70 Palästinenser wurden am Donnerstag getötet – die Zahl der Todesopfer übersteigt nach 20 Tagen 1.100.

Während die israelische Offensive gegen den Gazastreifen am Donnerstag fortgesetzt wurde, töteten israelische Soldaten 70 Palästinenser in unterschiedlichen Gebieten in Gaza. Seit die israelische Offensive vor zwanzig Tagen begonnen hat, wurden mehr als 1.100 Palästinenser getötet und mehr als 5.100 verwundet. Mindesten 400 der Verwundeten befinden sich in einem ernsten Zustand.

Der Beschuss am Donnerstag unterschied sich nicht von früheren Angriffen und betraf Wohnhäuser, UN-Einrichtungen, Krankenhäuser und weitere Wohngebiete.

In Tal al-Hawa, in Gaza-Stadt beschoss die israelische Armee das daraufhin in Flammen aufgehende Al-Quds-Krankenhaus, welches dem Palästinensischen Roten Halbmond gehört, sowie weitere angrenzende Einrichtungen. Die Israelis beschossen außerdem das Krankenhaus von Tal al-Hawa, in dem sich mindestens 500 verwundete Palästinenser und medizinisches Personal drängten.

Dr. Bashar Murad, Leiter der Notfallabteilung des Krankenhauses, sagte, dass die israelische Armee mindestens drei große Granaten, von denen zwei mit Phosphor gefüllt waren, auf das Krankenhaus geschossen hatte, was enormen Schaden zur Folge hatte. Die Granaten explodierten in der Umgebung des Krankenhauses, verursachten aber keine direkten Verletzungen.

Dr. Murad fügte hinzu, dass beinahe 600 Einwohner ihre Wohnungen verlassen hatten und im Krankenhaus Zuflucht suchten, nachdem ihre Wohnungen zuvor von den Israelis unter Beschuss genommen worden waren.

Panzer und gepanzerte Fahrzeuge rückten in Tal al-Hawa ein und feuerten Mörser- und Artilleriegeschosse, während die israelische Luftwaffe Raketen abfeuerte, um den Bereich für die vorrückenden Bodentruppen zu säubern.

Mindestens zwei Widerstandskämpfer wurden in Zusammenstößen mit israelischen Bodentruppen in Tal al-Hawa getötet.

Sami Msha’shi, Vorsitzender der Kommunikationsabteilung der UNRWA, veröffentlichte eine Pressemitteilung, dass mehrere Gebiete um das örtliche UNWRA Büro in Gaza herum beschossen worden waren und dass eine der Granaten ein UNWRA Büro getroffen und vollständig vernichtet hatte.

Er fügte hinzu, dass die UNWRA, aufgrund des Beschusses von UN Gebäuden, nicht in der Lage war, ihre Fahrzeuge einzusetzen und die humanitären Hilfsgüter, die sich derzeit am Kerem Shalom Grenzübergang befinden, erhalten konnte.

Msha’shi‘ sagte außerdem, dass mehrere UNRWA Lagereinrichtungen, bestückt mit Weizen, Nahrung und anderen humanitären Hilfsgütern durch den Beschuss in Brand gesteckt wurden und dass die UNRWA befürchtet, dass das Feuer bis zu Treibstoffvorräten vordringen würde, die an Krankenhäuser in Gaza geliefert werden sollen, um Stromgeneratoren zu betreiben. Ohne diese Generatoren hätten die Krankenhäuser keine Energieversorgung, was bedeutet, dass Patienten, die an lebenserhaltende Geräte angeschlossen sind, nicht überleben würden.

Außerdem wurde eine Einrichtung zur beruflichen Umschulung der UN, neben dem Büro des palästinensischen Präsidenten am Donnerstagmorgen von einer Granate getroffen; mindestens drei Palästinenser wurden bei dem Angriff verwundet.

Soldaten beschossen ein Gebäude, in dem sich Büros verschiedener Fernsehsender befinden; zwei Angestellte wurden verwundet.

Ebenfalls am Donnerstag tötete die Israelische Armee Said Siam, Mitglied des politischen Büros der Hamas, nachdem sein Haus beschossen worden war. Sein Sohn, sein Neffe, die Frau seines Neffen und ihr Sohn sowie vier weitere Mitglieder der Familie nebenan wurden in Israels jüngstem politischen Mordanschlag getötet.

Quellen:

http://palsolidarity.org/2009/01/4372

http://palsolidarity.org/2009/01/4368

http://www.imemc.org/article/58495

Übersetzung: Hintergrund

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