Rassismus – rabbinischer und sonstiger Rassismus

von Ran Ha Cohen

19.12.2010 — Antiwar.com / Antikrieg.com

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Als Teil von Israels Orgie über Rassismus und Faschismus haben seitdem Ministerpräsident Benyamin Netanyahu seine extrem rechte Koalition vor fast zwei Jahren hat Dutzende israelischer rassistischer Rabbiner (RR) ein Edikt unterzeichnet, das Juden im Land Israel

Verbietet, Besitz an Nicht-Juden ( d.h. israelische Palästinenser) zu verkaufen oder zu verpachten. Die RR gründen ihre Entscheidung vor allem auf den berühmten mittelalterlichen jüdischen Gelehrten Maimonides (1135-1204), der verbat, Häuser und Felder im Lande Israel an „Götzendiener“ zu verkaufen ( Mishne Torah, Hilkhot avodat kokhavim)

Sah Maimonides, der in einer toleranten muslimischen Welt lebte, die Muslime als Götzendiener an? Im Gegenteil. In einer seiner Antworten stellt er fest: „Die Ismaeliten ( (Muslime) sind gar keine Götzendienet“ . Wie fast alles im jüdischen Gesetz sind die Dinge verhandelbar; Maimonides’ Autorität ist verhandelbar, seine Interpretation des Gesetzes ist verhandelbar und seine eigene Intension ist auch verhandelbar. Die RR reflektieren eher ihren eigenen Rassismus als einen unbestreitbaren, inhärenten jüdischen Rassismus.

Der orthodoxe Fehler

Es war der zionistisch orthodoxe Intellektuelle Yeshayahu Leibowitz ( 1903 – 1994), der das israelische, rabbinische Establishment drängte, nicht nur sich selbst vom Staat frei zu machen (Die RR sind alles Staatsbeamte), sondern auch eine gründliche Reform zu machen, um das Judentum der Realität des modernen jüdischen Staates anzupassen. Das rabbinische Establishment ignorierte Leibowitz’ Aufruf. Die heutige jüdische Orthodoxie, besonders die zionistische Orthodoxie ist deshalb in einem ganzen Netzwerk von lächerlichen Widersprüchen gefangen. Die Ursache liegt in der Tatsache, dass die Halakhah, das jüdische Gesetz, im Exil entwickelt wurde, als jüdische nationale Unabhängigkeit – geschweige denn ein moderner Staat – bestenfalls eine messianische Phantasie war.

Die jüdische Orthodoxie hatte versäumt , sich mit der Tatsache abzufinden, dass die Juden in Israel nicht mehr eine Minderheit, sondern eine souveräne Mehrheit sind. Viele der rassistischen Seiten des Judentums sind auf diesen ungeklärten Wandel zurückzuführen. Eine Mehrheit in einem modernen Staat hat sehr verschiedene moralische Rechte und Pflichten als eine kleine religiöse Gemeinschaft im Exil.

Der führende ultra-orthodoxe israelische Rabbiner Yosef Shalom Elyashif hat sich über die zionistischen RR lustig gemacht, indem er daran erinnerte, dass sie es sind, die die umstrittene Umgebung des biblischen Befehls, dem Land ein Sabbatjahr zu geben und zu vermeiden, dass es jedes 7. Jahr kultiviert wird. Die umstrittene Umgebung dieses biblischen Befehls besteht darin, das Land für die Dauer des 7. Jahres an einen Nicht-Juden zu verkaufen – im klaren Widerspruch zum rassistischen Edikt. Die RR sind nicht nur Rassisten – sie sind auch Heuchler. Ihr politisches Engagement zum chauvinistischen Rassismus ist tiefer als ihre religiöse Integrität.

Wenn die RR darauf bestehen, die Araber wie Götzendiener zu behandeln, warum erinnern sie uns dann nicht an die übrigen Worte von Maimonides? Im selben Kapitel steht: Maimonides verbietet alles, was das Leben von Götzendienern rettet: wenn ein Götzendiener am Ertrinken ist, soll ihn ein Jude nicht retten; wenn ein Götzendiener am Sterben ist, sollte ein Jude sein Leben nicht retten; und ein jüdischer Arzt soll einen Götzendiener nicht heilen, wenn er nicht dazu gezwungen wird.

Andrerseits stellt Maimonides im selben Kapitel fest, dass all diese Regeln nur dann gelten, wenn die Juden im Exil sind und die Götzendiener die Überlegeneren sind. Und wenn die Juden die Oberhand haben? Dann sollte das biblische Gebot ( Deuteronomium 7) befolgt werden: „Wenn Israel die Macht über sie hat, dann ist es für uns verboten, dass ein Götzendiener unter uns weilt.. Sogar ein vorübergehender Bewohner oder ein Händler, der von Ort zu Ort reist, sollte es nicht erlaubt werden, durch unser Land zu reisen“ – wenn er nicht die Sieben Gesetze des Noah akzeptiert. In diesem Fall wird er „fremder Bewohner“, ein Kategorie, die sich fast aller Rechte der Juden erfreut. Es gibt kaum Zweifel, dass die Muslime den Sieben Geboten des Noah gehorchen, und deshalb …

Die RR verheimlichen alle diese Ansichten. Sie verheimlichen die angefochtene Gültigkeit der rassistischen Regulierungen, weil sie selbst unnachgiebig rassistisch sind. Sie verheimlichen die schlimmsten rassistischen Regeln, weil sie fürchten, dass viele ihrer Nachfolger nicht so weit gehen würden. Wenigstens nicht jetzt, wenigstens nicht öffentlich.

Und sie kennen ihre Nachfolger. Ihre Forderung, Besitz nicht an Araber zu vermieten oder zu verkaufen, wird von 55% der israelischen Juden unterstützt, wenn man einer kürzlichen Ynet-Volksbefragung vertrauen kann, einschließlich einer großen Minderheit von 41% nicht religiöser Juden und 88% von Orthodoxen und Ultra-Orthodoxen Juden. Ich fordere die Alan Dershowitzers der Welt auf, ein anderes (westliches oder anderes) Land zu finden, in dem eine Mehrheit gegen den Verkauf von Land an eine ethnische Minderheit von Mitbürgern ist.

Der säkulare zionistische Fehler

Der lautstärkste unter den RR ist Shmuel Eliyahu von Safed. Es ist nicht zufällig in seiner Stadt, wo arabische Studenten regelmäßig schikaniert und gedemütigt, ihr Besitz mutwillig beschädigt wird und Juden, die ihnen eine Wohnung vermieten, terrorisiert werden.

In einer hebräischen Zeitungsspalte verleumdet ein rassistischer Rabbiner fast jeden: die „Linken“, die Umweltschützer, die Araber, das Gericht, den Staat – sie alle verschwören sich alle gegen das Wort Gottes, auf das er und seine Nachfolger ein Monopol hätten.

Eines der Ziele der RR verdient besondere Beachtung: es gäbe nichts Illegales mit dem Verbot, Arabern Land zu verkaufen, sagt Eliyahu, weil der Jüdische National Fond (JNF) dies seit Jahrzehnten getan habe und zwar unter der Schirmherrschaft des Staates.

Hier trifft der rassistische Rabbi den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich besitzt der JNF 13 % des Landes von Israel und weist eindeutig Land nur Juden zu . Der Fond wurde lange vor der Staatsgründung Israels geschaffen und sammelte Geld, um jüdische Siedlungen in Palästina zu kaufen. Er ist ein großer Mitarbeiter im zionistischen Bewusstsein in aller Welt. In früheren Dekaden gab es kein zionistisches Klassenzimmer in der jüdischen Welt, in der es nicht die blaue Büchse für Spenden gab. Diese kolonialistische Institution wurde auch noch lange nach der Gründung des Staates lebendig gehalten. Doch ein souveräner Staat hat sehr andere moralische Rechte und Pflichten als eine vorstaatliche kolonialistische Bewegung. Aber Israel hält den Stock an beiden Enden.

Die diskriminierende Politik der JNF wurde Jahrzehnte lang ausgeführt und ist jetzt unter der Aufsicht von Israels Obersten Gerichtshof. Erst letztes Jahr unterzeichnete Israel einen massiven Landtausch mit dem JNF, bei dem der JNF dem Staat Land im bevölkerten Zentrum Israels gab. Er bekam dafür vor allem unbewohntes Land im Norden und im Süden, damit er Araber daran hindern kann, dort zu siedeln. Der Staat benützt den JNF als Subunternehmer, um das Prinzip der Gleichheit und das Diskriminieren von Nichtjuden zu umgehen, wenn es sich um Zugang zu freiem Land handelt – oder noch öfter um Land, das schon von Arabern bewohnt ist, die Israel zu vertreiben vorhat.

Der JNF ist der Hauptenteigner der Beduinen im Süden Israels. Er pflanzt Bäume auf Hunderten von Hektar Land, die Beduinendörfern gehören, um das Gebiet ethnisch von nicht-jüdischer Bevölkerung zu säubern. Der JNF ist auch hinter der Zerstörung von Arakib, einem Beduinendorf, das jetzt zum 8. Mal in den letzten Monaten durch Bulldozer der JNF zerstört wurde.

Als Präsident Shimon Peres und andere zionistische Politiker die RR verurteilten, sollte ihre Verurteilung nicht als bare Münze genommen werden. Es ist immer israelische Politik gewesen – linke genau so wie rechte Regierungen – an Araber kein Land zu verkaufen oder zu verpachten. Eine ergänzende Maßnahme zur massiven Konfiszierung von Land in arabischen Besitz. Orthodoxes Judentum hat versagt, dem Status der jüdischen Mehrheit entgegenzukommen; Der Zionismus hat sich geweigert, sich mit seinen vorstaatlichen kolonialistischen Wurzeln abzufinden, selbst innerhalb des „kleineren Israel“ (geschweige denn in den besetzten Gebieten) die rassistischen Rabbiner mögen weniger eloquent sein als z.B. Shimon Peres, aber beide , die rassistischen Rabbiner sind ein Teil eines viel tieferen israelischen Ethos ethnischer Diskriminierung. Tatsächlich sind die Opfer von Israels unnachgiebiger diskriminierender Politik bei weitem zahlloser als jene des schändlichen rabbinischen Edikts.

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Israel bombardiert Gazas landwirtschaftlichen Sektor

von Eva Bartlett

16.02.2010 — Ingaza Blog

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“Wenn wir den Weizen heute nicht säen können, dann haben wir in diesem Jahr keine Ernte,“ sagt Abu Saleh Abu Taima, während sie die beiden israelischen Militärjeeps am Grenzzaun östlich von Khan Yunis sehen. Obwohl sein Land mehr als 300 m entfernt ist, also außerhalb der von Israel bestimmten ‚Pufferzone’ hat Abu Taima Grund, misstrauisch zu sein. „Gestern schossen sie auf uns, als ich mit meiner Frau und meinen Neffen hier war.

Wie viele Bauern an Gazas Ost- und Nordgrenze hatte Abu Taina das Pflanzen und Säen wegen Wassermangels und wegen der Bedrohung durch isr. Soldaten entlang der Grenze verzögert. Nachdem die meisten Brunnen/Quellen und Zisternen im Grenzgebiet des Gazastreifens durch das israelische Militär bei den Angriffen im letzten Winter zerstört worden waren, blieb den Bauern keine andere Möglichkeit, als auf größeren Regen zu warten.

Die israelischen Soldaten begannen 2003 das Land intensiv mit Bulldozern zu bearbeiten und beendeten diesen Job im letzten Krieg, sagt Hamdan Abu Taina, Besitzer von 30 Dunum, die gefährlich nahe an der Pufferzone liegen. Nasser Abu Taina hat 15 Dunum nahebei. Weitere 15 Dunum liegen direkt an der Grenze und dürfen lt Militär nicht betreten werden. Mein Brunnen wurde im letzten isr. Krieg zerstört. Vor fünf Jahren hatte ich hier Gewächshäuser für Tomaten, ein Haus und viele Bäume. Alles ist weg. Jetzt säe ich Weizen, wenn ich kann. Es ist das einfachste. Nasser zeigt auf die Trümmer seines Hauses, erntet ein paar Kaktusfeigen und schüttelt seinen Kopf. Solch eine Schande. Solche Verschwendung. Ich kenne hier jeden Quadratmeter. Jetzt fühle ich mich die meiste Zeit krank, weil ich mein Land nicht erreichen kann. Und ich muss mich um 23 Familienmitglieder kümmern und sie ernähren.

Vor etwa 10 Jahren richtete Israel die Pufferzone entlang der international anerkannten grünen Linie ein. Israelische Bulldozer entfernten alte Oliven- und Fruchtbäume und zerstörten landwirtschaftlich genütztes Land mit Bewässerungsschläuchen, zerstörten Häuser und Gewächshäuser, Brunnen und Zisternen, Maschinen und Tierställe.

Die Pufferzone von Gazas äußerstem Nordwesten bis zum südöstlichsten Punkt, undeutlich markiert, annektiert mehr als die 300 m an der Grenze entlang. Die israelischen Behörden sagen, dass jeder sein Leben riskiert und von isr. Soldaten erschossen wird, der sich innerhalb dieser 300m aufhält. Mindestens 13 pal. Zivilisten sind so seit dem 18. Januar 2009 schon getötet und 39 verletzt worden – unter ihnen Kinder und Frauen.

Ein ganzer Sektor zerstört

Die UN-Agentur OCHA berichtet, dass grob ein Drittel von Gazas landwirtschaftlich genütztem Land innerhalb der Pufferzone liegt, deren Breite zwischen einem halben bis 2 km breit ist.

Ahmed Sourani vom Palästinensisch-landwirtschaftlichen Hilfskomitee (PARC) sagte zur Guardian-Zeitung: „Es ist indirekte Konfiszierung aus Angst. Meine Befürchtung ist, dass wenn dies so bleibt, es eine vollendete Tatsache bleibt. Nach PARC ist das fruchtbare Farmland in und in der Nähe der Pufferzone bis vor kurzem Gazas Futterkorb und die Hälfte von Gazas Lebensmittel wurden in diesem Gebiet produziert.

2008 beschäftigte der landwirtschaftliche Sektor nahezu 70 000 Bauern, sagt PARC, einschließlich 30 000 landwirtschaftliche Arbeiter, die hier etwa 5 $ pro Tag verdienten.

Bis vor ein paar Jahren war die Landwirtschaft eine der produktivsten Arbeitszweige und ist nun einer von denen, die am wenigsten hervorbringen und am gefährlichsten ist – auf Grund des israelischen Schießens und der Aggressionen gegen die Menschen in der Grenzregion. Von den 175 000 Dunum kultivierbaren Landes – so berichtet PARC – sind 75 000 Dunum während der israelischen Invasion und Operation zerstört worden … 35-60% der landwirtschaftlichen Industrie wurden nach der UN und dem World Health Organisation zerstört. Gazas einzige Landwirtschaftsschule in Beit Hanoun war auch zerstört worden. Oxfam stellt fest, dass der israelische Krieg gegen den Gazastreifen und die Pufferzone etwa 46 % des landwirtschaftlichen Landes nutzlos und unerreichbar liegen lässt.

Meer als 35 000 Rinder, Schafe und Ziegen wurden während des israelischen Angriffes getötet, außerdem eine Million an Hühnern und Kücken – nach dem UN-Umwelt-Programm (UNEP)-September 2009-Bericht.

Sogar vor dem letzten Angriff hätte es wegen der Blockade schon ernsthaften Mangel an landwirtschaftlich benötigten Dingen gegeben: Baumsetzlinge, Pestizide, Dünger, Plastikplanen für Gewächshäuser und Schläuche für die Bewässerung hat es schon länger nicht mehr gegeben, heißt es in dem Bericht von 2008.

Im März 2009 listet der OCHA-Bericht auf: Nylonplanen, Samen, Oliven und andere Fruchtbaumsetzlinge, Plastikschläuche, Dünger, Tierfutter, Kleinvieh und vieles andere sind kaum vorhanden, und vieles davon ist dringend nötig.

Der Mangel an landwirtschaftlichen Waren, verbunden mit Israels Politik der Zerstörung und Aggression in der Pufferzone bedeutet ,dass die Bauern ihren Anbau völlig verändert haben: sie säen niedrigen Weizen und Roggen, wo vorher Gemüse und Obstgärten wuchsen und blühten oder pflanzen gar nichts mehr. Die Wasserquellen sind besonders hart während Israels Angriffen im letzten Winter 08/09 getroffen worden.

Eine UNDP- Untersuchung nach den Angriffen fand heraus, dass fast 14 000 Dunum des Bewässerungsnetzwerks und Röhren zerstört worden sind, zusammen mit 250 Brunnen und 327 Wasserpumpen, die völlig beschädigt wurden. Weitere 53 Brunnen wurden teilweise durch Bombardements und durch Bulldozer beschädigt worden. Dies schließt die vielen zerstörten Zisternen und Bewässerungsteiche aus.

Die Bauern bringen jetzt das Wasser in Plastikgefäßen oder warten auf den nächsten tüchtigen Regen, um etwas von ihrer Ernte zu retten. Viele andere haben aufgegeben, ihr Land zu bearbeiten,

Landwirtschaftliche Arbeit unter Beschuss

Mohamed Al-Ibrim, 20, von Benesuhela, einem Dorf bei Khan Yunis wurde in der Grenzregion durch israelischen Beschuss verletzt. Am 18.Februar arbeitete ich mit anderen Landarbeitern 500 m von der Grenze entfernt. Wir arbeiteten ein paar Stunden ohne Probleme und die Israelis beobachteten uns. Die israelischen Soldaten begannen mit dem Schießen, als wir unsern kleinen Transportkarren schoben, weil etwas an ihm gebrochen war. Ich wurde in den Knöchel geschossen. Seine Verletzung kam gerade ein paar Wochen, nachdem sein Cousin Anwr Al-Ibrim von der Kugel eines israelischen Soldaten Kugel tödlich ins Genick getroffen wurde. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Im Norden des Gazastreifens hat Ali Hamad, 52, ein 18 Dunum großes Stück Land, grob 500 m von der Grenze bei Beit Hanoun entfernt. „Die Israelis zerstörten im letzten Krieg mit Bulldozern meine Zitronenbäume, Wasserpumpen, Brunnen und Bewässerungsschläuche. Keiner kann hierher kommen, um den Schutt von meinem Brunnen zu entfernen – jeder hat Angst vor den israelischen Soldaten an der Grenze. Jetzt warten wir auf den Winterregen. Alle bis auf einen Brunnen und eine Pumpe sind in dieser Region zerstört worden. Ich habe meine restlichen paar Bäume seit dem Krieg nicht mehr gewässert. Ich pflegte sie sonst einmal in der Woche zu wässern, drei bis vier Stunden lang. Jetzt sind sie vertrocknet und die Früchte, Zitronen und Orangen sind winzig.

Mohamed Musleh,70, lebt östlich von Beit Hanoun, etwas 1,5 km von der Grenze entfernt und besitzt die einzige noch funktionierende Pumpe in seiner Region.

In diesem Gebiet gab es sonst viele Vögel, weil es hier fruchtbar war, bis die Israelis anfingen, alle Bäume – auch die meinigen – mit Bulldozern zu zerstören. Als die Leute wieder Bäume anpflanzten, begannen die Israels, die Wasserquellen zu zerstören.

Ahmed Al-Basiouni, 53, besaß den ersten Brunnen, der 1961 östlich von Beit Hanoun gebaut worden war. Meine Brüder und ich haben 60 Dunum Land. Viele Leute holten Wasser aus unserem Brunnen. Er wurde 2003 zerstört und noch einmal im letzten israelischen Krieg. Wenn ich jetzt meine restlichen Bäume wässere, mach ich es mit der Hand – einen Baum nach dem anderen.

UNEO warnte in seinem Septemberbericht, dass das Aquifer des Gazastreifens in Gefahr sei, zu kippen. Die Ursache des Problems liegt darin, dass immer mehr Salzwasser vom Meer her einsickert, weil zu viel Grundwasser entzogen wird. Nach dem Bericht ist der Salz- und Nitratgehalt des Wassers weit über dem vom WHO erlaubten Standard. Etwa 90 und 95% des für die Palästinenser erreichbaren Wassers im Gazastreifen ist kontaminiert und für menschlichen Gebrauch ungeeignet – nach WHO-Standard.

Das Wasser ist weiter von anderen chemischen Bestandteilen kontaminiert, die die israelische Armee während des Krieges im Gazastreifen zurückließ. Dazu weitere Kontaminationen von den zerstörten Asbestdächern und dem Gift, das von den Tausenden von Tierleichen ausgeht und von den Müllplätzen, die unzugänglich und während des Krieges beschädigt wurden. All dies verschlimmert und verschärft die Situation.

(( weitere Beispiele, wie Israel die Landwirtschaft des Gazastreifens zerstört, das Land, die Brunnen, die Bäume; es gibt kein Material, um die Brunnen wieder herzustellen. Ein Landbesitzer verliert 0,25 Mill. Dollar auf Grund der Zerstörung ER…))

Trotzdem versuchen einige durchzuhalten.

„Nun bauen wir Okra an und haben 40 Olivenbäume neu angepflanzt. Aber es wird Jahre dauern, bevor wir Oliven ernten können. Wir müssten die Bäume alle drei Tage gießen, aber unser Brunnen war zerstört worden. Also müssen wir das Wasser mit Containern bringen. Wir sind 13 in unserer Familie, vier davon an der Universität. Außer der Landwirtschaft haben wir keine Arbeit. …“

‚Meine Hühnerfarm – etwa 500m von der Grenze entfernt – als auch 500 Frucht- und Olivenbäume und 100 Dunum Land mit Weizen und Erbsen auf meinem und meines Nachbarn Land wurden im Mai 2008 von israelischen Bulldozern zerstört, auch meine Zisterne, die Pumpe und der Motor und einer meiner Traktoren wurden zerstört ….Die Seite unseres Hauses, die auf der Grenzseite lag, ist von Kugeln israelischer Waffen durchlöchert ..

Wir haben ein anderes Haus mieten müssen; aber wie sollen wir die Miete zahlen? …’

Seit den ersten Beschränkungen durch die Belagerung des Gazastreifens vor fast vier Jahren hat sich die Situation der Landwirtschaft des Gazastreifens und die Möglichkeit, etwas zu produzieren …durch Zerstörung … sich dramatisch verschlechtert, die Menschen sind inzwischen stark unterernährt.

Der traurige Zustand der Landwirte macht sich in der ganzen Bevölkerung bemerkbar, und die Palästinenser sind nun weitgehend von den teuren israelischen Waren abhängig, die in geringen Mengen ab und zu nach Gaza hineingelassen werden.

Orginalartikel: Dieser Artikel ist NICHT bei http://www.zmag.org erschienen!
Übersetzt von: Ellen Rohlfs