Merkel läßt Israel scharf kritisieren
Von Werner PirkerWas den israelischen Eliten – nicht erst seit Netanjahu – vorschwebt, ist ein möglichst dauerhaftes Provisorium eines palästinensischen Staates. Eines Staates, der über Attribute einer eigenen Staatlichkeit verfügt, die gegenwärtige Apartheidstruktur aber nicht aufheben, sondern perpetuieren würde. Eines Staates, den Israel nach Belieben beherrschen und dessen Grenzen es nach eigenem Gutdünken ziehen würde.
Der Gang der Palästinenser vor die UNO, ihr Versuch, den Konflikt zu internationalisieren und damit aus der US-Vormundschaft zu lösen, hat Tel Avivs einseitige Befriedungsstrategie an zentraler Stelle konterkariert. Die israelische Regierung verhehlt es nicht einmal, daß der Bau neuer Siedlungen auch als Strafe für den palästinensischen »Alleingang« nach New York gedacht ist. Das wiederum führt den Bewohnern der besetzten Gebiete umso deutlicher vor Augen, daß eine gerechte Friedenslösung nur außerhalb des amerikanisch-israelischen Machtbereichs zu erzielen ist. Dieses neue palästinensische Selbstbewußtsein ergibt sich aus der arabischen Intifada, die, so widersprüchlich sie auch verläuft, das imperiale Gefüge in der Region mächtig erschüttert hat. Daran mag wohl auch der deutsche Regierungssprecher gedacht haben, als er Israels sture Besatzungs- und Besiedlungspolitik zwar deutlich, aber durchaus solidarisch gemeint, kritisierte.
http://www.jungewelt.de/2011/12-20/049.php?sstr=pal%E4stinenser
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