüdischen Charakter des Staates ausmacht

Der israelische Schriftsteller Yoram Kaniuk hatte in der vergangenen Woche nur den Anfang gemacht. Am Sonntagabend reichten die Sitzplätze auf dem Dach des unbewohnten Gebäudes am Tel Aviver Rothschild-Boulevard nicht aus. Etwa 200 Israelis waren in das inoffizielle Hauptquartier der Protestbewegung gekommen, um dort Erklärungen zu unterschreiben, in denen sie verlangten, dass das Innenministerium auch sie künftig als Bürger „ohne Religion“ in seinen Registern führt.

„Die Kombination von Judentum und Demokratie funktioniert nicht“, sagte Kaniuk laut einem Bericht der Zeitung „Haaretz“. Die größten Feinde des Judentums seien das engstirnige Rabbinat und das religiöse Establishment, schimpfte der 81 Jahre alte Schriftsteller, der mit einer christlichen Frau verheiratet ist. Nach jüdischem Religionsrecht sind deshalb seine Kinder und Enkelkinder keine Juden wie er selbst; nur Kinder einer jüdischen Mutter oder Nicht-Juden, die vor ihren Rabbinern konvertierten, sind nach orthodoxem Verständnis Juden. Als die Behörden vor einiger Zeit auch seinen Enkelsohn als religionslos registrierten, hatte der Autor genug: Er zog bis vor das Tel Aviver Bezirksgericht, um durchzusetzen, dass das Innenministerium bei ihm die Religionszugehörigkeit streicht. Jetzt steht „jüdisch“ nur noch hinter seiner ethnischen Herkunft.

Kaniuk, der nach eigener Aussage nicht an Gott glaubt, ist nach dem Gerichtsbeschluss der vergangenen Woche der erste israelische Jude, der diese Änderung des bisher automatischen Eintrags durchsetzen konnte. Seitdem wird jedoch das Büro seiner Anwältin kaum noch mit den vielen Anfragen von Israelis fertig, die ebenfalls genug von der Dominanz der orthodoxen Rabbiner haben.

Ultra-Orthodox Jewish men check an etrog for blemishes at a market in Jerusalem's Mea Shearim neighbourhood © REUTERSOrthodoxe Rabbiner haben heute ein Monopol auf Eheschließungen, Scheidungen und Beerdigungen

Eine alte Debatte

Es seien zahlreiche ältere Israelis darunter, die sich schon lange mit dieser Frage beschäftigt hätten, sagt die Anwältin Yael Katz-Mastbaum. Nach ihrer Ansicht könnte die Entscheidung des Gerichts weitere Konsequenzen haben. Denn ein neues Gesetz erlaubt es religionslosen Israelis, eine Zivilehe zu schließen. Jüdische Israelis müssen sich in Israel von orthodoxen Rabbinern trauen lassen. Wenn säkulare Juden das nicht wollen, weichen sie oft ins Ausland aus. Heiratsurkunden aus Zypern oder anderen Staaten erkennen die israelischen Behörden an. In Israel sind bisher nur vier Prozent der Bürger als „religionslos“ registriert. Rund drei Viertel der knapp 7,8Millionen Israelis sind laut offiziellen Statistiken jüdisch.

Yoram Kaniuks Erfolg vor Gericht hat eine alte Debatte wiederbelebt. Das liegt nicht nur daran, dass Kaniuk, dessen Werke auch ins Deutsche übersetzt wurden und der im israelischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte, ein bekannter Mann ist. Schon seit der Gründung Israels dauern die Diskussionen an, was den jüdischen Charakter des Staates ausmacht und welche Rolle dabei Religion und familiäre Herkunft spielen.

Immer stärker gewannen bei diesen Fragen orthodoxe Rabbiner an Einfluss, die heute ein Monopol auf Eheschließungen, Scheidungen und Beerdigungen haben. Dabei handelt es sich nicht nur um eine innerisraelische Diskussion. Ministerpräsident Netanjahu und seine Regierung verlangen von den Palästinensern, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen. Erst dann könne wirklich Frieden geschlossen werden. Zu diesem Schritt ist jedoch die palästinensische Führung nicht bereit. Sie weist dabei auch auf die vielen nicht-jüdischen Israelis hin.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/religionszugehoerigkeit-israelisch-ja-juedisch-nein-11488498.html

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Israelische Rabbiner rufen zur Vernichtung von palästinensischen Lagern auf

Besetztes Jerusalem, (PIC)

Ein zionistisches Magazin, welches offensichtlich die bekannte Ansicht der Israelis wiederspiegelt, forderte die Idee der Vernichtung von palästinensischen Lagern.

Diese Ansicht wurde von großen Rabbinern unterstützt, welche dazu aufriefen dieses Projekt zu unterstützten, welches als eine “legitime Pflicht“ betrachtet wird. In diesem Dokument wurden Rabbis angegriffen, welche Bedenken bezüglich dieses Vorgehen haben. So werden die Palästinenser als die „Giganten“ bezeichnet, welche ihr Herr in ihren Texten dazu aufruft abzuschlachten, sowie deren Kinder, deren Frauen, und Ältesten, und sogar deren Tiere zu schlachten vor zwei Jahrtausenden.

Nach Ansicht dieser Rabbiner, ruft die Thora die Juden dazu auf, alle Rassen dieser Giganten aus dieser Zeit zu vertreiben, bezogen auf die Palästinenser.

Der jüdische Denker Audi Aloni sagte, dass Aufrufe, die Palästinenser zu eliminieren werden öffentlich in Synagogen gepredigt sowie auch die Genozid Idee schon eine praktische Option geworden ist.

“Niemand hat den Rabbinern Shlomo Eliahu, Chef Rabbiner der Safed und Rabbiner Shlomo Ayner, Ched der Rabbiner von Beit El, widersprochen, welche das Gutachten unterschrieben, welches die Genehmigung ihrer Meinung vorschlägt,“ sagte Aloni.

Zusammenfassung und Übersetzung von:

http://www.palestine-info.co.uk/En/default.aspx?xyz=U6Qq7k%2bcOd87MDI46m9rUxJEpMO%2bi1s7Lt6epfO73axaVhe24VVrPVCI9rWVjK%2bUah0STNRbv1iqAY5XjysQB98C%2fcrbv6eoKye6rARkwzoU0IzGfC1cHqyskREROISAC4nUxkDw2qk%3d

Rassismus – rabbinischer und sonstiger Rassismus

von Ran Ha Cohen

19.12.2010 — Antiwar.com / Antikrieg.com

— abgelegt unter:

Als Teil von Israels Orgie über Rassismus und Faschismus haben seitdem Ministerpräsident Benyamin Netanyahu seine extrem rechte Koalition vor fast zwei Jahren hat Dutzende israelischer rassistischer Rabbiner (RR) ein Edikt unterzeichnet, das Juden im Land Israel

Verbietet, Besitz an Nicht-Juden ( d.h. israelische Palästinenser) zu verkaufen oder zu verpachten. Die RR gründen ihre Entscheidung vor allem auf den berühmten mittelalterlichen jüdischen Gelehrten Maimonides (1135-1204), der verbat, Häuser und Felder im Lande Israel an „Götzendiener“ zu verkaufen ( Mishne Torah, Hilkhot avodat kokhavim)

Sah Maimonides, der in einer toleranten muslimischen Welt lebte, die Muslime als Götzendiener an? Im Gegenteil. In einer seiner Antworten stellt er fest: „Die Ismaeliten ( (Muslime) sind gar keine Götzendienet“ . Wie fast alles im jüdischen Gesetz sind die Dinge verhandelbar; Maimonides’ Autorität ist verhandelbar, seine Interpretation des Gesetzes ist verhandelbar und seine eigene Intension ist auch verhandelbar. Die RR reflektieren eher ihren eigenen Rassismus als einen unbestreitbaren, inhärenten jüdischen Rassismus.

Der orthodoxe Fehler

Es war der zionistisch orthodoxe Intellektuelle Yeshayahu Leibowitz ( 1903 – 1994), der das israelische, rabbinische Establishment drängte, nicht nur sich selbst vom Staat frei zu machen (Die RR sind alles Staatsbeamte), sondern auch eine gründliche Reform zu machen, um das Judentum der Realität des modernen jüdischen Staates anzupassen. Das rabbinische Establishment ignorierte Leibowitz’ Aufruf. Die heutige jüdische Orthodoxie, besonders die zionistische Orthodoxie ist deshalb in einem ganzen Netzwerk von lächerlichen Widersprüchen gefangen. Die Ursache liegt in der Tatsache, dass die Halakhah, das jüdische Gesetz, im Exil entwickelt wurde, als jüdische nationale Unabhängigkeit – geschweige denn ein moderner Staat – bestenfalls eine messianische Phantasie war.

Die jüdische Orthodoxie hatte versäumt , sich mit der Tatsache abzufinden, dass die Juden in Israel nicht mehr eine Minderheit, sondern eine souveräne Mehrheit sind. Viele der rassistischen Seiten des Judentums sind auf diesen ungeklärten Wandel zurückzuführen. Eine Mehrheit in einem modernen Staat hat sehr verschiedene moralische Rechte und Pflichten als eine kleine religiöse Gemeinschaft im Exil.

Der führende ultra-orthodoxe israelische Rabbiner Yosef Shalom Elyashif hat sich über die zionistischen RR lustig gemacht, indem er daran erinnerte, dass sie es sind, die die umstrittene Umgebung des biblischen Befehls, dem Land ein Sabbatjahr zu geben und zu vermeiden, dass es jedes 7. Jahr kultiviert wird. Die umstrittene Umgebung dieses biblischen Befehls besteht darin, das Land für die Dauer des 7. Jahres an einen Nicht-Juden zu verkaufen – im klaren Widerspruch zum rassistischen Edikt. Die RR sind nicht nur Rassisten – sie sind auch Heuchler. Ihr politisches Engagement zum chauvinistischen Rassismus ist tiefer als ihre religiöse Integrität.

Wenn die RR darauf bestehen, die Araber wie Götzendiener zu behandeln, warum erinnern sie uns dann nicht an die übrigen Worte von Maimonides? Im selben Kapitel steht: Maimonides verbietet alles, was das Leben von Götzendienern rettet: wenn ein Götzendiener am Ertrinken ist, soll ihn ein Jude nicht retten; wenn ein Götzendiener am Sterben ist, sollte ein Jude sein Leben nicht retten; und ein jüdischer Arzt soll einen Götzendiener nicht heilen, wenn er nicht dazu gezwungen wird.

Andrerseits stellt Maimonides im selben Kapitel fest, dass all diese Regeln nur dann gelten, wenn die Juden im Exil sind und die Götzendiener die Überlegeneren sind. Und wenn die Juden die Oberhand haben? Dann sollte das biblische Gebot ( Deuteronomium 7) befolgt werden: „Wenn Israel die Macht über sie hat, dann ist es für uns verboten, dass ein Götzendiener unter uns weilt.. Sogar ein vorübergehender Bewohner oder ein Händler, der von Ort zu Ort reist, sollte es nicht erlaubt werden, durch unser Land zu reisen“ – wenn er nicht die Sieben Gesetze des Noah akzeptiert. In diesem Fall wird er „fremder Bewohner“, ein Kategorie, die sich fast aller Rechte der Juden erfreut. Es gibt kaum Zweifel, dass die Muslime den Sieben Geboten des Noah gehorchen, und deshalb …

Die RR verheimlichen alle diese Ansichten. Sie verheimlichen die angefochtene Gültigkeit der rassistischen Regulierungen, weil sie selbst unnachgiebig rassistisch sind. Sie verheimlichen die schlimmsten rassistischen Regeln, weil sie fürchten, dass viele ihrer Nachfolger nicht so weit gehen würden. Wenigstens nicht jetzt, wenigstens nicht öffentlich.

Und sie kennen ihre Nachfolger. Ihre Forderung, Besitz nicht an Araber zu vermieten oder zu verkaufen, wird von 55% der israelischen Juden unterstützt, wenn man einer kürzlichen Ynet-Volksbefragung vertrauen kann, einschließlich einer großen Minderheit von 41% nicht religiöser Juden und 88% von Orthodoxen und Ultra-Orthodoxen Juden. Ich fordere die Alan Dershowitzers der Welt auf, ein anderes (westliches oder anderes) Land zu finden, in dem eine Mehrheit gegen den Verkauf von Land an eine ethnische Minderheit von Mitbürgern ist.

Der säkulare zionistische Fehler

Der lautstärkste unter den RR ist Shmuel Eliyahu von Safed. Es ist nicht zufällig in seiner Stadt, wo arabische Studenten regelmäßig schikaniert und gedemütigt, ihr Besitz mutwillig beschädigt wird und Juden, die ihnen eine Wohnung vermieten, terrorisiert werden.

In einer hebräischen Zeitungsspalte verleumdet ein rassistischer Rabbiner fast jeden: die „Linken“, die Umweltschützer, die Araber, das Gericht, den Staat – sie alle verschwören sich alle gegen das Wort Gottes, auf das er und seine Nachfolger ein Monopol hätten.

Eines der Ziele der RR verdient besondere Beachtung: es gäbe nichts Illegales mit dem Verbot, Arabern Land zu verkaufen, sagt Eliyahu, weil der Jüdische National Fond (JNF) dies seit Jahrzehnten getan habe und zwar unter der Schirmherrschaft des Staates.

Hier trifft der rassistische Rabbi den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich besitzt der JNF 13 % des Landes von Israel und weist eindeutig Land nur Juden zu . Der Fond wurde lange vor der Staatsgründung Israels geschaffen und sammelte Geld, um jüdische Siedlungen in Palästina zu kaufen. Er ist ein großer Mitarbeiter im zionistischen Bewusstsein in aller Welt. In früheren Dekaden gab es kein zionistisches Klassenzimmer in der jüdischen Welt, in der es nicht die blaue Büchse für Spenden gab. Diese kolonialistische Institution wurde auch noch lange nach der Gründung des Staates lebendig gehalten. Doch ein souveräner Staat hat sehr andere moralische Rechte und Pflichten als eine vorstaatliche kolonialistische Bewegung. Aber Israel hält den Stock an beiden Enden.

Die diskriminierende Politik der JNF wurde Jahrzehnte lang ausgeführt und ist jetzt unter der Aufsicht von Israels Obersten Gerichtshof. Erst letztes Jahr unterzeichnete Israel einen massiven Landtausch mit dem JNF, bei dem der JNF dem Staat Land im bevölkerten Zentrum Israels gab. Er bekam dafür vor allem unbewohntes Land im Norden und im Süden, damit er Araber daran hindern kann, dort zu siedeln. Der Staat benützt den JNF als Subunternehmer, um das Prinzip der Gleichheit und das Diskriminieren von Nichtjuden zu umgehen, wenn es sich um Zugang zu freiem Land handelt – oder noch öfter um Land, das schon von Arabern bewohnt ist, die Israel zu vertreiben vorhat.

Der JNF ist der Hauptenteigner der Beduinen im Süden Israels. Er pflanzt Bäume auf Hunderten von Hektar Land, die Beduinendörfern gehören, um das Gebiet ethnisch von nicht-jüdischer Bevölkerung zu säubern. Der JNF ist auch hinter der Zerstörung von Arakib, einem Beduinendorf, das jetzt zum 8. Mal in den letzten Monaten durch Bulldozer der JNF zerstört wurde.

Als Präsident Shimon Peres und andere zionistische Politiker die RR verurteilten, sollte ihre Verurteilung nicht als bare Münze genommen werden. Es ist immer israelische Politik gewesen – linke genau so wie rechte Regierungen – an Araber kein Land zu verkaufen oder zu verpachten. Eine ergänzende Maßnahme zur massiven Konfiszierung von Land in arabischen Besitz. Orthodoxes Judentum hat versagt, dem Status der jüdischen Mehrheit entgegenzukommen; Der Zionismus hat sich geweigert, sich mit seinen vorstaatlichen kolonialistischen Wurzeln abzufinden, selbst innerhalb des „kleineren Israel“ (geschweige denn in den besetzten Gebieten) die rassistischen Rabbiner mögen weniger eloquent sein als z.B. Shimon Peres, aber beide , die rassistischen Rabbiner sind ein Teil eines viel tieferen israelischen Ethos ethnischer Diskriminierung. Tatsächlich sind die Opfer von Israels unnachgiebiger diskriminierender Politik bei weitem zahlloser als jene des schändlichen rabbinischen Edikts.