Letzte Hürde durch die Türkei überwunden

Der Hilfskonvoi „Viva Palestina“ darf nach diplomatischen Gesprächen zwischen Kairo und Ankara, in den Gazastreifen.

Genau 32 Tage ist es her, dass der Hilfskonvoi in Großbritannien gestartet ist. Über den Ärmelkanal setzte der Konvoi seine Fahrt fort und passierte dabei Frankreich, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei, Syrien und zum Schluß Jordanien. Hier verweigerte die ägyptische Regierung die Überfahrt über das Rote Meer. Nach Protesten der Teilnehmer und Parlamentarier aus der Türkei und Großbritannien, erlaubte Kairo, dass der Konvoi über die syrische Hafenstadt Latakia mit einer Fähre über das Mittelmeer al-Arish erreicht.

Am Montag erreichte die Fähre Ulusay 6 die Hafenstadt al-Arish. Von hier aus sollte die Fahrt in den nahe gelegenen Grenzübergang Rafah erfolgen. Es kam aber nicht dazu. Die ägyptischen Behörden verweigerten die Weiterfahrt des Hilfskonvois. Die CNN Türk berichtet, dass durch Protestkundgebungen und Ausschreitungen innerhalb und außerhalb der Stadt al-Arish sowie dem Grenzübergang Rafah die Lage eskaliert ist. Im Gazastreifen soll dabei ein ägyptischer Grenzsoldat ums Leben gekommen sein und mehrere Verletzte gegeben haben.

Der CNN Türk zufolge, hat sich die Lage erst beruhigt, nach dem die diplomatischen Kanäle zwischen Kairo und Ankara geöffnet wurden. Der türkische Außenminister Davutoglu habe mit seinem Amtskollegen in Ägypten telefoniert und sich auf eine Formel geeinigt. Demnach dürfen die Fahrzeuge die mit Hilfsgüter beladen sind, den Grenzübergang in Rafah passieren. Alle anderen Fahrzeuge, in denen Personen befördert wurden, sollen über einen anderen Grenzübergang den Gazastreifen erreichen. Das türkische Konsulat in Kairo übermittelte diese diplomatische Formel den vor Ort befindlichen türkischen Abgeordneten und Politikern, sowie der IHH, einem der teilnehmenden Organisationen des Hilfskonvois. In der gestrigen Nacht konnten so die ersten 80 Fahrzeuge in den Gazastreifen. Nach bisherigen Erkenntnissen wollten die ägyptischen Behörden nur die Einreise von 139 Fahrzeugen erlauben, was im laufe des Tages auf 155 Fahrzeuge ausgedehnt wurde.

Gegenüber der CNN Türk erklärte der ägyptische Botschafter Shawky El Hadidi, dass der bisherige Verlauf der Hilfsmission durch die Organisatoren selbst verursacht wurde und vermeidbar gewesen wäre, hätte man sich an die Bedingungen gehalten. El Hadidi sagte, dass man bereits zu Anfang dem Hilfskonvoi die Route vorgegeben und diese gemeinsam koordiniert habe. Der Hilfskonvoi sei aber entgegen der Vorgaben, zur jordanischen Hafenstadt Akaba gereist. Zwar sei die Türkei auch hier aktiv geworden, aber entsprechend der Erklärung Ägyptens Verständnis dafür gezeigt und den Hilfskonvoi zur eigentlichen Route über Latakia überredet, sagte El Hadidi. Zu dem Vorfall in al-Arish sagte der Botschafter, das auch hier die Vorgaben nicht eingehalten wurden. Es hätten sich entgegen der Vorgaben ca. 50 Fahrzeuge ohne nennenswerte Hilfsgüter in dem Hilfskonvoi befunden, weshalb man die Fahrt nicht erlaubt habe. Der Botschafter erklärte, dass man auch hier eine Formel mit dem türkischen Außenministerium gefunden hat und dies gerade umgesetzt wird. Demzufolge wird der Hilfskonvoi die Grenze in Rafah passieren. Fahrzeuge die nur Personen befördern, werden über den Grenzübergang Ebu Salem durch ägyptische Fahrer hindurch geschleust.

http://www.turkishpress.de/2010/01/07/letzte-h%C3%BCrde-durch-die-t%C3%BCrkei-%C3%BCberwunden/id499

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