Israel will wieder ein U-Boot von Deutschland fast geschenkt

Beim Besuch des israelischen Premierminister in Berlin am 7. April, war auch der Wunsch für ein 6. U-Boot der Dolphin-Klasse ein Thema. Wieder soll Deutschland den Kauf massiv mit Steuergeldern subventionieren. Ob die Bundesregierung bei der hohen Staatsverschuldung nochmals einknickt ist noch offen. Jedenfalls will Israel seine U-Boot-Flotte weiter ausbauen, damit immer zwei U-Boote vor der iranischen Küste „zur Abschreckung“ stationiert sein können.

Die Debatte über den Ausbau der israelischen Marine, wurde durch die Fahrt einer iranischen Fregatte mit Begleitschiff im Februar durch den Suezkanal ins Mittelmeer und Besuch eines syrischen Hafens neu angeheizt. Statt zwei neue Fregatten zu bauen, könnte die Entscheidung eher für mehr U-Boote fallen. Darüber streiten sich die israelischen Militärstrategen.

Da Israel praktisch alle seine Rohstoffimporte übers Meer bekommt, wie Rohöl und andere Materialien, ist die Sicherung des Schiffverkehrs sehr wichtig. Ausserdem muss aus ihrer Sicht die Blockade des Libanon und des Gaza-Streifens aufrechterhalten werden. Dafür spricht eher die Notwenigkeit für Überwasserschiffe.

Die andere Seite favorisiert den Ausbau der strategischen U-Boot-Flotte, als Abschreckung und Angriffswaffe gegen den Iran. Die in deutschen Werften gebauten U-Boote sind in der Lage mit Atombomben bestückte Marschflugkörper abzuschiessen.

Bereits im Mai 2000 hat die israelische Marine geheime Test im indischen Ozean durchgeführt und mit Raketen Ziele die 1’500 km entfernt waren getroffen. Angeblich soll damals eine Version der Rafael Advanced Defense Systems Popeye Turbo Marschflugkörper eingesetzt worden sein.

Die deutschen U-Boote der Dolphin-Klasse können für 30 Tage unter Wasser bleiben und sind auch in der Lage Spezialkommandos für geheime Missionen in feindliche Gebiete mitzuführen.

Die israelische Marine betreibt drei Dolphins, die zwischen 1998 und 2000 ausgeliefert wurden. Deutschland hat die ersten beiden U-Boote an Israel nach dem ersten Golfkrieg geschenkt und bezahlte die Hälfte am dritten. Das heisst, die drei Boote sind mit 1,1 Milliarden Mark aus dem Bundesetat subventioniert worden.

Die zwei neuesten kosteten jeweils 500 Millionen Euro, weil eine aufwendigere Antriebs-Technologie eingebaut wurde. Von den 1 Milliarde Euro zahlte Deutschland ein Drittel der Kosten oder 333 Millionen Euro aus Steuergeldern.

Jetzt will Israel das Deutschland wieder ein Drittel des Preises von 600 Mio Euro für das 6. U-Boot zahlt. Netanjahu hat diesen Wunsch bei seinem Besuch am 7. April gegenüber Merkel geäussert. Da die Kanzlerin in letzter Zeit sich sehr kritisch über die Siedlungspolitik Israels und den Mangel an Fortschritt im Friedensprozess ausgesprochen hat, ist nicht bekannt, wie sie sich entscheiden wird.

Aber dieser Wunsch zeigt auf, die Führung der israelischen Marine tendiert eher zu einer Stärkung der U-Boot-Flotte, das teuerste Waffensystem welches Israel unterhält.

Die Strategie gegen den Iran basiert auf drei Säulen. Die Jagdbomber der Luftwaffe, die mit Luftbetankung Ziele im Iran erreichen können. Dann das Jericho ballistische Raketensystem. Und die U-Boote, welche Marschflugkörper aus dem Arabischen Meer auf den Iran abfeuern können.

Der ehemalige Kommandeur der Marine, Generalmajor Avraham Botzer sagte, die Dolphins „sind ein Weg den Feind davon abzuschrecken, präventiv mit nicht konventionellen Waffen anzugreifen und damit davon zu kommen.

Im September 2010 hat Haaretz berichtet, die Anzahl an U-Boot-Besatzungen wird auf 10 bis 2018 anwachsen. Eine Besatzung besteht aus 30 bis 35 Mann. Fünf U-Boote wird als Minimum angesehen, damit immer zwei vor der iranische Küste patrouillieren können.

Dabei hat der Iran gar keine „nicht konventionelle Waffen“ und es wird schon seit Jahren mit Propaganda eine künstliche Gefahr und Hysterie erzeugt. Mal schauen ob Deutschland trotz Überschuldung und knappen Staatshaushalt Israel wieder ein U-Boot fast schenkt.

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